Süße Auswahl: Bienenhonig aus Tirol

Aktualisiert am 11.12.2017RosannaRosanna

Woher hat der Tiroler Honig eigentlich seine Farbe? Wie kommt’s, dass er manchmal cremig ist? Antworten auf klebrigsüße Fragen.

Beim Frühstück muss es bei mir immer mindestens ein zweites, wenn nicht ein drittes Honigbrot sein: Viel zu gut schmeckt der süße, goldgelbe Extragenuss. Wieviel Arbeit dahinter steckt, das wissen Evi und Heidi Nigg genau. Die beiden Imkerinnen aus Grins haben mit ihren 21 Bienenstöcken in diesem Sommer 130 Kilo Honig produziert. Aber wovon hängt es eigentlich ab, welche Sorte Honig im Glas steckt?

im Bienenhaus

Alpenhonig, Waldhonig, Sonnenblumenhonig, hellgelb und cremig oder dunkelgold: Honig gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. „Es kommt darauf an, wo die Bienen ausschwärmen“, erklären mir die beiden Imkerinnen. Oder besser gesagt: Wo sie ausschwärmen dürfen. Hat ein Imker ein großes Lavendelfeld und wandert mit seinen Bienen dorthin, entsteht am Ende – richtig – Lavendelhonig. Bienen sind grundsätzlich nämlich blütentreu: Das heißt, wenn sie sich einmal für eine Blüte entschieden haben und dort begonnen haben zu sammeln, fliegen sie auch am nächsten Tag wieder dorthin.

Honig von Evi und Heidi Nigg

Bei Evi und Heidi Nigg in Grins schwärmen die fleißigen Sammler im Frühjahr im nahgelegenen Wald und auf den Wiesen aus, „übers Tal fliegen sie nicht“, lerne ich. Ist’s im Mai schon warm, dann können die Bienen in dieser Zeit schon viel Nektar sammeln und der Honig wird dunkler, schmeckt „ein wenig rasanter, schärfer“ – ein Waldhonig. Im Sommer werden die Bienen ins nahegelegene Verwalltal gebracht und finden dort unter anderem viele Alpenrosen. Daraus entsteht dann der goldgelbe, fast orange Alpenhonig, der in Tirol oft zu finden ist.

Auch bei Bichler’s Bio Imkerei im Tiroler Unterland, in Rettenschöss, setzt man auf den Wald – und Alpenrosenhonig. Zusätzlich gibt es hier noch den cremigen, hellen Bergblütenhonig: Diese besondere Textur entsteht nicht durch die Blüten, sondern durch die Verarbeitung – der Honig wird gerührt.

Die Bienen produzieren aber nicht nur den süßen Brotaufstrich: Honigwein, Bienenwachs oder Propolis sind begehrte Nebenprodukte aus der Honiggewinnung.

Rosanna

Rosanna Battisti fährt gerne weg und kommt gerne wieder – vor allem im Winter, wenn die Skipisten rufen.

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