3 Tages Hüttentour im Karwendel (Adlerweg)

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Holger

Holger Gassler hat zwar Höhenangst, ist aber trotzdem an (fast)... Zum Autor

Nach meiner dreitägigen Hüttentour in den Lechtaler Alpen bin ich wieder auf den Geschmack gekommen. Diesmal erkundete ich mit Bergführern der Alpinschule Innsbruck sowie 15 deutschen Reisebüroexpedienten in drei Tagen das Karwendelgebirge. Ausgangspunkt war Innsbruck, die Hauptstadt der Alpen und die Tour endete in Scharnitz, wo man wieder bequem mit dem Zug in 45 Minuten zurück nach Innsbruck pendeln konnte.

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Highlights:

– Urbanität trifft Natur (Der Kontrast zwischen Stadt und dem Naturschutzgebiet Karwendel)

– Imposante Ausblicke auf Innsbruck

– Beeindruckendes Bergmassiv des Karwendels

– Urige Hütten (Doppelzimmer sowie Lager vorhanden)

– Beobachtung von Steinböcken und Gämsen

– Tour mit Gipfelblick

– ASI Bergführer mit Wissen und Humor

Steinböcke am Stempeljoch

Steinböcke am Stempeljoch

Routenverlauf:

1. Tag: Auffahrt mit der Hungerburgbahn und der Nordkettenbahn vom Stadtzentrum Innsbrucks (574 m) zum Hafelekar (2.269 m), Wanderung von der Bergstation über den Goetheweg zur Pfeishütte (1.922 m):

Der Goetheweg bietet einen atemberaubenden Ausblick auf Innsbruck und die Bergwelt. Der rote jedoch breite Wanderweg entlang der Südseite der Nordkette verläuft flach bevor wir wenige Höhenmeter zur Mandlscharte zurücklegen. Unterhalb der Mandlspitze queren wir ein kleines Seitental und in Serpentinen geht es 300 m hinauf zur Mandlscharte. Von der Mandlscharte wandern wir hinunter zur urigen Pfeishütte. Die Hütte wird von Michl und Vroni liebevoll geführt. Besonders beeindruckend sind die sehr schönen alten getäfelten Stuben sowie die einladende und sonnenüberflutende Terrasse. Die Gehzeit betrug insgesamt 3 Stunden.

2. Tag: Wanderung von der Pfeishütte (1.922 m) zum Stempeljoch (2.215 m), Abstecher auf die Stempeljochspitze (2.543 m), zurück zum Stempeljoch und hinunter  zum Wilde Bande Steig, hinauf auf das Lafatscher Joch (2.085 m) und wieder hinunter zur Halleranger Alm (1.768 m):

Nach einem 40 minütigen Anstieg erreichten wir das Stempeljoch. Dort entschieden wir uns die Rucksäcke zu parken und die Stempeljochspitze samt Gipfelkreuz zu erobern. Ein Rudel Steinböcke und Gämsen begleitete uns fast bis zur Spitze, wo wir ein herrlichen Ausblick auf das Karwendelmassiv hatten. Der Weg führte über einen schmalen Pfad zuerst über Wiesen und dann über Gestein zum Gipfel. Die Gehzeit betrug 1 Stunde für den Aufstieg und 45 Minuten für den Abstieg zum Stempeljoch.

Vom Stempeljoch ging es steil bergab Richtung Halltal. Diese Stelle erfordert Trittsicherheit und entlang des Wilde Bande Steigs hinauf zum Lafatscher Joch (2,5 h Gehzeit). Das unbewohnte Halltal lag uns zu Füssen und der Bettelwurf grüßent von der anderen Seite während es von oben leicht nieselte.  Der Wilde Bande Steig ist ein roter Wanderweg mit kleineren Kletterpassagen.

Andreas von der ASI (im Hintergrund das Stempeljoch)

Andreas von der ASI (im Hintergrund das Stempeljoch)

Vom Lafatscherjoch ging es trocken nur mehr bergab vorbei an schroffen Felsformationen zur Halleranger Alm. Das weite Tal mit seinen saftigen Weiden ist auch als Isarursprung bekannt. Die Halleranger Alm ist ein wahres Juwel und trotzt der Hüttenruhe um 22 Uhr, da die Schlafräume in separaten Hütten untergebracht sind. Mit einer eigens organisierten Musik war die Nacht nur sehr kurz.

Halleranger Alm (Schlafräume)

Halleranger Alm (Schlafräume)

3. Tag: Wanderung von der Halleranger Alm (1.768 m) nach Scharnitz (964 m):

Von nun an ging es nur mehr bergab. Nach einem herzhaften Frühstück wanderten wir einen breiten Wanderweg talauswärts Richtung Kastenalm, die wir nach 1 Stunde erreichten.

Frühstück in der Halleranger Alm

Frühstück in der Halleranger Alm

Aufgrund der Strapazen der letzten Nacht holte uns das Karwendeltaxi von dort ab und brachte uns bis nach Scharnitz. Die ASI Bergführer zeigten uns nochmals wie man professionell einen Hubschrauber einweist.

Die leichte Wanderung mit kaum Höhenunterschied von der Kastenalm nach Scharnitz würde 2 Stunden betragen.

Informationen: Die Hüttentour kann sowohl individuell als auch organisiert gebucht werden. Für individuelle Wanderer empfehle ich die Kompass Karte vom Karwendel Gebirge.  Die Alpinschule Innsbruck bietet eine 7-tägige geführte Wandertour mit Gepäckstransport sowie je 2 Übernachtungen auf der Pfeishütte, Halleranger Alm und dem Solsteinhaus an. Das Detailprogramm sowie Preise und Daten findet ihr hier.

Fazit: Die Tour ist sehr empfehlenswert und speziell durch die Bergführer bekommt man einen besonderen Einblick in das Karwendelgebirge. Herzlichen Dank an die professionelle Organisation und tolle Begleitung durch die Alpinschule Innsbruck sowie nette Bekanntschaften mit den Teilnehmern.

Eine alternative Dreitagestour, von Scharnitz ausgehend nach Stans, findet ihr auf unserer Webseite: Dreitagestour: Karwendel-Durchquerung

3 Kommentare

  • Anna
    Hallo Holger, wir haben die Tour auch gemacht und sind das letzte Stück von der Kastenalm nach Scharnitz gelaufen, wo ihr mit dem Taxi gefahren seid. Es sind ca 4 Std zu Fuß, mit dem Rad nur 2 Std. Grüße, Anna
    • Holger
      Liebe Anna, danke für die Informationen und das anführen. Das ist ein erheblicher Zeitunterschied.
  • Holger
    Liebe Anna, danke für die Informationen und das anführen. Das ist ein erheblicher Zeitunterschied.