Gipfelsieg am Großglockner, Kals, Tirol, Austria.

Großbloggner – 11 Bergsteiger, 11 Gedanken.

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Christian

Christian Klingler erkundet Tirol bis in die hintersten Winkel und... Zum Autor

11 Bergsteiger, 11 Gedanken.
Anja, Anne, Bastian, Christian, Christian, Corinna, Dominik, Josef, Katrin, Michael und Uli haben gemeinsam den Berg bezwungen. Den höchsten Berg Tirols und Österreichs.

Nach den zwei Tagen spüren die elf Gipfelstürmer nun eine besondere Verbundenheit. Sie haben es gemeinsam auf 3.798 m geschafft – die Erlebnisse am Berg schweißen zusammen. JedeR hat seine persönlichen Gedanken in ein paar Zeilen niedergeschrieben.

Expedition zum Großglockner: Das Vorher-Foto

Expedition zum Großglockner: Das Vorher-Foto

Anja

Anja: "Ein Bergsteiger-Deluxe-Menü, wie man es auf einer Hütte wohl noch nie gesehen hat."

Anja: „Ein Bergsteiger-Deluxe-Menü, wie man es auf einer Hütte wohl noch nie gesehen hat.“

Ein fitter Trupp von „Tirol-Werbern“ machte sich bei leichtem Regen in Kals bereit, gemeinsam den höchsten Berg Österreichs zu erklimmen. Mit Regenschirmen bewaffnet und gegen den Wind ankämpfend starteten wir das Abenteuer „Glockner“. Erste Etappe: Stüdlhütte 2.802m. Oben erwartete uns ein Bergsteiger-Deluxe-Menü,  wie man es auf einer Hütte wohl noch nie gesehen hat. Nach einer (Ruhe)Pause im Schlaflager ;) ging es um 06:00 Uhr Früh weiter in Richtung Adlersruhe.

Stirnlampen und Steigeisen im Gepäck ging’s schnell über den Gletscher hinweg, begleitet von den atemberaubenden Farben der aufsteigenden Sonne. Über Stock und Stein bzw. Steig und Felsgrat :-) kraxelten die 4er Seilschaften zum 2. Etappenziel auf 3.454 m – mein ganz persönliches Ziel. Viel erreicht, nur 344 Höhenmeter vom Gipfel entfernt, ließ ich die anderen ziehn und freute mich bei Ihrer Rückkehr über unseren Sieg am Kraftplatz Österreichs. Der Glockner wird mich bestimmt wiedersehen und wenn ich‘s mir aussuchen dürft mit meinem Frontman Christian und meinem Follower Bastian. :-)

Anne

Anne: "Weil er da ist."

Anne: „Weil er da ist.“

George Mallory, einer der großen Pioniere des Bergsteigens, antwortete auf die Frage was ihn antreibt auf den höchsten Gipfel zu klettern‚ „weil er da ist“. Man ist sich selbst ganz nah, bei jedem Schritt der einen höher bringt. Auch den Menschen in der Seilschaft ist man verbunden. So wie Tiroler mit ihrem Land und ihren Bergen verbunden sind. Es geht nicht um den höchsten Berg. Es geht um Zusammengehörigkeit. Zu den Menschen in der Seilschaft, zur Natur. Warum steigt man also hinauf? Weil wir hier sein dürfen! Zusammen. Am Berg. In Tirol.

Bastian

Bastian: "Ohne die kompetenten Kalser Bergführer, das wär nix."

Bastian: „Ohne die kompetenten Kalser Bergführer, das wär nix.“

Der Großglockner, ein spezieller Kraftplatz soll er sein, hat nun auch uns die Tirol Werbung in seinen Bann gezogen. Freitagabends bei bescheidener Wetterlage auf die Stüdlhütte aufgestiegen und auf 2802 Meter Seehöhe 5-Sterne-mäßig gevöllert, waren unsere Energiespeicher aufgefüllt für den morgigen TW-Gipfelsturm! Lager Nr. 7 – 11 TWler und 1 Traum, der Traum vom Glockner.

Der Wettergott muss ein Tiroler sein – noch im Finsteren machten wir uns auf zum Gipfel der Gipfel. Kurze Einkehr in der Adlersruhe und letzte Stärkung Schoko flüssig und fest, jetzt wird’s ernst! Hinauf das frisch beschneite Glocknerleitl, zickzack zickzack, der kleine Glockner gleich bezwungen. Die eine Stelle, da ist sie, die Glocknerscharte! Grad ausschauen, 5,6 Schritte, schon ist’s geschafft. Puuhh, da geht’s ganz schön runter beiderseits! Letzte Kraxlerei kein Kinderspiel, doch gemeinsam geht’s, eng aneinand‘ am Seil. Und jetzt ist’s vollbracht, hier steht’s das Gipfelkreuz, schnell umringt von unserer TW-Seilschaft. Und jetzt noch ein paar Mal knipps, knipps, knipps, ohne die kompetenten Kalser Bergführer gäb’s kein Gipfelfoto, das wär nix…

Christian W.

Christian W.: "Das tiefe Gefühl der Kameradschaft an diesem außergewöhnlichen Tag."

Christian W.: „Das tiefe Gefühl der Kameradschaft an diesem außergewöhnlichen Tag.“

Der Großglockner ist einer der markantesten Berggipfel der Ostalpen. Von weitem – oft von hunderten Kilometern entfernt – erkennt man bereits seine einzigartige Form. Von zahlreichen Gipfeln habe ich immer wieder zum Glockner „hinüber“ geschaut. Einmal dort oben zu stehen war ein großer Wunsch. Der oft allzu große Ansturm auf diesen Paradegipfel der Ostalpen und die damit verbundene Sucht nach dem höchsten Punkt Österreichs, haben mich bisher immer abgeschreckt und davon abgehalten, den Glockner zu besteigen. Zu viele einsamere und ruhigere Bergziele bieten unsere schönen Ostalpen. Trotzdem spürte ich immer wieder das Verlangen, auch einmal am Glockner zu stehen. Daher war es eine einmalige Gelegenheit, die sich mit dem Angebot der Tirol Werbung bot. Und es war ein einzigartiges Erlebnis! Besonders beeindruckte mich das tiefe Gefühl der Kameradschaft, das mich mit meinen Kollegen an diesem außergewöhnlichen Tag verband!

Christian K.

Christian: "Du strahlst so. Du warst oben."

Christian: „Du strahlst so. Du warst oben.“

„Du warst am Gipfel!“ – „Wieso weißt du das?“ – „Du strahlst so. Du musst oben gewesen sein.“

Die junge Frau, die mich am Weg hinunter zum Lucknerhaus anspricht, spürt meine Zufriedenheit. Ich bin versöhnt mit der Welt. Gedanken über Dinge, die mir sonst den Schlaf rauben, sind jetzt ganz unwichtig. Nur die zwei Tage am Berg zählen. Die zehn Freunde, die nun ein unsichtbares Band verbindet. Einige sind an ihre Leistungsgrenze gegangen, waren noch nie so weit oben, hatten noch nie Steigeisen an.

Die Nacht auf der Stüdlhütte war kurz, und mir doch zu lang. Schon um drei Uhr hab ich geglaubt, es geht bald los. Um fünf darf ich dann endlich raus, Frühstück, anziehen. Jeder packt stumm seinen Rucksack. Kein Wort. Um viertel nach sechs geht’s los, noch im Dunkeln. Um elf stehen wir am Gipfel.

Der Berg hat uns erlaubt, ihn zu erobern.

Corinna

Corinna: "Eigentlich kann man es gar nicht richtig in Worte fassen…man muss es erlebt haben…"

Corinna: „Eigentlich kann man es gar nicht richtig in Worte fassen…man muss es erlebt haben…“

Nervosität, Respekt, Aufregung, Überwindung, Zusammenhalt, Adrenalinstoß, Erleichterung, Freude, Glücksgefühl, Teamspirit… mit diesen Worten würde ich unser gemeinsames und unvergessliches Erlebnis beschreiben…eigentlich kann man es gar nicht richtig in Worte fassen… man muss es erlebt haben… DIE GROSSGLOCKNERBESTEIGUNG. Bestärkt durch meine Kollegen und sicher von unserem Bergführer in der Seilschaft geführt konnte ich meine aufkommende Angst überwinden und das Ziel erreichen. Ich bin nun stolz und fasziniert vom Gipfelsieg.

Es war komisch als wir die Steigeisen wieder ausgezogen hatten und die Seilschaft am Ende des Tages aufgelöst hatten… die Steigeisen haben den Auf- und Abstieg technisch einfacher gemacht… die Seilschaft hat uns zusammengeschweißt. Als begeisterte Tirolerin und immer bestrebt, etwas Besonderes und Außergewöhnliches zu erleben, bin ich froh, dabei gewesen zu sein… DANKE!

Dominik

Dominik: "3798. Diese Zahl steht für weit mehr als nur eine schwindelerregende Höhe."

Dominik: „3798. Diese Zahl steht für weit mehr als nur eine schwindelerregende Höhe.“

3798. Für Viele nur eine Zahl, für einige jedoch viel mehr als das. Diese Zahl steht für weit mehr als nur eine Betitelung einer gar schwindelerregenden Höhe.
Teamwork. Kraft. Ausdauer. Vertrauen. Emotion. Diese Werte verbergen sich hinter diesen 4 unscheinbaren Ziffern.
Am höchsten Punkt Österreichs zu stehen war für mich ein unglaubliches Gefühl. Die Euphorie des „Gipfelsieges“ ließ Kälte, Wind und Wetter schnell vergessen und was folgte waren herzliche Umarmungen der Freude am höchsten Punkt Österreichs – dem „Glockner“.
Nebst dem Gipfelsieg war „meine“ Seilschaft mein Glück an diesem Tag. Kathrin, die zielstrebig Schritt für Schritt in Richtung Glockner setzte. Corinna, auch wenn Tränen flossen, ein Schrei der „Todesangst“ rund um die Glocknerscharte halte, nach ein paar aufmunternden Worten stets bestrebt den Gipfel zu erreichen. Da Uli hinter mir und zugleich das Ende der Seilschaft, der stets einen loggeren Spruch auf den Lippen hatte und mich selbst in unwegsamsten Gelände zum Lachen brachte. Und zu guter Letzt Toni unser Bergführer, der uns durch seine Art und seine Erfahrung die notwendige Sicherheit vermittelte.

„Zu guter letzt mecht‘ i no sogn, es war gewaltig, mit enk da obn.
Obn warn mir miteinand, am höchsten Punkt vo unserm Land.
Des Glocknerteam worn bärige Leit, der Aufstieg wor mit enk a Freid.
Vom Teamleiter Wührer bis hin zum „Sly“, mit Rang und Namen wor alls dabei.
Des Gipfelkreuz stets im Visier, i gfrei mi schon aufs guate Bier.
Des Bier hat gschmeckt, i brauch nimma viel frogn, i mecht oanfach nomol Donkschen sogn!“

Josef

Josi: "Ein wenig hat mich die ganze Aktion jedoch an den Film Cliffhanger erinnert, danke 'Sly' für die gute Vorbereitung!"

Josi: „Ein wenig hat mich die ganze Aktion jedoch an den Film Cliffhanger erinnert, danke ‚Sly‘ für die gute Vorbereitung!“ :-)

Eine Bergtour zu absolvieren bedeutet eine Herausforderung anzunehmen. Je nach Schwierigkeitsgrad ist es nicht nur eine physische Herausforderung, sondern verlangt auch nach einer gewissen mentalen Überwindung. Der Glockner war für mich sehr spannend, da ich an meine Grenzen gehen musste. Die tollen Eindrücke und Erfahrungen waren es jedoch definitiv wert diesen Gipfel zu besteigen.

Katrin

Katrin: "Zweifel hörte ich in mir erklingen, der höchste Berg, kann das gelingen?"

Katrin: „Zweifel hörte ich in mir erklingen, der höchste Berg, kann das gelingen?“

Mein Blick zurück zum Gipfelglück

Anfängliche Zweifel hörte ich in mir erklingen, der höchste Berg, kann das gelingen?
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, dacht ich mir, und es stimmt!
Mit tollen Kammeraden fällt der Aufstieg nicht schwer, die Gemeinschaft gibt Kraft, als ob man verbunden wär.
Der Weg zum Gipfel ist steil und lang, doch die Natur gibt sehr viel mehr, als die Anstrengung nehmen kann.
Das Ziel erreicht, gemeinsam oben angekommen, überwältigt vor Glück uns in die Arme genommen.
Gewonnen hab ich weit mehr als erhofft, einen so unvergesslichen Tag den gibt es nicht oft.
Voll Stolz und Freude kehrte ich heim, der Eindruck wird für immer sein!

Michael

Michael: "Zusammen am Dach von Österreich, höher geht’s nicht mehr hinaus!"

Michael: „Zusammen am Dach von Österreich, höher geht’s nicht mehr hinaus!“

Los ging’s beim Lucknerhaus, auf zum Dach Österreich, den Großglockner, ein Berg der trotz seiner unzähligen Besteiger etwas mystisches hat!

Am Freitagnachmittag, mit 10 Mitstreitern und die mehr oder weniger nervös sind, durch strömenden Regen auf zur Stüdlhütte – da wird’s wohl am Gipfel morgen etwas Schnee haben ;-)

Feudal gespeist auf knapp 3.000 m – die Hütte allein stellt für manch einen schon einen Höhenrekord da! Unglaublich auch was ein einziger Mensch alles essen kann!!!

Tagwache ist um 3 Uhr, äh nein doch erst um 5 Uhr früh und nach einem Frühstück geht’s gestärkt im Kegel der Stirnlampe über Gletscher zur höchsten Hütte Österreichs, dem klassischen Ausgangspunkt der Glocknerbesteiger.

Für 10 begeisterte Tirol Werber geht’s weiter über steile Flanken und ausgesetzte Grade – teilweise an den physischen und psychischen Grenzen – stets Richtung Gipfel! Das Ziel ist erreicht und das Glücksgefühl, dass es alle geschafft haben macht sich breit – zusammen am Dach von Österreich, höher geht’s nicht mehr hinaus!! Verbunden durch unser Seil machen wir uns in Begleitung unserer 3 Bergführer auf zum Abstieg und lassen während wir einen Fuß vor den anderen setzen die ganze Tour noch einmal Revue passieren!

Uli

Uli: "Bleib da oben, will nimma fort."

Uli: „Bleib da oben, will nimma fort.“

Truckne Kehle, mia hatschn flott,
Stüdlhütte Schlemmergott,

Radler, Woazn und 12 Bier,
Gipfelsieg schon im Visier,

Gold im Mund, Morgenstund,
Sonnenaufgang, Zeachn wund,

Mia marschieren, holladrio
Muaß die ganze Zeit aufs Klo

Die Corinna de spioniert
Sichtschutz passt, Blick pariert

Mit Steigeisn die Hosn gschlitzt
Bier vom Vortag außigschwitzt

Schwara At’m, kurze Schritt
Grad entlang a Blindflugritt

Corinna, Kathrin und Dominik
Mit enk beinander war mein Glück

Högschte Berg du hasch dein Reiz
Photo mitm Gipflkreiz

Heacha geats bei ins da nimma
Erinnerung de bleibt für imma

Jeda happy, es isch kalt
Mia feiern den Zusammenhalt

bleib da oben, will nimma fort,
Großglockner du mein Sehnsuchtsort

Gipfelsieg am Großglockner 3.798 m

Gipfelsieg am Großglockner 3.798 m

Fact Box

Ausgangspunkt: Kals in Osttirol, Lucknerhaus
Ziel: Großglockner 3.798 m, an der Landesgrenze zwischen Tirol und Kärnten
Bergführer: Toni, Christian und Vito vom Kalser Bergführerbüro
Dauer: Anmarsch auf die Stüdlhütte 2.800 m ca. 2 h, zur Adlersruhe ca. 2,5 h, zum Gipfel 1,5 h. Abstieg ca. 4 h.
Text: Corinna G. und Christian K.
Fotos: selbst fotografiert von den Expeditionsteilnehmer
Tirol Karte
Tirol Karte
©TIRIS

3 Kommentare

  • Kitz-Güx
    Toller Kommentar! Weiter so! Gruß aus Kitz!
  • Christina
    Tolle Leistung, toller Artikel :)
  • Kerstin
    WOW, GRATULATION zur tollen Leistung und zu den wirklich interessanten Berichten. ;-)