Bikeschaukel Tirol: Etappe 4

Aktualisiert am 08.11.2017HolgerHolger

Anfang Juli fuhr ich mit Journalisten aus Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Polen und Russland die 4. Etappe der neuen Bikeschaukel Tirol. Die Alpenüberquerung von West nach Ost mit dem Mountainbike führt über 660 Kilometer durch das Herz der Alpen. Insgesamt können 12.000 der insgesamt 25.000 Höhenmeter durch Bergbahnen mit Biketransport bewältigt werden. Ob breite Fahrwege oder Singletrails, für jeder(mann)frau ist etwas dabei.

 

Etappe 4: Imst – Lermoos

Offizielle Tour-Daten: 43 km, 1.198 Höhenmeter bergauf per Bike plus 500 Höhenmeter mit Bahn

Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig

Link:http://www.tirol.at/a-etappe-4-imst-lermoos

 

Highlights der Strecke:

– Fahrt mit dem Alpine Coaster

– Radeln durch das malerische Gurgltal mit seinen zahlreichen Heustadln

– Ausblick auf die Zugspitze und Wettersteingebirge

– Schwimmen im Weißensee

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Linserhof hoch über Imst mit traumhaften Ausblicken auf den eigenen Badesee und die umliegende Berge der Ötztaler und Lechtaler Gruppe ging es los Richtung Hoch Imst. Das erste Teilstück führte auf der Hahntenjoch Hochalpenstraße bevor es in einen breiten Fahrweg mit sehr leichtem Anstieg mündete. Nach 15 minütiger Fahrt erreichten wir die Talstation der Bergbahn Hoch Imst. Wir konnten uns sehr glücklich schätzen, denn begleitet wurde unsere Tour vom Lokalmatador und erfolgreichen Mountainbike Pro Daniel Federspiel, der bereits den Europameister- sowie Vize-Weltmeister-Titel im Cross Country für sich entschied.

Professionelle Begleitung durch Daniel Federspiel Bild: © Michał Szypliński

Professionelle Begleitung durch Daniel Federspiel Bild: © Michał Szypliński

Die ersten 500 Höhenmeter wurden mittels der Imster Bergbahn überwunden. Zum Aufwärmen ging’s erst mal bergab mit dem Alpine Coaster, der längsten Alpen-Achterbahn. Die Sommerrodelbahn mit einer Länge von ca. 3,5 km ist die perfekte Einstimmung für den ultimativen Kick. Nach einer erneuten Auffahrt mit dem Doppelsessellift und einem kurzen Anstieg hinauf zur Latschenhütte erfolgte die Abfahrt. Es standen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder der kurvige (leichte) Fahrweg mit herrlichen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt oder der steil und mit Schotter gefüllte (schwierig) Opferstocksteig.

 

Sara am Start

Sara am Start

Ich wählte den schwierigen Trail welches mich auch einige Abschürfungen einbrachte. Doch wie heißt es so schön: Ein echter Tiroler kennt keinen Schmerz. Vorbei am Starkenberger See und der Privatbrauerei Starkenberg (Empfehlung hier einen Halt einzulegen. Es ist das einzige Bierschwimmbad Österreichs) ging es nach Tarrenz im Gurgltal. Nach ca. 1 km Asphaltstrecke durch Tarrenz fuhren wir entlang des Radwegs durch das 10 km lange malerische Gurgltal bis nach Nassereith. Diese Strecke war perfekt, um die Aussicht zu genießen und sich vor dem großen Anstieg auf das Marienbergjoch zu entspannen.

Ein echter Tiroler kennt keinen Schmerz

Ein echter Tiroler kennt keinen Schmerz

 

Aufgrund der unterschiedlichen Niveaus der Teilnehmer haben sich unsere Wege in Nassereith getrennt. Die Alternative zur Orginalroute und leichtere Strecke führte entlang der Via Claudia Augusta über den Fernpass mit einer Höhendifferenz von 400 m. Das Hotel Schloss Fernsteinsee bietet sich hervorragend als Rastpunkt an. Vorbei an den zahlreichen smaragdgrünen Seeen (Nassereither See, Fernsteinsee, Samarangersee, Fernsteinsee, Weißensee) führt die alte Römerstraße nach Biberwier, wo wir wieder auf die Bikeschaukel Route trafen.

Dimitri am Weißensee mit der Zugspitze im Hintergrund

Dimitri am Weißensee mit der Zugspitze im Hintergrund

 

Unsere anspruchsvolle Truppe zweigte in Nassereith ab und erreichte nach einer halben Stunde und 200 Höhenmeter Differenz den kleinen Weiler Aschland mit dem gleichnamigen  Gasthof, welcher sich hervorragend als Mittagsstopp eignet. Auf einem breiten Fahrweg ging es anschließend weitere 1.000 Höhenmeter vorbei an der Marienbergalm zum Marienbergjoch auf 1.900 m hinauf, wo man einen wunderbaren Blick auf die Zugspitze erhaschen kann. Als Abfahrts-Alternative  zum breiten Fahrweg nach Biberwier biete sich ebenfalls ein Single Trail an. Nur wer die Kraft noch besitzt, sollte diesen in Anspruch nehmen. Von Biberwier sind es nur noch 10 Minuten bis nach Lermoos.

Mein Tipp: Bevor ihr nach Lermoos fahrt, nützt die Abkühlung in einem der Badeseen (Blindsee – bis zu 21 ° C oder Weißensee – ein wenig kälter)

 

Unterkunft in Imst:Hotel Linserhof*** – traumhafte ruhige Lage oberhalb von Imst mit eigenem Badeteich und Hallenbad; Weitere Unterkünfte in der Region unter www.imst.at

Unterkunft in Lermoos:Sporthotel Loisach – auf Mountainbike spezialisiertes Hotel im Zentrum von Lermoos, sehr empfehlenswert. Weitere Unterkünfte in der Region unter www.zugspitzarena.com

Fazit: Eine tolle aber anstrengende Tour mit vielen Steigungen. Bei den Abfahrten kann man sich für Singletrails oder die leichtere Variante entscheiden. Landschaftlich sehr beeindruckend, da man abseits der allseits bekannten Tourismusdestination fährt.

Weiter geht es zur Etappe 5 & 6

 

Holger

Holger Gassler hat zwar Höhenangst, ist aber trotzdem an (fast) jedem freien Tag in den Bergen anzutreffen. Er ist passionierter Mountainbiker und Wanderer und sobald der Schnee fällt, der erste, der die Pisten stürmt.

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