Fein sein, beieinander bleiben: Tiroler Gemeinschaften im Porträt

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Die einen spielen seit 50 Jahren am selben Stammtisch Karten oder verschmelzen ihre Stimmen bei Volkslied und Pop. Die anderen pflegen ein jahrhundertealtes Fasnachtsbrauchtum oder beschließen die Politik ihrer kleinen Gemeinde, wenn’s sein muss, am Tischtennistisch. Gemeinsinn lebt in Tirol. In vielfältiger Form. Und seit langer Zeit.

Irene Heisz

Die Journalistin, Autorin und Moderatorin Irene Heisz schreibt am... Zum Autor

Der Mensch lebt von seiner Arbeit und in seiner Familie – und sehr häufig auch irgendwo dazwischen, in einer Gemeinschaft von Freunden und Gleichgesinnten. Es gehört zu unseren Grundbedürfnissen als soziale Wesen, uns mit anderen zusammenzutun, unsere Interessen zu teilen und unsere Kräfte zu bündeln. Und nicht zuletzt auch Erlebnisse, die uns auf die eine oder andere Art emotional berühren, gemeinsam zu tragen, Momente des Glücks zu multiplizieren und Schweres leichter zu machen.

Gemeinschaft hat viele Gesichter, Gemeinschaften bergen viele Geschichten. Das alte Tiroler Volkslied „Fein sein, beinander bleibn“ beschwört, was das Internet-Zeitalter „community“ nennt und die Sozial- und Politikwissenschaft als „Zivilgesellschaft“ bezeichnen. Damit sind verschiedenste, zum Teil in der Tiroler Gesellschaft seit Jahrhunderten tief verankerte Möglichkeiten beschrieben, in Gemeinschaft zu leben. Und nicht immer, aber sehr oft ist über den engeren Zweck, es miteinander fein zu haben, hinaus das wesentliche Anliegen verbunden, etwas Positives zur größeren Gemeinschaft im Dorf, in der Stadt, im Land beizutragen.

Das gilt für die Watter-Runde, die seit 50 Jahren jeden Samstag um punkt 20 Uhr zum Kartenspielen in dasselbe Gasthaus kommt, genauso wie für die Freiwillige Feuerwehr einer 260-Seelen-Gemeinde in Osttirol, den Gemeinderat von Österreichs kleinster Gemeinde, einen Frauenchor aus dem Zillertal oder ein Vater-Sohn-Paar, das bei der Imster Fasnacht jahrhundertealtes Brauchtum pflegt. Alle diese Tiroler Gemeinschaften stelle ich in den kommenden Wochen in der Reihe „Fein sein, beieinander bleiben“ vor.

Porträt 1: Frauenchor „Los a Moll“ aus Uderns im Zillertal
Porträt 2: Watter-Runde aus Oetz
Porträt 3: Roller-Scheller-Paar bei der Imster Fasnacht
Porträt 4: Gemeinderat Gramais
Porträt 5: Freiwillige Feuerwehr Untertilliach

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