Osttiroler Staffelbewerb für Extremsportler: Wer wird diesmal Dolomitenmann?

Aktualisiert am 14.11.2017MichaelMichael
(Foto: Philipp Schuster / Red Bull Content Pool)

Treffen sich ein Bergläufer, ein Paragleiter, ein Mountainbiker und ein Kanute in Osttirol. Nein, das ist kein Witz, sondern einer der härtesten Staffelbewerbe dieses Planeten – der Dolomitenmann. Jedes Jahr im September erliegt die 12.000 Einwohner zählende Stadt Lienz dem Dolomitenmann-Fieber. Schuld an diesen jährlichen Fieberschüben ist der Ex-Skirennläufer Werner Grissmann. Er hatte 1988 die Idee für das erste „Extrem-Teammatch“ in der Bergwelt rund um seine Heimatstadt. Seitdem rittern jedes Jahr Viererteams um den Sieg – mit jeweils einem Bergläufer, einem Paragleiter, einem Kanuten und einem Mountainbiker. Die Mitglieder des Teams, welches die vorgegebene Strecke am schnellsten zu Fuß, mit dem Gleitschirm, im Kajak und am Mountainbike zurücklegt, dürfen sich fortan „Dolomitenmänner“ nennen. Am 12. September 2015 matchen sich 103 Teams aus 18 Nationen um diesen Titel.

Welche Disziplin würde euch liegen? Berglauf, Paragleiten, Mountainbiken oder Wildwasser-Kajak?

1. Berglauf

(Foto: Philip Platzer / Red Bull Content Pool)

Ex-Skispringer und mehrfacher Dolomitenmann-Teilnehmer Andreas Goldberger quält sich bergauf. (Foto: Philip Platzer / Red Bull Content Pool)

  • Körper: 2.000 Höhenmeter steil bergauf, teilweise unter Einsatz der Hände. Und das Ganze in eineinhalb bis zweieinhalb Stunden, je nach Kondition. Im normalen Wandertempo würde man dafür wohl doppelt so lang brauchen.
  • Geist: Die Strecke ist zwar eigens mit gelben Fähnchen im Wald, rot-weiß-roten Bändern und Dolomitenmann-Wegweisern markiert, aber in der Hitze des Gefechts kann man schon mal falsch abbiegen. Daher lautet die Devise: Konzentriert bleiben.
  • Spaß: Gering, trotz der schönen Aussicht beim Zieleinlauf am Kuhbodentörl in 2.241 Metern Seehöhe. Ex-Skispringer und Dolomitenmann-Teilnehmer Andreas Goldberger: „Das Schlimmste sind eigentlich die fünf Minuten vor dem Start und die ersten fünf Minuten im Ziel. Dazwischen versuchst du einfach nur das Hirn auszuschalten.“

Berglaufstrecke beim Dolomitenmann: Lienz, Hauptplatz – Amlach – Goggsteig – Klammbrückl – Einstieg Hallebachtal – Kühbodentörl

2. Paragleiten

Paul Guschlbauer mit seinem Gleitschirm im Schlepptau. (Foto: Martin Lugger / Red Bull Content Pool)

Paul Guschlbauer mit seinem Gleitschirm im Schlepptau. (Foto: Martin Lugger / Red Bull Content Pool)

  • Körper: Genügend Kraft für einen 500 Meter langen Bergauf-Sprint inklusive Schirm, denn nach einer ersten Zwischenlandung müssen die Paragleiter-Piloten den Schirm nochmal rund 100 Höhenmeter nach oben tragen und zu einem zweiten Flug abheben.
  • Geist: Keine Angst vor der Höhe und vor hoher Geschwindigkeit. Der Start am Kuhbodentörl liegt mitten im hochalpinen Gelände, die Piloten müssen so schnell wie möglich runter ins Tal fliegen.
  • Spaß: Naja. Für die schöne Aussicht auf die Lienzer Dolomiten bleibt wenig Zeit. „Die große Herausforderung ist es, trotz der körperlichen Anstrengung noch konzentriert und sensibel genug zu bleiben, um sicher durch die Dolomiten zu fliegen“, sagt der zweifache Paragleit-Dolomitenmann Paul Guschlbauer.

Paragleit-Route beim Dolomitenmann: Start: Kuhbodentörl – Zwischenlandung: Taxer Moos (‚Moosalm’) – Ziel: Dolomitenstadion

3. Mountainbiken

(Foto: Martin Lugger / Red Bull Content Pool)

Alban Lakata, einer der vier Dolomitenmänner 2014. (Foto: Martin Lugger / Red Bull Content Pool)

  • Körper: Genug Kondition für 1.600 Höhenmeter bergauf (im Renntempo), genügend Kraft für Tragepassagen und Abfahrt.
  • Geist: Vor allem bei der Abfahrt müssen sich die Mountainbiker voll konzentrieren, um nicht zu stürzen.
  • Spaß: Bei der Abfahrt wohl größer als beim Bergaufradeln. Snowboardprofi und Dolomitenmann-Teilnehmer Benjamin Karl sagt über die Strecke: „Es geht gleich mal mit einer Flussdurchfahrt los. Danach müssen an die 1.600 Höhenmeter bezwungen werden, da ist Schmalz in den Beinen gefragt. Bei der technisch anspruchsvollen Abfahrt kommt es dann auf die Kraft in den Händen an, um den Lenker unter Kontrolle zu behalten. Endlich in Leisach ist es geschafft und wir dürfen durchatmen.“

Mountainbikestrecke beim Dolomitenmann: Lienz, Dolomitenstadion – Ortsgebiet Richtung Damenstart – Moosalm – Hochsteinhütte – Hochsteinkreuz – Gamperhütte – Hochsteinhütte –Leisach (Sportplatz)

4. Wildwasserkajak

Harald Hudetz (Foto: Mirja Geh / Red Bull Content Pool)

Harald Hudetz in seinem liebsten Element.  (Foto: Mirja Geh / Red Bull Content Pool)

  • Körper: Auf jeden Fall braucht’s Kraft in den Ärmeln. Und natürlich die entsprechende Paddel-Technik.
  • Geist: Schwindelfreiheit, denn gleich am Start müssen die Kajakfahrer mitsamt ihrem Boot rund sieben Meter im freien Fall von einer Brücke hinabstechen.
  • Spaß: Wer Wildwasser mag, wird den Dolomitenmann lieben – oder auch nicht. Der mehrfache Dolomitenmann Harald Hudetz sagte 2014 über die neue Strecke: „Bisher war die Strecke schon enorm schwierig, mit Schwimmpassagen, dem Startsprung, Aufwärtspassagen und Slalom. Aber heuer kommt noch extra was dazu. Eine weitere Tragepassage beim Isel-Katarakt, danach einen Kilometer stromaufwärts bis Mitte Lienz und als Draufgabe mit Boot und Paddel bis ins Ziel sprinten. Aber mit uns Paddlern kann man’s ja machen.“

Wildwasserroute beim Dolomitenmann: Sportplatz Leisach – Ziel: Lienz, Hauptplatz. Sprint und Flußdurchquerung zu den Booten, Klippenstart aus 7 Metern Höhe, 5 Kilometer Wildwasserregatta mit Slalom flussaufwärts. Im Ziel, nach fast 35 Minuten Kampf gegen die Strömung von Drau und Isel, sind die Athleten am Ende ihrer Kräfte.

Na, welcher Typ seid ihr?

Weitere Infos:redbulldolomitenmann.com

(Titelbild:Philipp Schuster / Red Bull Content Pool)

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim Wandern, Mountainbiken, Freeriden und Skitouren gehen entdeckt er die schönsten Plätze.

Zum Autor »

Keine Kommentare

nach oben
nach unten