Entschleunigung im Ötztal

02.02.2016GastautorGastautor

Slow Food, Slow Travel, Clean Eating, Detox: Entschleunigung hat heutzutage viele Namen. Im Tiroler Ötztal kann man diesen neumodischen Fachbegriffen nichts abgewinnen. Dort lebte man das bewusste Leben nämlich lange bevor es zum Trend wurde. In diesem Gastbeitrag erzählt Marina Rehfeld von gschichten.com mehr darüber.

Sagen wir es, wie es ist: Wer heutzutage etwas auf sich hält, schaut auf seinen Körper. Und damit ist nicht unbedingt gemeint, dass man sich drei Mal in der Woche ins Fitnesscenter schleppt. Vielmehr geht es um die Einstellung zu sich selbst und um die Einstellung zum Leben – erstere sollte bewusst, letztere sollte langsam sein.

Entschleunigung ist das Zauberwort. Den Wind aus den Segeln nehmen, die Hektik hinter sich lassen, bewusst leben. Man kommt quasi gar nicht darum herum. Minimalismus, Slow Food (langsames Essen), Slow Travel (langsames Reisen), Clean Eating (sauberes Essen) und Detox (Entgiftung) – die Liste der Begriffe, die momentan durch soziale Medien schwirren, ist schier unendlich lang. Zugegeben: Es klingt schon ziemlich verlockend, Teil der Slow-Food-Bewegung zu sein oder beim “Detoxen” mitzumachen. Was gut klingt, ist im Endeffekt aber nur eine Marketing-Spielerei, die dem Individuum das Wohlfühl-Wollen und die dafür benötigten Produkte suggeriert. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.

Ötztaler Alpen

Man muss das Rad nicht neu erfinden

Im Ötztal in den Tiroler Alpen hat man für solche Modebegriffe jedenfalls nur ein müdes Lächeln übrig. Nicht etwa, weil man dort nichts mit dem bewussten Leben anzufangen wüsste. Im Gegenteil! Man braucht eben nur keine neumodischen Namen für etwas, das schon seit vielen Jahrzehnten gelebt und weitergegeben wird. Man muss das Rad ja nicht gleich neu erfinden, wenn Altbewährtes so gut funktioniert.

Das Synonym für “Entschleunigung” heißt im Ötztal schlicht “Wohlfühlen”. Den eigenen Körper spüren, sich aufs Wesentliche konzentrieren, entspannen und neue Energie tanken – das hat hier Tradition und schon immer besser funktioniert als anderswo. Schließlich ist diesbezüglich kaum ein anderes Tal so vielseitig.

Fakt ist nunmal, dass nicht jeder das Gleiche unter dem Begriff “Wohlfühlen” versteht. Während die einen am liebsten im Sommer auf entspannten Wanderungen (bei erträglichen Temperaturen) den Alltag hinter sich lassen, kommen andere im Winter auf tief verschneiten Berghängen und in eindrucksvollen Wellnessoasen besser zu neuen Kräften. Im Ötztal “entschleunigt” es sich jedenfalls das ganze Jahr über prächtig. Alle, die zum Wohlfühlen eine Portion “Beschleunigung” – also Action – brauchen, kommen übrigens in der berühmten Area 47 auf ihre Kosten.

Gaislachalm, Sölden

Qualität hat einen Namen

Übrigens: Je weiter man ins Innere des Tales vordringt, desto höher wird die Entspannungs- und Wohlfühl-Qualität. Das dürfte wohl an der steigenden Entfernung zur Hektik des Alltags liegen. Entfernung bedeutet zwar zum gewissen Grad auch Abgeschiedenheit. Im Ötztal geht das aber keineswegs zulasten von Infrastruktur und Modernität.

Das beste Beispiel dafür ist das Hotel Hochfirst in Obergurgl. Hier wird Wohlfühlen auf höchstem Niveau (Fünf Sterne!) schon seit über 80 Jahren groß geschrieben. “Der Gast steht immer an erster Stelle”, betonte Hausherr Karl Fender unlängst in einem Interview. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, hier zu nächtigen, der wird dem zustimmen.

Eine Kulisse zum Verlieben

Der grandiose Ausblick auf die umliegenden Dreitausender und die Traumlage direkt an der Piste tragen natürlich ihren Teil zum Wohlfühlerlebnis bei. Aber in erster Linie sind es die Gastgeberfamilie Fender und das Hochfirst-Team, die stets dafür Sorge tragen, dass die Qualität und das Niveau erhalten bleiben. Regelmäßig wird in modernste Ausstattung investiert. Ein 1500 Quadratmeter großer Spa-Bereich (mit beheiztem Outdoor-Pool) und Gourmetküche auf internationalem Niveau tragen sicherlich zur Aufwertung der gesamten Region bei.

Der gute Ruf des Hochfirst hat sich sogar in der Welt der Prominenten herumgesprochen. Stars wie die Fußball-Legenden Hansi Müller und Felix Magath, Sport-Stars wie Damon Hill, Niko Hülkenberg, Aksel Svindal, Martin Schmitt, Mikaela Shiffrin, RTL-Chefredakteur Peter Klöppel und Take-That-Sänger Donald Howard schwören auf das entlegene Erholungsparadies im Ötztal. Auch Udo Jürgens war zu Lebzeiten gern gesehener Gast.

(c) Hotel Hochfirst

(c) Hotel Hochfirst

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Aber zurück zum Eigentlichen. Wer sich, seinem Körper und seiner Seele etwas Gutes tun will, muss sich nicht krampfhaft auf die Suche nach modischen Trends machen. Fakt ist: Slow Food, Slow Travel, Clean Eating, Detox und Co. sind per se nicht schlecht. Aber eben auch nicht mehr als eine plumpe Erfindung von Marketingleuten, die uns Bedürfnisse vorgaukeln, die wir gar nicht haben.

Das muss man sich nicht antun. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Anstatt selbsternannten Trendsettern und Entschleunigungs-Gurus nachzuplappern, könnte man auf das vertrauen, was schon seit Jahrzehnten funktioniert. Nur, weil es statt “Entschleunigung” den simplen Begriff “Wohlfühlen” trägt, ist es mindestens genauso gut. Wie sagt noch gleich ein bekanntes Sprichwort: “Schuster, bleib bei deinen Leisten.”

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