Die Berliner Hütte

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Esther

Esther Wilhelm ist am liebsten mit dem Rennrad unterwegs. Dabei... Zum Autor

Die Berliner Hütte von außen

ist eine Alpenvereinshütte der besoneren Art. Groß und mächtig steht sie da, umrahmt von gletscherbedeckten Dreitausendern. 1875 wurde erstmals an den Bau einer Hütte in den hinteren Zillertaler Alpen gedacht, 4 Jahre später wurde sie eröffnet und vor genau 100 Jahren, also 1912 wurde die Hütte final fertiggestellt. In der Hütte, die eigentlich so gar keine ist, hat man das Gefühl, in eine andere Zeit zurück zu kehren. Das Stiegenhaus am Eingang der Hütte, der Speisesaal, die Stuben erinnern eher an ein nobles Herrenhaus als an eine Unterkunft für Bergwanderer auf 2000 Metern Seehöhe. Trotzdem ist auch hier das Hüttenleben spürbar. Mehrbettzimmer mit Stockbetten, Schlafsäle, Bergsteigeressen und -Klientel. Alles wie es dort oben eben sein muss. Die Berliner Hütte ist im Besitz des Deutschen Alpenvereins und die deutsche Effizienz ist insbesondere anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Hat man’s einmal verstanden, funktioniert’s aber bestens.

Lang, lang ist’s her.

Wie kommt man hin? Per Öffis oder Auto bis zum Gasthof Breitlaner im Zemmgrund (ist ein weiterführendes Tal des Zillertals ab Mayrhofen). Von dort dann ziemlich langer Fußmarsch (Gehzeit ca. 3-4 Stunden) großteils über einen breiten Fahrweg. Weiter oben wird’s enger und der immer noch fahrbare Weg ist spekaturlär in den Fels gebaut. Vom Gasthof Alpenrose geht’s die letzten Höhenmeter dann einen schön angelegten Steig bergauf. Die Wanderung ist für marscherfahrene Familien und Wanderer mit wenig alpiner Erfahrung geeignet. Die Herausforderung ist also nicht die alpine Schwierigkeit sondern die Länge des Marsches. Jedoch wird man für die Strapazen reichlich belohnt: Traumhaftes Bergpanorama mit Almen, Wasserfällen, Bächen und Blicken auf Gletschermoränen und Gletscher. Schöner geht’s nicht. Weitere, jedoch hochalpine Zustiege gibt’s über das Furtschaglhaus oder die Greizer Hütte. Hier ist Trittsicherheit und Bergerfahrung nötig.Die Berliner Hütte ist nur im Sommer geöffnet.

Das beeindruckende Stiegenhaus.

 

 

 

3 Kommentare

  • Christian K.
    Also mir persönlich sagen beeindruckende Treppen und Effizienz nicht so zu. Ich bevorzuge kleine, feine Hütten, wo man noch den persönlichen Kontakt zu den Wirten findet. Meine Tipps: www.steinseehuette.at - in den Lechtaler Alpen www.verpeilhuette.at - in den Ötztaler Alpen und die kleine Alternative zur Berliner Hütte: www.friesenberghaus.at - im Zillertal (neue Pächter Florian und Susi)
  • Michael
    Als Berliner (und Preusse: Stichwort Effizienz) bin ich beglückt! Schade, daß der Sommer grad vorüber ist. 
  • Esther Wilhelm
    Klein aber fein ist die Berliner Hütte wirklich nicht. Da muss man woanders hin. Aber Effizienz ist grad im Falle einer großen Hütte doch ein echter Vorteil. Und die ist auf der Berliner Hütte weder unfreundlich noch unangenehm, für uns 'urgemütliche' Tiroler einfach etwas gewühnungsbedürftig. Kuscheln muss ich in diesem Fall halt mit meinen (ev. zukünftigen) Mitwanderern und nicht mit dem Wirt ;o)