Auf dem Rücken der Pferde

Aktualisiert am 08.11.2017ChristinaChristina

„Mama, ich will ein Haustier!“ Diesen Satz kennen wohl viele Eltern. Ich bin ja kein Unmensch, deshalb denke ich nach, wo in unserer Wohnung Platz für einen Hamsterkäfig wäre.
Ganz enttäuscht und mit weinerlicher Stimme erklärt mir meine Tochter Mia, dass sie sich ganz ein anderes Haustier vorgestellt hat. Ein Pferd! Als ich sie frage, wo wir dieses Riesentier denn unterbringen sollen, kommt ihre Antwort ziemlich schnell: „Auf dem Balkon!“ Aha. Also Strandkorb runter, Pferd rauf. „Und wo soll es grasen?“ Sie ist um keine Antwort verlegen. „Natürlich bei unserer Nachbarin im Garten – die ist froh, die braucht dann nicht mehr Rasen mähen“. Egal, was ich auch vorbringe, gegen kindliche Logik kommt man kaum an. Also gebe ich nach. Was nicht heißen soll, dass demnächst ein nächtliches Wiehern vom Balkon den nachbarschaftlichen Frieden stören wird. Vielmehr schaue ich mich nach einem Reitstall in der Nähe um, den ich sehr bald finde.

Der Reitstall Ostermann in Unterperfuss ist klein und familiär. Unserem Wunsch, eineMia beim Striegeln Schnupperstunde zu besuchen (man weiß ja schließlich nicht, wie groß die kindliche Pferde-Euphorie tatsächlich ist), wird nach Terminvereinbarung sofort nachgekommen. Zusammen mit ihrer Freundin Sophia darf Mia nun füttern, striegeln und Hufe ausputzen. Aber auch eine geführte Runde im Gelände sowie Anfängerübungen am Reitplatz sind dabei. Da Mia mit ihren fünf Jahren für richtigen Reitunterricht noch zu klein ist (Die Empfehlung ist ab sechs oder sieben Jahren), entscheiden wir uns für ein regelmäßiges „Schnuppern“ einmal im Monat. Mia macht es großen Spaß. Hoch zu Ross grinst sie selbst wie ein Pferd, nämlich wie ein Honigkuchenpferd. Und ich grinse auch – weil ich heilfroh bin, dass ich noch meinen Strandkorb genießen kann.

Was aber noch wichtiger ist: Ich werde nach wie vor von meinen Nachbarn freundlich gegrüßt.

 

Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land, Stadt und Leute und bringt die Eigenheiten der Tiroler mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

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