Freerider Matthias Haunholder in seinem neuen Film „Far Away“.

Filmtipps für Freerider: „Far Away“ und „DASEIN“

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Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Freerider sind doch harte Jungs und Mädels, nicht? Zwei Filmproduktionen mit Tiroler Beteiligung widerlegen dieses abgedroschene Klischee. Hier eine kleine Filmkritik:

  1. „Far Away“ mit Matthias „Hauni“ Haunholder
    „Er wusste schon immer, was er wollte“, sagt die Stimme von Haunis Mutter in seinem neuen Film „Far Away“. Während sie diese Worte spricht, katapultiert sich ihr Sohn Matthias über schroffe Felsvorsprünge in die Tiefe – und crasht. Und steht wieder auf. Fährt weiter. Das ist das Besondere an diesem Film: Hier kommen erstmals die Angehörigen der Extremsportler zu Wort. Das Publikum muss ob der witzigen Wortmeldungen manchmal lachen, manchmal bangt es aber auch gemeinsam mit Bruder, Schwester, Mutter oder Vater um das Wohlergehen der Protagonisten im Film. Zum Beispiel wenn die lebende Innsbrucker Snowboardlegende Flo Orley in einem fast senkrecht in die Tiefe stürzenden und felsdurchsetzten Hang beinahe die Kontrolle verliert. Das macht Angst. Genau diese Angst und diesen Respekt vor dem Berg macht der Film spürbar.
    Fazit: Ein fast schon dokumentarisch anmutender Freeride-Film. Dennoch bietet er einiges an Action, die zum Gutteil in Tirol abgelichtet wurde. Wir wollen mehr davon sehen! Hier findet ihr die Tourdaten und den  Trailer.
  2. Stefan Häusls neuer Streifen „DASEIN“
    Filmtechnisch ähnliche Wege wie Matthias Haunholder gehen Stefan Häusl und Björn Heregger. Auch diese beiden Herren haben gemeinsam mit Filmemacher Hanno Mackowitz den Kontrast zwischen Alltagsleben und Extremsport herausgearbeitet. Der ausschließlich am Arlberg gedrehte Film zeigt in seinen Superzeitlupenaufnahmen nicht nur, was kameratechnisch und skifahrerisch (un)möglich scheint. Er macht auch spürbar, woher sich die beiden Protagonisten die Kraft für  ihre außergewöhnlichen Abenteuer holen und rückt auch die Menschen ins Bild, die den beiden nahe stehen.
    Fazit: DASEIN besticht durch gestochen scharfe Aufnahmen, die O-Töne der Protagonisten geben dem Film inhaltliche Tiefe. Er verdient meiner Meinung nach das Prädikat „äußerst sehenswert“. Noch ein Argument: Hier gibts den Film in voller Länge (und ganz legal) zum Online-Anschauen.

Stefan und „Hauni“ im Interview
Ich habe mit Stefan Häusl und Matthias „Hauni“ Haunholder über ihre Filmprojekte und übers Freeriden gesprochen – zu sehen in unserem aktuellen Presse-Video:

 

 

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