Wild auf Wasser: Tipps eines Kajakveterans

Aktualisiert am 08.11.2017MichaelMichael

Reißende Bäche, Stromschnellen und Felsen, die aus dem Wasser ragen: Was für Normalverbraucher wenig anziehend klingt, fasziniert Wildwassersportler umso mehr. Veteranen wie Paul „Ted“ Fieldhouse geben Einsteigern ihre Begeisterung für das nasse Element weiter und zeigen selbst erfahrenen Paddlern neue Tricks.

„For one part – it’s the challenge“, beschreibt Paul „Ted“ Fieldhouse die Anziehungskraft, die das Kajakfahren auf ihn ausübt. „Die Herausforderung, sich auf dem Wasser, das um einen herum fließt und wirbelt und Wellen wirft, einen Weg zu erobern.“ Das kann der gebürtige Engländer – er ist seit Pfadfindertagen Kajaksportler – nicht oft genug erleben: „Es ist einfach ein tolles Gefühl da draußen auf dem Fluss: der Kontakt mit der Natur, die Dynamik, das Adrenalin. Die frische Luft, die Tropfen auf der Haut, die vorbeiziehende Landschaft, die Kameradschaft und der Spaß mit dem Mitpaddlern – it’s an awesome experience“.

 Wildwassersportler Paul "Ted" Fieldhouse in seinem liebsten Element. (Foto: Adidas / Manuel Arnu)


Wildwassersportler Paul „Ted“ Fieldhouse in seinem liebsten Element. (Foto: Adidas / Manuel Arnu)

In ganz Tirol fließen unzählige kleine Bäche Richtung Tal, die zu rasch fließenden Achen werden und sich in Gebirgsflüssen wie Drau, Lech oder Inn vereinen. „Das Tolle am Tiroler Wasser- und Achenreichtum“, schwärmt Paul Fieldhouse, „ist, dass jede Vorliebe ihren besonderen Platz findet. Wer es gern actionreich hat, kann auf den Wellen der Ötztaler Ache – Europas schwerstes Revier – oder des Pitzbachs, wie wir Insider die Pitze nennen, tanzen.“ Wer lieber einen gemütlichen Ausflug mit Freunden vorzieht, hat zum Beispiel den Inn, die Isel in Osttirol und die leichteren Abschnitte der Brandenberger oder Kössener Ache zur Auswahl. Weil sich der Wasserstand zwischen Frühling und Spätherbst ändert, bieten sogar die gleichen Strecken unterschiedliche Herausforderungen – je nachdem, wann man sie besucht.

Teamwork am Fluss

Das Wildwasser erobern kann man auch als Gruppe. Beim Rafting sitzen alle mit Schwimmweste, Helm und Neoprenanzug in einem Boot, um gemeinsam die Wellen zu meistern. Hier ist Kooperation gefragt. „Draußen auf der Ache oder dem Fluss, da braucht es funktionierendes Teamwork. Das herzustellen, war manchmal ganz schön schwierig“, erinnert sich Ted Fieldhouse. Als staatlich geprüfter Raftführer hat er über 18 Jahre lang Gäste aufs Wasser begleitet. „Doch ohne diese Zusammenarbeit ist die Fahrt fast unmöglich und vor allem kein Spaß.“ Deshalb haben er und die anderen Tiroler Wildwasser-Guides natürlich ihre Tricks, wie sie aus Familien, Freunden oder Arbeitskollegen eine Einheit machen. Den Passagieren entsprechend wählen die Wildwasser-Guides den passenden Flussabschnitt aus. Mit Kindern sind sie auf anderen Wassern unterwegs als mit erfahrenen Outdoor-Urlaubern. Vom Ziller über die Imster Schlucht bis zur Sanna sind auch beim Rafting viele Strecken möglich.

Raften auf Tiroler Ache in der Entlochklamm bei Klobenstein/Kössen.

Raften auf Tiroler Ache in der Entlochklamm bei Klobenstein/Kössen.

Schluchten und Gumpen entdecken

Ebenfalls im Wasser unterwegs sind die Teilnehmer einer Canyoning-Tour. Hier geht es – mit Helm, Seil und Neoprenanzug – gemeinsam mit speziell ausgebildeten Guides einen Bach entlang durch urtümliche Schlucht-Landschaften. Je nach Können klettern Canyoning-Freunde über moosbewachsene Steine und springen in Gumpen (Wasserbecken). Mancherorts führt der Weg sogar parallel zu einem Wasserfall die Felswand entlang.

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Wellenritt mit Kajak und Surfboard

Neben dem Zillertal, der Brandenberger und Kössener Ache oder Osttirol ist vor allem das Gebiet zwischen Silz, Landeck und Ötztal europaweit bekannt für Rafting, Kajak und Canyoning. Staatlich geprüfte Guides betreuen Anfänger auf ihrem Weg in die Welt der wilden Wasser und helfen Profis bei ihrer Suche nach einem guten Wellenritt. Bereits ein Klassiker ist die „Adidas Sickline“ – die jährliche Kajak-Weltmeisterschaft Anfang Oktober – im Ötztal. Paul Fieldhouse hat vor einigen Jahren das Raftingboot im Schuppen verstaut und widmet sich nun mit seinem Paddle ’n’ Surf Shop-Stützpunkt „white descents“ in Silz ganz den Bedürfnissen der Kajakfahrer. Er verleiht das Equipment, bietet Shuttleservice bei den Ein- und Ausstiegsstellen und hilft mit seinem Insiderwissen bei der richtigen Streckenwahl.

Und selbst River-Surfer werden in Tirol mittlerweile fündig: Am Inn bei Silz surfen sie die eine der größten Flusswellen in Österreich. Infos zum aktuellen Wasserstand und ob sie aktuell surfbar ist, gibts beim Team der Area 47.

 

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim Wandern, Mountainbiken, Freeriden und Skitouren gehen entdeckt er die schönsten Plätze.

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1 Kommentar

Viktoria Maisner

Hallo zusammen,
herzlichen Dank für diesen spannenden und hilfreichen Beitrag. Ich möchte meiner besten Freundin zur Weihnachten einen Gutschein für <a href='https://sportundnatur.at/w/rafting-in-koessen/' rel="nofollow"> Rafting</a> schenken, da wir im nächsten Jahr gemeinsam nach Bayern fahren. Ich bin mir sicher, wir werden ein super Team sein. Ich freue mich schon riesig auf den Urlaub mit ihr.

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