Tirol auf Wienerisch – Ein Tag in Innsbruck für Einsteiger

------

Lea lebt erst seit ein paar Monaten in Innsbruck und hat für uns ihre Tipps für Einsteiger zusammengefasst:

Warum in aller Welt nur Innsbruck? Dass in mir eine große Reiselust steckt war mir spätestens mit 15 klar, als ich ein Jahr auf Schüleraustausch nach Neuseeland ging. Seitdem bin ich viel gereist, habe viel gesehen und dabei immer den innerlichen Wunsch gehegt, „irgendwo anders“ in der Welt zu wohnen. San Francisco vielleicht. Oder Melbourne. Oder in einer kleinen Hütte irgendwo an der Westküste Neuseelands. Und dann ist es ausgerechnet Innsbruck geworden.

Wienerin zu sein ist in Tirol so eine Sache. Da kommt man als aus der großen Hauptstadt in der Ferne, wo die Menschen keine vernünftigen Berge haben und sie dann auch nicht mal vermissen. Manche eben doch. Ich zum Beispiel. Ich liebe die Berge. Sei es im Winter am Snowboard oder im Sommer beim Wandern oder neuerdings auch beim Klettersteig gehen. Keine anderen Sportarten macht mich so fertig und glücklich zugleich. Ich gebe zu, die Berge sind für mich eine angeeignete Leidenschaft und nicht angeborene Eigenschaft. Wäre da nur nicht diese sonderliche Sprache der Einheimischen. Tirolerisch ist nämlich nicht so einfach zu verstehen. Wer kann denn schon wissen, dass „Goggele“ tatsächlich Eier sind – und nicht einfach nur ein böser Anglizismus?

Der Kodak Moment vorm goldene Dachl ist nur der Anfang

Der Kodak Moment vorm goldene Dachl ist nur der Anfang

Frechheit siegt, manchmal zumindest für ein paar Sekunden

Frechheit siegt, manchmal zumindest für ein paar Sekunden

Innsbruck liegt in einem engen Tal. Manche beengt diese Nähe der Berge. Mir vollkommen unverständlich. Ich sitze in meinem Garten, blicke auf die Spitze der Serles und könnte ewig den Wolken am Horizont zuschauen. Keine Wolkenkratzer im Weg, keine grauen Mauern dazwischen. Wenn ich will ziehe ich meine Laufschuhe an und stehe sofort im Wald oder am Fluss. Die Orientierung in der Stadt selbst ist enorm einfach. Alles liegt zwischen Nordkette und Berg Isel. Wenn man keins der beiden mehr sieht, ist etwas sehr schief gegangen.

Es war vielmehr die Nähe der Menschen, die mich anfangs ein wenig eingeengt hat. Jeder kennt jeden. Oder jeden zweiten. Würden menschliche Beziehungen Netze hinterlassen, würde die Stadt manchmal einem gordischen Knoten gleichen. Dennoch. Es sind die Menschen, die ich nicht missen möchte und der Lifestyle, der mich fasziniert. Die Riversurfer im Inn, die sich an Seilen durch die Wellen ziehen lassen. Die Snowboarder und Skifahrer, die mit der ersten Gondel an einem Powdertag auf die Nordkette fahren und jauchzend den Berg hinunter jagen. Die BMXer, die einen Dirtpark auf die Beine stellen und (manchmal auch ohne Unterhose) ausgelassen feiern.

River Surfer am Inn

River Surfer am Inn

Innsbruck ist meine Homebase geworden und wer es nicht verstehen kann ist herzlich eingeladen sich selbst ein Bild zu machen. Nur bitte nicht beim Goldenen Dachl Fotoshooting, Speck verkosten und den Banane(-ck) Witz erzählen bleiben – denn dann kann man es nicht verstehen.

Wie wäre es stattdessen mit folgendem:
Morgens gemütlich durch die Stadt schlendern und entweder ausgiebig in Stefan’s Brotmanufaktur frühstücken – oder aber sich in beim Bäcker Ruetz (Herzog-Friedrich-Straße 36) ein Apfelstangerl und einen Kaffee holen. Danach geht’s mit der Bahn und Gondel auf über 2000m Seehöhe aufs Hafelekar und auf die Seegrube. Innsbruck muss man einfach von oben gesehen haben, egal zu welcher Jahreszeit (aber doch am besten bei gutem Wetter).
Die ideale Stärkung zur Mittagszeit wartet auf der Arzleralm (20min Wanderung von der Hungerburg aus, mit Bus/Bahn erreichbar). Meine Empfehlung sind die Kaspressknödel, die schmecken einfach immer gut. Wer keine Lust hat zu wandern, kann diese auch gleich bei der Talstation in der Wolke 7 bestellen. Hier kann man gut in der Sonne sitzen und das Treiben an vorbeigehenden Skifahren, Mountainbikern und Downhillfahrern beobachten.
Abends geht’s auf einen Drink hoch ins 360Grad (Lift in den 6. Stock in den Rathausgalerien), von hier hat man einen genialen Blick über die Stadt, wenngleich die Location etwas nobel ist. Hat man die schicken Kleider nun schon an könnte man auch gleich schick weiterziehen, zB in die Pizzerei.
Spätestens nach dem Abendessen ist es dann Zeit dem Flüsterbogen (Am Burgriesenhaus, Hofgasse
) in der Altstadt einen Besuch abzustatten und ein Geheimnis seiner Begleitung ins Ohr zu flüstern. Einfach rechts und links vom Bogen Platz einnehmen – einer flüstert an einem Ende in den Bogen, der andere sollte gut lauschen. Jetzt nochmal einen Blick auf die beleuchtete Seegrube auf der Nordkette und das goldene Dachl werfen, bevor man sich ins Nachtleben stürzt. Wer den Tag auch zu später Stunde noch nicht loslassen will kann in der Tante Emma bis in die frühen Morgenstunden weiterfeiern. Tipp: Ab 6h morgens gibt’s herrliches Strudelfrühstück im Cafe Kröll (Hofgasse 6).

Mit dem Rad zum Lift. Mehr Sport geht einfach nicht

Mit dem Rad zum Lift. Mehr Sport geht einfach nicht

Beste Reisezeit:
Warum nicht mal zu einem der lokalen und weniger bekannten Events? zB

 

About: Lea Hajner wohnt seit Oktober in Tirol und schreibt auf ihrem Reiseblog unter anderem auch darüber. Für den Luups-Verlag hat sie bei der Erstellung des ersten LUUPS Innsbruck Gutscheinbuches mitgewirkt und dabei die Stadt gleich in den ersten Monaten so richtig intensiv kennengelernt. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Innsbruck kann man online auf Twitter, Instagram unter dem Hashtag #onlyinibk mitverfolgen. Bei letzterem lädt sie alle, die Lust haben herzlich ein mitzumachen!

Da staunt die Wienerin nicht schlecht - Anfang Dezember und Schnee bis zur Hüfte

Da staunt die Wienerin nicht schlecht – Anfang Dezember und Schnee bis zur Hüfte

5 Kommentare

  • Christian
    Hallo, da habe ich glatt zwei neue Tipps bekommen: Strudelfrühstück im Kröll und Ugly Ski Day. Danke :-)))
    • BlogTirol
      BlogTirol
      Das freut uns! Lass dir das Frühstück schmecken und viel Spaß auf der Skipiste :)
    • Lea
      Sehr cool, freut mich auch! Ich war erst heute wieder auf einen Studel im Cafe Kröll, der ist dort einfach zu gut! lg, Lea
  • Clemens Pelz
    Ich habe in Innsbruck gearbeitet und der Ort ist einfach nur gut! Ich kehre auch heute noch immer wieder gerne zurück um mich mit den Menschen zu treffen, die ich früher lieb gewonnen habe und um zumindest kurzzeitig den Lifestyle genießen zu können. Dein Artikel hat mir wieder Lust auf Innsbruck gemacht! Danke! :D LG Clemens http://docdia.de/
    • Lea
      Dein Link klingt zwar recht spamig, Clemens, aber trotzdem vielen Dank für deinen netten Kommentar! Innsbruck ist auf jeden Fall auf für nur ein paar Tage die Reise wert :-) lg, Lea