MTB Region im Trailcheck: Lermoos in der Tiroler Zugspitz Arena

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Der Grubigstein ist bisher vor allem Tourenbikern durch seine tollen Umrundungen  ein Begriff. Doch in den letzten Jahren hat er  sich auch in der  Freeride-Szene zu einem kleinen, aber feinen Geheimtipp entwickelt. Jetzt gibt es Trailnachwuchs und wir sind gespannt hingefahren, um uns ein Bild davon zu machen.

Patrick

In den Bergen und der Natur fühlt er sich zu jeder Jahreszeit wohl... Zum Autor

Die Anfahrt

Weil Lermoos direkt an der Fernpassstrecke liegt, sollte man seinen Besuch dort mit dem Urlauber-Reiseverkehr abstimmen. Bei freier Strecke hat man natürlich eine super Verkehrsanbindung von Nord wie Süd und die gute Beschilderung hat uns schnell zum großen Parkplatz geführt.

Eines der Highlights für Trailbiker in der Zugspitz Arena ist wohl der spektakuläre Ausblick über den Blindsee.

Trails

Bikes zusammen geschraubt, Ticket geholt, und los geht’s. Die bestehende Freeride –Strecke  „Forest One“ alias „ Forest Thunder“, die bei der Mittelstation beginnt, hat Höhenmeterzuwachs bekommen durch die neue Strecke  „Forest Two“ alias „Forest Aisle“-Strecke, die schon bei der Grubigalm startet. Leider war zu unserem Testzeitpunkt diese neue Strecke noch nicht ganz gefestigt aufgrund des Regens im Juni. Die netten Mitarbeiter der Bergbahnen erlaubten uns, das letzte Stück vom neuen Trail vorab zu besichtigen, dieser scheint wohl eher als Flowtrail angelegt zu sein.

Forest Thunder Trail: Gustostückerl für Downhillfreunde

Zum Befahren der „Forest Thunder“-Strecke werden, auch seitens der Bergbahnen der Tiroler Zugspitz Arena, Freeride-Mountainbikes empfohlen. Diese Empfehlung kommt nicht von ungefähr, denn der großteils naturbelassene Trail ist mit Sicherheit nichts für Anfänger. Wurzelteppiche, soweit das Auge reicht, dann wieder mal ein kurzer „Rock-Garden“. Wer mal prüfen will, ob seine Dämpfer feinfühlig eingestellt sind, ist hier genau richtig. Ein absolutes Gustostückerl für Fans des rauen Downhills, denen die Nordkette in Innsbruck vielleicht noch ein bisschen zu schwer ist. Warum? Vor allem, weil es hier  deutlich weniger steil bergab geht als beim Benchmark der Landeshauptstadt.

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Der Name „Forest Thunder“ kommt nicht von ungefähr.

Die Strecke ist gut einsehbar und ungewollte Überraschungen bleiben eher aus. Nur bei den zwei gebauten Drops sollte man sich die Landung vorher anschauen, da diese je nach Line-Choice direkt in ein nicht so bremsfreundliches, ausgewaschenes Wurzelbett führt und der Wallride gleich dahinter dann doch sehr frontal daher kommt. Bei Regen wird die Strecke natürlich nochmal interessanter. Die „Forest One“ Strecke ist in drei Schwierigkeitsabschnitte  (schwarz, rot, blau) eingeteilt, wobei der blaue Abschnitt schon eher massentauglicher ist.
Als Abschluss, direkt bei der Talstation, ist noch ein sehr fotogener Drop gebaut, der das Selbstbewusstsein noch einmal pusht für die nächste Abfahrt.

MTB Forest Thunder II_Zugspitzarena_Foto_Jens_Staudt_Tirol-3526

Blindseetrail: für Wasserratten
Als tolle Variante für Trailtage mit anschließender Wellness bietet sich der „Blindseetrail“ an, der im unteren Teil direkt am See vorbei führt. Optional kann man die Tour auch noch mit der Marienbergbahn verlängern. Interessant für Mehrtages-Touren mit Bergbahnunterstützung: Der Blindseetrail ist auch Teil der Bikeschaukel Tirol – Etappe Nr 5. (Singletrail-Variante) von Lermoos nach Seefeld.

Fazit zu den Trails:
Die Zugspitzarena bietet viele Möglichkeiten zum Biken. Wer Trailspaß mit Genusstouren und traumhaften Badeseen kombinieren will, ist hier genau richtig aufgehoben.

Preis

Die Preisgestaltung am Grubigstein ist fair. Ein Tagesticket um 25 Euro oder 4 Stunden um 18,80 Euro bzw. 2 Stunden um 12,80 Euro (Stand: Sommer 2017). Hier findet jeder das passende Ticket auch wenn es nur für einen Kurzbesuch ist. Nicht nur die „Forest One&Two“ kann man von hier erreichen, sondern auch die Blindsee-Variante.

Mit der Grubigsteinbahn kommen Bikes und Rider bergwärts.

Die Bike-Waschstation eignet sich auch für eine Erfrischung zwischendurch.

Ausreichend verpflegt wird man zu branchenüblichen Preisen zum Beispiel auf der Grubigalm. Will man in der Region eine größere Runde starten mit mehreren Bahnen sollte man sich vorher informieren, welche Bahn zu welchem Liftbetreiber gehört. So braucht man zum Beispiel am Grubigstein ein anderes Ticket als am Marienberg.

Unterkunft & Service

Die Region hat sich eindeutig auf den Bike-Tourismus eingestellt. Es gibt mehrere ausgewiesene Bike-Hotels die zum Beispiel eine Kleinwerkstatt haben oder einen Radlkeller zum sicheren Lagern der Spielgeräte. Bei den Sportgeschäften der Region gibt es Hardtails, Fullys und natürlich auch die entsprechende Sicherheitsausrüstung.

MTB_Zugspitzarena_Radabstellplatz mit Bergblick_Foto_Jens_Staudt_Tirol-9788
Besonders hervorheben sollte man noch die große Anzahl an Tourenmöglichkeiten in Kombination mit den Liften. So transportieren alle der angeführten Sommerbahnen in der Tiroler Zugspitz Arena Bikes mit einem gültigen Ticket ohne Aufpreis:

Kartenmaterial ist in den örtlichen Tourismusbüros erhältlich, und zusätzlich zu all dem gibt es auch noch das „Z-Ticket“ mit diversen Bergfahrten und vielen Zusatzangeboten. Dieses ist käuflich zu erwerben oder in Partner-Hotels gratis bei Übernachtungen dabei. Vor allem für Tourenbiker ist dies wohl sehr interessant. Weitere Mountainbiketouren in der Tiroler Zugspitz Arena findet ihr im Online-Tourenportal der Region.

Events

Die Bike-Camps vom SAAC werden auch in der Tiroler Zugspitz Arena angeboten. Ein super Angebot, auch für Trail-Einsteiger. Und auch die Teilnehmerinnen vom MountainBIKE Women’s Camp kommen mit vielen Test- und Tourenmöglichkeiten sicher nicht zu kurz. Insgesamt aber noch ausbaufähig.

Neben dem ortsüblichen Brauchtum…

…gibt’s mittlerweile auch Fahrtechnik-Camps für Mountainbiker. Fotos: Tiroler Zugspitz Arena, Jens Staudt

Fazit:

Vor allem der schwarze Teil des „Forest Thunder“ wird es Freunden ruppiger Trails antun. Novizen hingegen werden hier sicher viel lernen, dazu ist jedoch etwas Geduld und gut gewartetes Material von Vorteil. Von oben bis unten durchgängig abwechslungsreich ist diese Strecke und „Freeride“ trifft hier die Beschreibung ganz gut. Auch die Kombination von beiden wird es wohl in sich haben, denn wenn man hier aus einem angelegten Flowtrail auf einen anspruchsvollen Wurzeltrail trifft, ist volle Konzentration gefragt.

Testbedingungen:
Wetter: leichter Nieselregen
Bike: Canyon Strive/ Cube Hanzz

Bike-Empfehlung: für schnellere Fahrten auf jeden Fall einen stabilen Freerider. Mit einem guten Allmountain-Fully ab etwa 130mm Federweg hat man bei angepasstem Tempo aber auch schon seinen Spaß.

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