Über Park-Shaper und Öko-Raupen – Wie bereiten sich Tirols Skigebiete auf den Winter vor?

Aktualisiert am 08.11.2017MichaelMichael
HOCHZEIGER08©AlbinNiederstrasser

Wann carvt Ihr diesen Winter das erste Mal wieder über die Piste, schwebt im Pulverschnee oder rockt den Snowpark? Daran, dass das alles möglich wird, arbeitet eine Menge Leute mit großem Einsatz von Know-How und Technik. Wir haben interessante und kuriose Fakten zum Winterstart gesammelt.

Wusstet ihr, dass…

…ganz schön viele Gondeln und Sesselbahnen vor dem Saisonstart kontrolliert und geputzt werden müssen?
Die Arlberger Bergahnen betreiben zum Beispiel rund 30 Aufstiegsanlagen, die Wintersportler tagtäglich auf den Berg bringen. Alle Bahnen zusammen haben eine Beförderungskapazität von sagenhaften 50.000 Personen pro Stunde. Das wären so viele, wie in der Stadt Passau nahe der deutsch-österreichischen Grenze.

…die Vorbereitungen für die neue Saison im legendären Vans Penken Park in Mayrhofen schon seit dem Frühling laufen?
Dort steht die Formel 37-38-38 für den Neigungsgrad von drei hintereinander angeordneten Kickern – der international bekannten 3er Pro Line. Die weltbesten Freestyler wie zum Beispiel Jamie Nicholls trainieren hier. Parkdesigner arbeiten mit einem Team der Bergbahnen zusammen. Sie überlegen sich schon im Sommer neue Lines und kaufen neue Obstacles (Hindernisse). Die sind sogar TÜV-geprüft. Ein solches Obstacle wiegt rund 600 Kilo, drei Leute bauen es in rund eineinhalb Stunden auf. 9 Pistengeräte und 11 Schneekanonen garantieren den pünktlichen Saisonbeginn im Vans Penken Park. Hier seht ihr eine Videodoku zur Arbeit der Snowpark-Crew in Mayrhofen:

…im Alpbachtal seit heuer die erste Pistenraupe mit Diesel-Hybridantrieb im Schnee unterwegs ist?
99 Prozent weniger Rußpartikel, 20 Prozent weniger Kohlendioxid und Stickoxid als eine Pirstenraupe mit konventionellem Dieselmotor bläst sie in die Luft. Und sie kostet im Betrieb auch um 20 Prozent weniger als ihre „normalen“ Kolleginnen. Das freut sogar den österreichischen Umweltminister (Bild unten), der sich die Öko-Raupe im vergangenen März angeschaut hat. Beim Bergabfahren gewinnt die Raupe sogar Strom. Der stolze Preis für die Hybrid-Pistenraupe: 310.000 Euro. Ein Pistenbully mit konventionellem Antrieb kostet allerdings auch so viel.Öko-Raupe_Umweltminister Andrä Rupprechter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


…für die Vorbereitung von Skiopenings oder Großveranstaltungen so einiges an Materialien benötigt wird?

Zur Abgrenzung der Abfahrt für das legendäre Hahnenkammrennen in Kitzbühel sind etwa mehr als 10.000 Meter Zuschauerzäune, 2.000 Meter G-Zäune (Gleitzäune in verschiedenen Höhen auf Spezialsicherheitsstangen), 1.300 Meter A-Netz (Hochsicherheitsnetze), 4.000 Meter B-Netz (Auffangzäune auf Spezialsicherheitsstangen), 1.000 Meter Willibags (Polster zur Streckensicherung) und noch einiges mehr notwendig.

…das Ötztaler Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl diesen Winter zum Freiluft-Versuchslabor für eine künstliche Schneewolke wird?
Das Projektteam rund um einen Chemiker der Technischen Uni Wien und einen Unternehmer will in einem Ballon Wasser zerstäuben und auf diese Weise richtige Schneekristalle züchten. Der Schnee soll – ähnlich wie Pulverschnee – eine relativ geringe Dichte (80 bis 220 Kilogramm pro Kubikmeter) haben. Außerdem soll die Anlage viel weniger Wasser als konventionelle Beschneiungsanlagen verbrauchen. Wenn alles klappt, werden aus einem Kubikmeter Wasser bis zu 15 Kubikmeter Pulverschnee. Die Vorbereitungen laufen bereits – am 13. November wird die Idee in Obergurgl erstmals öffentlich präsentiert.

…sich die Après-Ski-Lokale ordentlich für den Winter rüsten müssen?
Bei der Mutter aller Après-Ski-Hütten, dem MooserWirt in St. Anton, treffen sich (Ski-)Tag für (Ski-)Tag etwa 2.000 Gäste von 15.30 bis 20.00 Uhr in und um der Hütte. Damit alle den Skitag genüsslich bei einem Bier ausklingen lassen können, sind beim MooserWirt teils armdicke Getränkeleitungen mit einer Gesamtlänge von 39 Kilometern, 900 Getränkedüsen und ein eigens angestellter „Fasswechsler“ notwendig. Wir sehen uns dort – Prost!

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim Wandern, Mountainbiken, Freeriden und Skitouren gehen entdeckt er die schönsten Plätze.

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