Von Dirndln, Trachten und Lederhosen

Aktualisiert am 25.04.2018ChristinaChristina

Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich sie demnächst auf ein Trachtenfest begleiten möchte. Was ich dazu anziehe ist klar. Ein Tiroler Gwand muss es sein. Aber welches ist hier passend und wo bekomme ich es?

Mal sehen …

Eine traditionelle Tracht?

Der Vorgänger der Tracht war das Dirndl,  ursprünglich das Arbeitsgewand der „Dirnen“, den jungen Mägden auf Bauernhöfen.

Mit steigendem Standesbewusstsein und Wohlstand entwickelten sich daraus landschaftlich unterschiedliche Trachten. Diese weisen ganz bestimmte Merkmale auf, anhand derer man die Trägerin einer Region und einer sozialen Schicht zuordnen konnte. Das war wichtig, denn die Dialekte pro Tal waren sehr verschieden und daher unverständlich. Sah man aber jemanden mit einer Tracht, wusste man sofort, woher diese Person stammt.
Beispiele für regionale Trachten: oben eine Tracht aus dem Innsbrucker Raum, im unteren Bild die Alpbacher Tracht mit Hut. Trachten werden meist noch von Hand genäht und bei traditionellen (Kirchen-)Festen getragen.

Hmm… soll ich mir so eine Tracht selber nähen? Es gibt eigene Kurse dafür:

Die edlen Stoffe dazu finde ich im Heimatwerk (… hier könnte ich sie mir praktischerweise auch gleich nähen lassen, aber psst!):
www.tiroler.heimatwerk.at

Und Inspirationen für meine ganz persönliche Tracht gäbe es in der großen Sammlung an Tiroler Trachten im Volkskunstmuseum:
www.tiroler-landesmuseen.at

 

Oder ein trendiges Dirndl?

2009_546_medialounge Bieder, altbacken, konservativ – das war einmal. Begehrter denn je unterstreicht das Dirndl die Weiblichkeit wie kaum ein anderes Kleidungstück.

Dabei ist es bequem und „Frau“ muss kein Hungerhaken sein, um gut darin auszusehen. Ganz im Gegenteil! Ein bisschen was „dran“ darf gerne sein. Und falls das nicht der Fall ist, hebt das dazugehörige Mieder auch die kleinste Oberweite nach oben und formt ein anschauliches Dekolleté. Biedere Rauhleder-Pumps muss man auch nicht mehr dazu anziehen. Ich habe schon Dirndlträgerinnen gesehen, die High-Heels dazu getragen haben oder auch Sommerstiefel. Sogar Turnschuhe waren dabei…

In allen möglichen Farb- und Stilkombinationen findet jede Frau ihr persönliches Stück. Das Dirndl sagt zwar nichts über die Regionalität der Trägerin aus, aber sehr wohl etwas über ihren Geschmack.

In der Zillertalertrachtenwelt finde ich ein große Auswahl von flippigen Dirndln in jeder Preisklasse, Shops gibt es in Innsbruck und im Zillertal. Auf der Homepage steht zudem allerlei Wissenswertes über Trachten und Dirndln, wie zum Beispiel, auf welcher Seite die Masche der Schürze getragen wird: www.trachtenwelt.com

Oder doch eine knackige Lederhose?

Lange nur für Herren gab es die Lederhose aus Hirsch-, Reh- oder Ziegenleder.

 

2009_547_medialounge

Nicht nur der perfekter Sitz an den Männerhaxen ist ausschlaggebend. Erst eine gewisse Speckigkeit mit Tragefalten und abgewetzten Stellen macht die Lederhose zur Lederhose im eigentlichen Sinn.

Das geht nicht einfach so, sondern das muss man sich erarbeiten. Durch Tragen, Tragen, Tragen! Wenn die Hosenbeine dann irgendwann auch ohne Männerbeine stehen, hat sich die Krachlederne ihren Namen erarbeitet.

Auch bei Frauen wird die Lederhose als knackige Dirndl-Alternative immer beliebter.
Ob so eine Lederhose zu mir passt? Hm… am besten probieren. Auf jeden Fall aber ohne Gitarre.

Shoppingtipp: www.heuundstroh.com. Allerdings habe ich hier keine Lederhosen für Damen entdeckt. Am besten ich schau mal im Geschäft in der Leopoldstraße in Innsbruck vorbei…

Inzwischen habe ich erfahren, dass das Trachtenfest ein Tiroler Zeltfest ist. Und somit ist die Entscheidung einfach. Es wird ein Dirndl werden. Und ich spare mir das Nähen.
Puh… Bei meiner handwerklichen Fingerfertigkeit würde ich sagen: Glück gehabt :-)

Einen Artikel zum Thema findet ihr auch auf:

www.tirol.at/tiroler-trachten

Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land, Stadt und Leute und bringt die Eigenheiten der Tiroler mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

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