Meine ganz persönlichen Top 5 Schutzhütten in Osttirol

Aktualisiert am 08.11.2017JakobJakob

Man wacht auf, geht zum Fenster, zieht den Vorhang zur Seite und sieht in der Ferne unzählige Berggipfel, die im aufgehenden Sonnenlicht rot leuchten. Es herrscht absolute Stille. Der Berg ruft!

Solche Momente suchen ihres gleichen und dennoch kann man diese auf einer der unzähligen Schutzhütten in Tirol erleben. Ich, als gebürtiger Osttiroler, möchte euch in diesem Blogbeitrag meine ganz persönliche Auswahl an Schutzhütten in Osttirol vorstellen, wo man solche Momente auf jeden Fall erleben kann.

 

Karslbader Hütte | Lienzer Dolomiten

Ein wirkliches Hüttenhighlight für alle Kletterer ist die Karlsbader Hütte in den Lienzer Dolomiten. Gelegen am Laserzsee ist sie der ideale Ausgangspunkt für viele Klettertouren in allen Expositionen und Wandhöhen von bis zu 1300m. Die Karlsbader Hütte wurde in den letzen Jahren Stück für Stück renoviert und ausgebaut. Gänzlich unbeschreiblich ist der fantastische Ausblick, den man von der Sonnenterasse aus hat – auf der einen Seite die Osttiroler Bergwelt mit ihren 3000er Gipfeln, auf der anderen Seite der idyllische Laserzsee, eingekesselt von imposanten Dolomitwänden. Nähere Informationen zur Karlsbaderhütte findet ihr unter www.karlsbaderhuette.at.

Karlsbader Hütte am Laserzsee in den Lienzer Dolomiten

Karlsbader Hütte am Laserzsee in den Lienzer Dolomiten

 

Volkzeiner Hütte | Villgrater Berger

Etwas weiter unten  und nordwestlich gelegen befindet sich die Volkzeiner Hütte im Außervillgrater Winkeltal. Die Schutzhütte ist bequem mit dem Auto über einen Almweg erreichbar. Im „Volkzein“ angekommen bin ich immer wieder von den weitläufigen, grasbewachsenen Hochalmen und den dennoch schroffen Berggipfeln beeindruckt. Beliebte Tourenziele sind die Hochgrabe (2.951 m) und das Große Degenhorn (2.946 m) mit jeweils einer Gehzeit von 3 Stunden oder der Regenstein (2.891 m) mit einer Gehzeit von 5 Stunden. Die Volkzeiner Hütte ist für alle diejenigen das Richtige, die eine urige und ruhige Schutzhütte suchen, die sich auf das notwendigste beschränkt und einem dennoch an nichts fehlt. Mehr Infos zur Volkzeiner Hütte findet ihr hier.

 

Volkzeiner Hütte im Außervillgrater Winkeltal

Volkzeiner Hütte im Außervillgrater Winkeltal

 

Obstansersee-Hütte | Karnischer Hauptkamm

Ein weiterer Hüttentipp in der Ferienregion Hochpustertal ist die Obstansersee-Hütte. Ausgangspunkt für den Aufstieg ist unter anderem Kartitsch im Osttiroler Gailtal, von wo aus die Schutzhütte in ca. 3 Stunden erreichbar ist. Gelegen am Karnischen Höhenweg ist die Obstansersee-Hütte viel frequentiert und ein beliebter Zwischenstopp für viele Wanderer. Aus diesem Grund ist eine Reservierung im Vorhinein auf jeden Fall ratsam. Die Schutzhütte wurde 2003 general saniert und bietet Platz für 44 Personen im Matrazenlager und 18 Personen im Bettenlager. Aufgrund der geografischen Lage reicht die Aussicht vom Großlockner bis hin zu den Sextner Dolomiten. Weitere hilfreiche Informationen zur Obstansersee-Hütte findet ihr auf der Seite des Österreichischen Alpenvereins.

Obstansersee-Hütte

Obstansersee-Hütte mit Blick auf den Großglockner

 

Sajathütte | Venedigergruppe

Meine ganz persönliche Lieblingsschutzhütte befindet sich in der Venedigergruppe und wird auch als Bergschloss bezeichnet. Die Rede ist von der Sajathütte in Prägraten am Großvenediger. Schlösser hat man bekanntlich ja schon immer in exponierter Lage gebaut und das trifft auch auf die Sajathütte zu. Am Ende einer saftig grünen, aber sehr steilen Bergwiese trohnt sie hoch über dem Virgental im Sajatkar, das auch als Namensgeber für die Hütte fungiert hat. Die 31 Betten im 2-, 3-, 4-, 5- und 6-Bettzimmer mit Kalt- und Warmwasser sowie Heizung sorgen für Hüttenflair mit Komfort. Aber auch kulinarisch kann man sich mit der Hütten-Halbpension verwöhnen lassen. Für alle Gipfelstürmer bietet sich als Tour die Sajatkrone an, mit der man alle „Seven Summits“ rund um das Sajatkar bezwingen kann. Alle Infos zur Sajathütte und den Tourenmöglichkeiten findet ihr unter www.sajathuette.at.

Sajathütte im Sajatkar in Prägraten am Großvenediger

Sajathütte im Sajatkar in Prägraten am Großvenediger

 

Stüdlhütte | Glocknergruppe

Last but not least eine Schutzhütte, die natürlich in keiner Aufzählung fehlen darf und auch zu meinen Lieblingen zählt –  nämlich die Stüdlhütte unterhalb des Großlgockners im Nationalpark Hohe Tauern. Die Stüdlhütte hat ihren Namen von Johann Stüdl aus Prag, der u.a. den Kalser Bergführerverein gegründet hat und die Glocknerregion alpinistisch entwickelt hat. Beeindruckend ist vor allem die Architektur der Schutzhütte, ausgestattet mit neuester Technologie, wie  Photovoltaik- und thermischer Solaranlage sowie einem pflanzenölbetriebenen Blockheizkraftwerk zur Restenergiegewinnung. Meiner Meinung nach ein sehr gutes Beispiel für Nachhaltigkeit im alpinen Tourismus. Die 114 Übernachtungsmöglichkeiten bieten ausreichend Platz für alle, die sich in Richung des für mich immer noch magischen Großglockner Gipfels bewegen wollen. Aber auch der kleine Adlerweg führt direkt an der Stüdlhütte vorbei und ist somit die ideale Übernachtungsmöglichkeit für alle Bezwinger der Etappe O18 und O19.  Da bekanntlich Bewegtbilder mehr als 1000 Worte sagen, habe ich nachfolgend ein Video mit einem Portrait der Schutzhütte gefunden.

 

 

Ich wünsche euch eine schöne und unfallfreie Berg- und Wandersaison und vielleicht sieht man sich ja auf der ein oder anderen Hütte wieder ;-)

 

 

 

Jakob

Tirol von einer „anderen Perspektive“ kennt er nur zu gut! Als leidenschaftlicher Tourengeher und Mountainbiker ist er stets auf der Suche nach den schönsten Flecken Tirols in exponierter Lage.

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2 Kommentare

Christian BlogTirol

Top, deine Tipps!
Benannt ist die Stüdlhütte (und auch der -grat) nach Johann Stüdl aus Prag, der u.a. den Kalser Bergführerverein gegründet hat und die Glocknerregion alpinistisch entwickelt hat. Auch heute noch gibt es deshalb enge Kontakte zur tschechischen Alpinistenszene.

Jakob Weitlaner

Danke Christian für den Hinweis! Weiteres interessantes Detail - Johann Stüdl war auch an der Errichtung der Neuen Prager Hütte beteiligt, welche mitten in der Gletscherwelt des Großvenedigers im Nationalpark Hohe Tauern liegt. Die Neue Prager Hütte ist natürlich auch eine Bergtour wert!