Abfahrer beim Hahnenkammrennen. Foto: Kitzbüheler Skiclub, Jürgen Klecha

Mit 140 Sachen talwärts: 10 Fakten zu den Hahnenkammrennen

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Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Ende Jänner, wenn die Abfahrt auf der Streif und der Slalom am Ganslernhang stattfinden, wird Kitzbühel zum Nabel der alpinen Wintersportwelt. Schon 1894/95 haben dort die ersten urkundlich erwähnten Skirennen stattgefunden. Das offizielle Hahnenkammrennen feiert 2015 seinen 75. Geburtstag. Trotz ihres hohen Alters sind die Hahnenkamm-Rennen heute so populär wie noch nie. Wir haben für euch 10 Fakten gesammelt, mit denen Ihr Freunde und Bekannte beeindrucken könnt, wenn es ums Hahnenkammrennen geht:

1. Die berühmteste Abfahrtsrennstrecke der Welt beginnt auf 1.665 Metern Seehöhe am Hahnenkamm und endet nach 3.312 Metern auf 805 Metern Seehöhe bei der „Rasmusleitn“ in direkter Nähe der Stadt. Am steilsten ist sie am Beginn der so genannten „Mausefalle“ mit 85 Prozent Gefälle. Die Rennfahrer springen in der Mausefalle bis zu 80 Meter weit und erreichen in der Zielkompression Geschwindigkeiten von über 140 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Auf österreichischen Autobahnen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde.

Downhill-Action (c) K.S.C. / Jürgen Klecha

Downhill-Action (c) K.S.C. / Jürgen Klecha

2. An den Renntagen sind mehr als 1.400 Personen rund um den Hahnenkamm direkt und indirekt für die Veranstaltung im Einsatz. Absicherung der Abfahrtsstrecke gibt es mehr als 10.000 Meter Zuschauerzäune, 2.000 Meter „G-Zäune (Gleitzäune in verschiedene Höhen auf Spezialsicherheitsstangen), 1.300 Meter „A-Netz“ (Hochsicherheitsnetze), 4.000 Meter „B-Netz“ (zwei Meter hohe Auffangzäune auf Spezialsicherheitsstangen) und 1.000 Meter Willibags (Polster zur Streckensicherung).

3. 1931 geht das erste Internationale Hahnenkamm-Rennen über die Bühne. Für Platz sechs in der Abfahrt und Platz zwei im Slalom bekommt der Brite „Mouse“ Gordon N. Cleaver 269,29 Punkte. Der Engländer ist somit der erste Hahnenkamm-Sieger (Kombination). In der Abfahrt siegt Ferdinand Friedensbacher, im Slalom mit Hans Mariacher ebenfalls ein Österreicher.

4. Der Kitzbüheler Anderl Molterer gilt mit insgesamt neun Siegen als „Mister Hahnenkamm“, Toni Sailer triumphiert fünfmal am Hahnenkamm. Sailer wird zum „schwarzen Blitz aus Kitz“ und neben seiner Skikarriere auch als Sänger und Filmschauspieler bekannt. Von 1932 bis 1961 werden auch Damenrennen am Hahnenkamm veranstaltet. Die Österreicherin Traudl Hechner gewinnt 1960 das Damenrennen.

"Mister Hahnenkamm" Anderl Molterer, Skifahrerlegende, Sänger und Schauspieler Toni Sailer, Traudl Hecher beim Damenrennen 1960

„Mister Hahnenkamm“ Anderl Molterer, Skifahrerlegende, Sänger und Schauspieler Toni Sailer, Traudl Hecher beim Damenrennen 1960 (c) frischauf bild

5. Unglaubliche 48 Jahre sind vergangen, seit mit Jean Claude Killy (FRA) ein Rennläufer sowohl die Abfahrt auf der Streif als auch den Slalom am Ganslern und somit zudem die Kombination für sich entscheiden konnte. Nach ihm schaffte dieses Triple niemand mehr. Killy hat die Hahnenkamm-Kombination auch in den Jahren 1965 und 1968 gewonnen.

6. Im Jahr 1978 gibt es zwei Sieger: Josef Walcher (AUT) und Sepp Ferstl (GER). Weder davor noch danach sind zwei Abfahrer am obersten Treppchen des Siegerpodests, es ist der bisher einzige Ex-aequo-Sieg in der Hahnenkamm-Abfahrtsgeschichte.

7. Ein Jahr später, 1979 besiegt Christian Neureuther den großen Ingemar Stenmark. Er bereitet dem Warten auf den ersten deutschen Slalomsieg am Ganslernhang seit Ludwig Leitner 1963 ein Ende. Danach heißt es jedoch wiederum warten. Erst 1989 gewinnt mit Armin Bittner wieder ein Deutscher, diesmal vor dem Italiener Alberto Tomba. Die Familie Neureuther verbindet übrigens eine besonders schöne Geschichte mit dem Ganslernhang: 35 Jahre nach seinem Vater Christian krönt sich Felix Neureuther 2014 zum Slalomsieger in Kitzbühel.

(c) Ericht Spieß

Felix Neureuther tritt als Sieger des Kitzbühel-Slaloms 2014 in die Fußstapfen seines Vaters Christian. (c) Erich Spiess

8. Franz Klammer ist der Kitzbühel-Dominator der 1970er Jahre: Die Hahnenkamm-Abfahrten 1975 bis 1977 gehen allesamt an den Österreicher. Nach siebenjähriger Durststrecke feiert Klammer 1984 Sieg Nummer vier auf der Streif – danach treten die Zuschauer vor Begeisterung die Absperrzäune nieder und strömen in den Zielraum. Mit Erwin Resch und Anton Steiner landen zwei weitere Österreicher auf den Plätzen zwei und drei.

Franz Klammer 1984 bei der Fahrt zu seinem vierten Sieg auf der Streif.

Franz Klammer 1984 bei der Fahrt zu seinem vierten Sieg auf der Streif. (c) frischauf bild

9. Die Siegerzeit von 1:51,58 Minuten der Hahnenkamm-Abfahrt 1997 scheint im wahrsten Sinn des Wortes einzementiert. Bis heute konnte niemand den 15 Jahre alten Streckenrekord des Österreichers Fritz Strobl unterbieten.

10. Mit einer Zeit von 1:57,72 Minuten und 0,98 Sekunden Vorsprung auf Bode Miller (USA) gewinnt der Schweizer Didier Cuche im Jahr 2011 zum vierten Mal die Abfahrt (2008, 2010 und Sprintabfahrt 1998) und zum insgesamt fünften Mal (mit Super-G 2010) in Kitzbühel. Cuche ist damit alleiniger Rekordhalter auf der Streif, hinter ihm folgen Karl Schranz und Franz Klammer (je vier Siege).

Didier-Cuche

Der Schweizer Didier Cuche ist mit insgesamt 5 Siegen Rekordhalter auf der Streif. (c) Erich Spiess

Weitere interessante und kuriose Fakten rund um die Hahnenkammrennen in Kitzbühel findet Ihr in der aktuellen Winterausgabe unseres Magazins „Mein Tirol“.

2 Kommentare

  • Schwarz Margritta
    was ist mit dem 27 Januar 1974 als Hansi Hinterseer Sieger des Hahnenkammrennens wurde. (bis heute als letzter gebürtiger Kitzbühler) Ist der Bericht umfassend und korrekt - ich habe meine Zweifel. mfg. Marg. Schwarz
  • Michael
    Michael
    Liebe Margritta, vielen Dank für die Ergänzung, die obenstehenden 10 Fakten spiegeln nur meine persönliche Auswahl wieder. Natürlich gibt es noch viele weitere spannende Fakten rund um das Hahnenkammrennen, die wir in unserem Online-Magazin "Mein Tirol" gesammelt haben. Dort ist als Nr. 57 auch Hansi Hinterseers Sieg am Ganslernhang angeführt, siehe bitte hier: http://mein.tirol.at/winter-2014/hahnenkammrennen/article_1246677.html Beste Grüße, Michael