Wanderausrüstung für Wanderungen in den Alpen

------
Anne

Am liebsten ist Anne Gabl unterwegs: In fernen Ländern, aber auch... Zum Autor

Die Berge rufen! Und wenn so etwas Schönes nach mir verlangt, dann komme ich dem natürlich gerne nach. Doch damit aus einem ‚Ach, die Berge!‘ nicht ein ‚Aua, die Berge!‘ wird, legen wir auf die richtige Wanderausrüstung Wert. Hier meine Tipps:

Für die (bergge-) rechte Wahl sollten Sie schon im Vorfeld wissen wo es ca. hingehen soll. Wollen Sie eine gemütliche Familienwanderung rund um den türkisblauen Hintersteiner See machen oder eine alpinen Variante des Adlerweges erobern?

Wanderschuhe:

Tennisschuhe am Berg? Nein! Mit Berschuhen gehen wir ja meistens auch nicht tanzen © Anne Gabl

Tennisschuhe am Berg? Nein! Mit Bergschuhen gehen wir ja meistens auch nicht tanzen © Anne Gabl

Verlieren Sie nie die Bodenhaftung verlieren! Der richtige Wanderschuh ist Grundvoraussetzung für trittsicheres Wandern. Tennisschuhe am Berg? Wir lieben hier in Tirol zwar Bergabenteuer, aber: NEIN! Mit Bergschuhen gehen wir ja meistens auch nicht tanzen… Und was ist mit Segelschuhen, die ich erst letzte Woche auf einem schwarzen Bergweg an den Füßen einer offensichtlich sehr tatendurstigen Wanderin entdeckt habe? Es gibt zwar Bergseen bei uns, aber auch diese Schuhe gehören nicht auf den Berg sondern lieber an den Namensgeber (Achen-) See… unten im Tal.

Für leichte Wanderungen auf Wanderwegen, für die keine extensive Bergerfahrung nötig ist, reichen leichte, knöchelhohe Outdoorschuhe. Wenn es ins mittelschwere Gelände (rote Bergwege) geht, sind Trekkingschuhe die richtige Wahl. Diese sind immer noch schön leicht, geben aber mehr Stabilität. Für Hochtouren und schwarze Bergwege, die steil und oft ausgesetzt sind, sind halbsteigeisenfeste Bergschuhe notwendig. Damit hat man dank Gummisohlen, die sich weiter nach oben am Schuh ziehen, auch auf Felsen guten Halt.

Allroundmodell für leichte Wanderungen

Allroundmodell für leichte Wanderungen © Anne Gabl

Outdoor Bekleidung

Gleich vorweg: Es geht nicht darum, dass die Wanderschuhe die gleiche Farbe wie die Jacke haben ;-) .

In den letzten Jahren hat sich am Outdoor-Bekleidungsmarkt wirklich viel getan. Gerade bei der ersten Schicht, die direkt am Körper anliegt, geht es wieder hin zu Naturmaterialien wie Wolle. Diese kühlt, wenn sie entsprechend dünn verarbeitet ist, wärmt sogar wenn sie nass ist und nimmt auch nach einer 5-Stundentour den Körpergeruch nicht an. Darüber hinaus gehören eine Softshell-Jacke oder Fleecejacke und eine wasserabweisende (Stichwort Goretex) Outdoorjacke – gerne auch in der Lieblingsfarbe – zu einer Wandertour in den Alpen. Eine schnelltrocknende Wanderhose sollten Sie auch verwenden. Jeans sind keine gute Wahl am Berg. Kurze Wanderhosen gibt’s mittlerweile auch schöne, die gehören aber wirklich auf Wanderwege und nicht ins Hochgebirge (sagt auch Peter Habeler, und dann stimmt das so :-) ).

Auch einpacken in den Rucksack sollten Sie:

Wanderstöcke entlasten die Knie und schaffen  Stabilität © Anne Gabl

Wanderstöcke entlasten die Knie und schaffen Stabilität © Anne Gabl

Wanderstöcke

Wanderstöcke entlasten die Knie und schaffen Stabilität. Der Trend hin zum Wanderstock ist also ein positiver Hype am Berg. Teleskop-Stöcke, bei denen man die Teller auf Schnee umrüsten kann, sind eine gute Investition. Im Winter setzt man diese für Skitouren ein und sie sind auch im Sommer hilfreich, zum Beispiel wenn Schneefeldquerungen bevorstehen.

Rucksack

Wie groß sollte mein Wanderrucksack sein? So groß, damit das was auf den Berg (siehe oben) mitgehört gut Platz hat! Also ein 1,60 großes Mädl braucht weniger Stauraum für das gleiche Equipment als ein 1,90 großer ‚Wanderbär‘. Angenehm sind solche, bei denen die Rückenlänge auf den Rucksackträger werden. Es ist praktisch, wenn die Wasserflasche in einem Seitenfach leicht erreichbar ist und Sie ihre Sonnencreme in einer Deckeltasche verstauen können. Ein Regenschutz für den Rucksack sollte entweder integriert sein oder am einfach gleich dazukaufen. Wenn Sie Wanderstöcke mitnehmen ist auch ein Rucksack empfehlenswert, an dem man diese für flache Wegstücke einfach befestigen kann.

Essen und Trinken

Wasser ist immer noch der beste Durstlöscher. Nehmen Sie immer ein oder zwei Frucht- oder Müsliriegel im Rucksack mit – falls der Insulinspiegel wieder ins Tal rauscht, wenn Sie selber noch nicht am Gipfel stehen. Ob Sie dann eine zünftige Marend im Rucksack mit dabei haben oder doch in einer der vielen Hütten oder Almen auf ein Gröstl und Kaiserschmarren einkehren ist touren- und geschmacksabhängig.

 

Hinweis: Wenn Sie sich nicht sicher sind welche Art von Wanderung Sie sich zutrauen sollten Sie eine geführte Wanderung mitmachen. Diese werden von fast allen regionalen Tourismusverbänden gratis angeboten. Oder Sie gönnen sich einen Bergführer. Denn, schwimmen lernt man ja auch nicht indem man einfach mal ins Wasser hüpft, sondern am sichersten und besten von jemandem dem man vertrauen kann und der sich mit der Materie auskennt.

 

Bergsport, Wandern

2 Kommentare

  • Werner
    Spikes zum Drüberziehen für die Bergschuhe sind eine perfekte Ergänzung für Touren, auf denen mit Altschneefeldern zu rechnen ist siehe zB: http://www.oase-alpin.de/service/expertentipps/expertentipp-snowline-spikes.html
  • bergfee
    Stimmt alles. Mein Extratipp: Ich gehe nie ohne mein Opinel-Taschenmesser auf Wanderschaft. http://www.wohlgeraten.de/opinelmesser-no6-walnuss.html Das ist leicht und nirgendwo schmeckt eine kleine Brotzeit unterwegs so gut wie am Berg!