Ort: St.Johann i.T.

Magische Rauhnächte – vom Räuchern und anderen Ritualen

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In den Nächten vom 24. Dezember bis zum 5. Jänner ist möglicherweise Unmögliches möglich. Voraussetzung ist die Ausführung von Ritualen und der Glaube daran.

Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land,... Zum Autor

Das Räuchern

Seit Jahrhunderten in Tirol praktiziert, war einst der Grund für das Räuchern der Aberglaube der Menschen. Das Tor zur „Anderswelt“ soll zur Zeit der Rauhnächte besonders weit offen sein und somit durchlässig für allerlei finstere Mächte. Also versuchte man alles, um dem Unglück keinen Einzug zu gewähren. Man vermied ganz normale Dinge, wie zum Beispiel das Wäschewaschen, weil man Angst hatte, dass sich in den aufgehängten Laken böse Seelen verheddern könnten. Es war durchaus üblich, vor die Stadltür zu urinieren, um böse Geister zu vertreiben. Oder es wurde in dieser Zeit nur mit Blut geschrieben. Über den Ställen hingen Büsche vom „Beifuss“, einem einheimischen Kraut, welchem allgemein eine schützende Wirkung vor Unheil nachgesagt wurde. Und natürlich wurde geräuchert, in allen Räumen, Ställen, teilweise auch draußen bis zu den Grundstücksgrenzen. Noch vor hundert Jahren war das üblich und ganz normal.

Räuchern in der heutigen Zeit

Gudrun Kofler aus Silz, Schamanin, Energetikerin und Expertin in der Kräuterheilkunde  findet es schade, dass heutzutage nur mehr wenig geräuchert wird. Und wenn, dann oft nur mehr mit dem zu intensiv riechenden Weihrauch aus dem Orient. „Dabei gibt es bei uns so viele einheimische Kräuter, die sich hervorragend zur Reinigung und zum Schutz eignen,“ meint Gudrun. „Die Reinigung ist wichtig, denn schlechte Energien (zum Beispiel nach einem Streit) bleiben oft an Ort und Stelle hängen. Instinktiv kennt das jeder, es gibt Räume oder Orte, wo man sich einfach unwohl fühlt, aber nicht genau weiß, warum. Dagegen kann man etwas sehr Wirkungsvolles tun – räuchern.“

Gudrun, die selbst in einem zweihundert Jahre alten Bauernhaus wohnt, erzählt von ihrem ersten Besuch in diesem Gebäude. „Ich fühlte mich so unwohl, wollte hier gleich wieder weg! Es ist ganz klar, viele Menschen sind hier im Laufe der Jahre ein und aus gegangen und es hat bestimmt auch Leid, Streit, vielleicht Betrug gegeben. Das musste alles raus!“ Dass sie mit dem Beseitigen dieser negativen Energien Erfolg gehabt hat, kann ich selber spüren. Ich sitze bei ihr, in ihrer energetischen Praxis „Freya„, die auch in diesem Haus eingerichtet ist. Und fühle mich sehr wohl. Ich will alles über das Räuchern wissen. Vor allem, welche Kräuter sich besonders gut eignen.

In Tirol wächst so manch gutes Kraut

Es eigenen sich sehr viele Kräuter. Wer im Sommer das Sammeln der Kräuter versäumt hat oder sich in der Kräuterkunde nicht auskennt, kann sie einzeln, aber auch fertig gemischt kaufen. Ein paar Beispiele für wirkungsvolle heimischen Kräuter hat mir Gudrun genannt, wobei es noch viele andere gibt.

Angelikawurzel: Beseitigung von Angstenergien
Beifuß: Desinfizieren, gegen Ängste, zum Loslassen, Neubeginn, allgemein gegen Unheil
Eisenkraut: Glück und Erfolg, Klarheit, Kreativität, Erinnerung an Träume
Fichtenharz: keimtötend, gegen Streitenergien, Eifersucht, Neid. Bei Einzug in ein neues Heim!
Lavendel: desinfizierend, reinigend, klärend, entspannend, beruhigend, krampflösend.
Rosmarin: gegen negative Energien, weckt Begeisterung, Kreativität, zum Loslassen
Weißer Salbei: keimtötend, stark reinigend – besonders alte Energien, bringt Ruhe, hilft beim Durchatmen
Wacholder: Schutzpflanze gegen alles Negative, vertreibt „vergiftete“ Atmosphäre

Eisenkraut

Eisenkraut

Beifuss

Beifuss

Angelikawurzel

Angelikawurzel

Und so wird es gemacht

Gudrun erklärt: „Wichtig ist die Vorbereitung. Wir sollen uns bewusst machen, dass wir selbst die dunklen Energien durch unsere liebevollen Absichten und mit Hilfe der geistigen Welt umwandeln können und auch werden! Gerne kann man sich im Vorfeld verschiedener Hilfsmittel bedienen, die unserem Vorhaben mehr Kraft verleihen. Solche Hilfsmittel können Dinge sein, die wir mit den vier Elementen assoziieren und ebenfalls eine reinigende Wirkung haben. Das kann eine Schüssel Salz für das Element Erde sein, die wir ein paar Tage aufstellen und dann außerhalb der Grundstücksgrenzen entsorgen. Ein Krug Wasser, eine brennende Kerze. Man soll sich hier aber unbedingt auf seine Intuition verlassen.“ Das Räuchern symbolisiert das vierte Element, die Luft.

Gudrun erklärt die verschiedenen Gefäße. Mit dem "Salbei-Stick" braucht man gar keines.

Es gibt verschiedene Gefäße. Mit dem „Salbei-Stick“ braucht man gar keines.

Zum Räuchern selbst gibt es verschiedene Gefässe und Methoden. „Ich setze ein Stück Räucherkohle in eine feuerfeste Schale mit Sand und zünde sie an. Wenn die Kohle ganz weiß geworden ist, setzte ich etwas von der Kräuter-Harz-Mischung auf die Kohle und es fängt zu rauchen an. Mit diesem Rauch reinige ich nun Raum für Raum, gegen den Uhrzeigersinn. Bei geschlossenen Fenstern. Die Ecken sind besonders wichtig, diese nicht vergessen! Hat der Rauch alles erreicht, lüfte ich gut durch. Dabei kann man richtig sehen, wie der Rauch die dunklen Energien mitzunehmen scheint.“

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Wenn die Räucherkohle weiß wird, ganz wenig von der Kräuter-Harz-Mischung darauf geben. Es gibt eigene Mini-Löffelchen zum Portionieren.

Gleich danach ist die Reinigung emotional spürbar. Diese Reinigung sollte man schützen, indem man nochmals mit einer wohlriechenden Kräutermischung räuchert, im Uhrzeigersinn. Dieses Mal bleiben die Fenster geschlossen, die Harmonisierung soll im Raum bleiben. Während dieses Vorgangs kann man seine eigenen Wünsche einbringen, an das Gute denken, das kommen wird, an die schönen Dinge. Man kann mit der Räucherschale die Form einer liegenden „Acht“ nachzeichnen, denn diese Ziffer hat eine besonders starke beschützende Wirkung.

Dieses Ritual ist nicht nur zu den Rauhnächten schön, sondern kann immer wieder einmal praktiziert werden, besonders wichtig wäre es beim Einzug in ein neues Heim.

Traumtagebuch

Was wir in den Rauhnächten träumen, können Botschaften von oben sein. Sie können Hinweise liefern, was im nächsten Jahr passieren wird. Die Träume unbedingt aufschreiben! Am besten ein Notizbuch neben das Bett legen, denn nach dem Aufstehen ist die Erinnerung an den Träumen meist dahin. Es gilt die erste Rauhnacht vom 24. auf den 25.12. als Deutung für den Jänner des kommenden Jahres, die zweite vom 25. auf den 26.12. für den Februar und so weiter. Es ist spannend, Träume zu interpretieren und mit etwas Übung weiß man, was das Höhere Selbst einem sagen will. Das ist sehr wertvoll, denn das Höhere Selbst liegt niemals falsch.

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Ein Jahr später auch noch interessant. Welcher Traum war ein wirklicher Hinweis?

Meditation

In jeder Rauhnacht kann ein bestimmtes Thema besonders gut bearbeitet werden. Ist ein Thema dabei, das für einen selbst gerade wichtig ist, können Meditationen, Rituale oder Wunschformulierungen helfen, mit sich ins Reine zu kommen.

Die Themen sind…

24./25. Einstimmung auf die magische Zeit
25./26. innere Stimme und Führung, Höheres Selbst
26./27. Herzöffnung, Wunder zulassen
27./28. Auflösung von Blockaden
28./29. Freundschaft, Zusammenhalt, Familie
29./30. Bereinigung, Loslassen
30./31. Loslassen von alten und belastenden Dingen, Vorbereitung auf das Neue
31./01. ein neues Lebensjahr beginnt
01./02. Segen, Weisheit
02./03. Abschiednehmen von hartnäckigen, alten Mustern, sich einstimmen aufs Neue
03./04. Reinigung, Transformation
04./05. Wiedergeburt, Feiern, Neubeginn
05./06. Wünsche für das neue Jahr

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Den Blick nach innen richten… Yoga eignet sich sehr gut dazu

Wunschzettelchen

Die Rauhnächte sind die Zeit für Herzenswünsche! Sie sollen eher erhört werden als sonst. Das Tor nach oben ist offen, ein direkter Weg so zu sagen. Es gibt ein nettes Ritual, das ich schon letztes Jahr praktiziert habe.

So kommt ihr der Erfüllung eurer Wünsche näher

Auf kleine Zettelchen schreibe ich jeweils einen persönlichen Wunsch. Ich formuliere positiv – so als hätte ich diesen Wunsch schon erfüllt bekommen. Für jede Rauhnacht einen, d. h. 12 Wünsche auf 12 kleine Zettelchen, die ich zusammen knülle und in ein Glas lege. Ein 13. Wunsch kommt ebenso auf ein Zettelchen und wird zu den anderen gegeben. Dann mische ich alles kräftig durch.

Ab den 24. 12. ziehe ich jeden Tag einen Zettel, ähnlich einem Adventkalender. Aber ich schaue nicht nach, was auf dem Zettel steht, sondern übergebe ihn einem der vier Elemente. Ich habe bei meinem täglichen Spaziergang das Zettelchen jeweils in den Inn geworfen. Man kann ihn aber auch verbrennen oder vergraben. Ich glaub ein schlichtes Wegwerfen funktioniert auch – wenn man daran glaubt, dass es nicht stört.

Und jetzt wird es spannend: nach der letzten Rauhnacht bleibt ein Zettelchen übrig. Was mach ich dann damit? Öffnen und lesen. Denn das ist der Wunsch, für dessen Erfüllung ich selbst zuständig bin – die anderen übernimmt das Universum….

Sei deine eigene Glücksfee fürs kommende Jahr!

 

Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit mit vielen magischen Momenten.
Und dass alle eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

 

 

Leben in Tirol

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