Die ganze Welt zu deinen Füßen: erste Spur im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis

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Ein Pistenparadies für sich alleine haben, davon träumen Liebhaber des Skisports. In Serfaus-Fiss-Ladis wird dieser Traum wahr, allerdings muss man dafür früh aus den Federn.

Silvia

Silvia Pfeil setzt mit kreativen Ideen und viel Esprit vor allem... Zum Autor

Eine kleine Truppe sammelt sich am Gipfel der Lassidabahn im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis. Dreißig Leute, denen es allesamt fröstelt, um halb acht Uhr morgens! Die Sonne duckt sich noch hinter den Bergen und wischt langsam das nächtliche Grau weg. Wir alle haben ein Ticket für die „erste Spur“ ergattert und dürfen, lange bevor der Rest der Schneesportler hier ist, auf die Piste. Fast gespenstisch wirkt die „Skidimension“. Perfekt glatt gebügelte Pisten, lautlos schweben die Gondeln – auch sie sind extra früh für die erste Spur in Betrieb.

Als echte VIPs dürfen wir uns fühlen, denn jede der vier Skigruppen wird von einem staatlich geprüften Skilehrer geführt und von einem Bergbahn-Manager begleitet: eine Gruppe Racer, zwei Gruppen Sportliche, eine Gruppe Genießer. Sechs Bergfreunde reisten aus dem drei Stunden entfernten Pillerseetal hierher (Weckruf um drei Uhr morgens), ein junges Urlauberpaar aus dem Nachbarort Pfunds und ein Stammgast mit Headcam stellen sich mit mir zu den „Sportlern“. Unsere Gruppe fährt mit dem ehemaligen Serfauser Skischulleiter Rudolf Hammerle. Mit uns wird Bergbahn-Geschäftsführer Georg Geiger über die Abfahrten carven. „Eine herrliche Gelegenheit, endlich Insiderwissen über das beste Familienskigebiet Europas zu erfahren“, denke ich.

„Sportlich“ heißt für Rudolf Hammerle mindestens megaflott. „88 km/h Spitzengeschwindigkeit“ wird er später verkünden. Wir stürzen uns in die weiße Herrlichkeit, es zischt unter den Kanten. Kein Skifahrer vor uns, der die Ideallinie blockiert. Fast berauscht von der Freiheit gerät es manchem ein wenig zu schnell. „Jetzt hat’s mir den Boden unterm Ski weggezupft“, witzelt der ehemalige Langlaufprofi aus dem Pillerseetal.

Mir beißt die Kälte in die Oberschenkel. „Da hilft nur Schnaps“, reklamieren wir. Bei der Masner-Skihütte dürfen wir tatsächlich mit einem „Zirbeler“ anstoßen. Aber nur, weil der Chef persönlich mit uns unterwegs ist, vermute ich.

Die Gruppe zieht voller Übermut und ihre Lines – auch auf dem Steilstück am Masnerkopf auf 2820 Meter. Erst auf dem Rückweg zur Mittelstation Komperdell begegnen uns die ersten Skitouristen. Ab 9:30 Uhr vormittags ist einen Platz in der VIP Lounge reserviert, selbstverständlich nur für die „Erste Spur“. Wir können es nicht lassen und stellen erst gegen 10:10 Uhr die Ski ab. Bergbahn-Chef Georg Geiger beschließt die „Erste Spur Serfaus-Fiss-Ladis“ mit fröhlichen Kommentaren und lädt zum herrlichsten Frühstück aller Zeiten. Wir schmunzeln über unsere Bilanz von 10.000 Höhenmetern und mehr als 23 Kilometer. Danach aber klicken wieder die Bindungen: die Sonne strahlt, ab in den Skihimmel!

Die „Erste Spur“ kann man in Serfaus-Fiss-Ladis immer mittwochs buchen; im Winter 2016/17 zum Preis von  € 68,00 pro Person (gültiger Skipass erforderlich). Die Teilnehmerzahl ist beschränkt, die Tickets sind meist etliche Wochen im voraus vergeben.

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