Tipps für einen Tag in Serfaus-Fiss-Ladis

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Drei Dörfer, ein Skigebiet: Bei unserem Besuch in Serfaus, Fiss und Ladis hat uns Eva Patscheider einen Tag lang begleitet und ihre persönlichen Tipps verraten. Die gebürtige Serfauserin weiß, wo es den „weltbesten Kaiserschmarrn“ gibt, wo die Aussicht am schönsten ist und gibt uns ihre ganz persönlichen Einkaufstipps.

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim... Zum Autor

Schwarzer Hoodie, schwarze Hose, weinrote Mütze und ein Lächeln von einem Ohr zum anderen: So begrüßt uns Eva Patscheider mitten in Serfaus. Wir treffen uns mit ihr vor dem „Peep Shop“, den ihre Schwester Pia leitet. Aber dazu später mehr, denn erst mal geht’s ab ins Skigebiet – und das unterirdisch.

Eva, unsere Begleiterin im Dorf…

…und durchs Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis.

Per U-Bahn zur Skipiste

Wir packen die Ski aus und spazieren zur U-Bahn-Station im Dorfzentrum von Serfaus.

Das Beste an der einzigen Dorf-U-Bahn Österreichs? Sie kostet nichts und wird 2017 rundum erneuert. Doppelt so viele Passagiere pro Stunde soll die unterirdische Luftkissenbahn zukünftig transportieren und außerdem barrierefrei werden. Das ist für Menschen mit Behinderung und vor allem auch für die vielen Familien mit Kinderwägen wichtig, denn Serfaus-Fiss-Ladis ist eines der beliebtesten Familien-Skigebiete in Tirol.

Großstadtgefühle im Dorf: Per U-Bahn zur Skipiste.

Wir steigen aus, Eva dirigiert uns zum Skidepot. Dort erst ziehen wir unsere Skischuhe an und geben die Straßenschuhe bei den jungen Männern ab, die hier arbeiten. Spanisch-Englisches Stimmengewirr erfüllt die Luft, Eva wird umarmt und lacht: „Die Jungs sehe ich beinahe jeden Tag.“

Pisten- und Aussichtstipps: Pezid und Masner

Die Pezidbahn in Serfaus-Fiss-Ladis.

Wir steigen in die Komperdellbahn ein, wechseln zur Lazidbahn und schweben nach einer kurzen Skiabfahrt mit einer weiteren Gondelbahn hinauf zum Gipfel des 2.770 Meter hohen Pezid – ein Aussichtsberg par excellence, wie uns Eva bestätigt, während sie auf die tief verschneiten Berghänge und Gipfel deutet: „Ich bin extrem gern hier hinten, da fühle ich mich ein bisschen versteckt.“

Unser Blick reicht zum 3.004 Meter hohen Furgler im Norden und dem Kaunergrat im Osten. Im Südwesten liegt irgendwo im Tal bereits das schweizerische Samnaun. Bei sicheren Verhältnissen fährt Eva hier mit Freunden auch gern mal abseits der Piste durch den Tiefschnee – ein Blick auf ihre überbreiten Ski genügt als Bestätigung. „In wenigen Minuten bist Du da zu Fuß im schönsten Gelände.“ Aber das gilt wirklich nur für Könner. Wir bleiben heute auf der Piste und genießen noch kurz die schöne Aussicht am Pezid, hinüber zum Masner, dem westlichsten Punkt im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis. Auch den Masner empfiehlt uns Eva als tollen Aussichtsberg, aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und unseres Hungers entscheiden wir uns für eine Einkehr.

Abfahrt auf einer der breiten Pisten.

Evas Einkehrtipp: Kaiserschmarrn bei der Schalber Alm

„Hier gibt es den weltbesten Kaiserschmarrn“, sagt Eva und schaut uns dabei ernst an. Diese Behauptung müssen wir natürlich vor Ort überprüfen. Und tatsächlich: So muss Kaiserschmarrn! Sogar die bekennende Veganerin Eva langt hier ausnahmsweise mal ordentlich zu.

Die herzliche Wirtin Veronika Schalber erzählt uns eine unglaubliche Geschichte von einem Gast, der zu Weihnachten 2016 hier war. Er hatte bei einem Geschäftsessen in Dubai von der Schalber Alm und dem guten Kaiserschmarrn gehört. Bei seinem Besuch auf der Schalber Alm bestätigte er Veronika, hier den besten Kaiserschmarrn seines Lebens gegessen zu haben. Für jene unter euch, die Süßes nicht so gern haben: Auch die Brettljause kann ich hier wärmstens empfehlen.

Von Shapern für Shredder: Der Snowpark Fiss

Als ehemalige Profi-Freeskierin empfiehlt Eva uns natürlich, auch mal in einem der Snow Parks hier zu „shredden“. Eigentlich sind es gleich mehrere Fun Areas, von der Fun Slope für die Kleineren bis zum Shred Park für die Größeren. Wir entscheiden uns für den Snowpark Fiss, unser letztes Ziel im Skigebiet für heute.

Gegen 15:45 Uhr – kurz vor Liftschluss – erreichen wir schließlich das Schönjoch und kapieren erst jetzt, wie groß dieses Skigebiet tatsächlich ist.

Der Snowpark Fiss von oben.

Im Snowpark treffen wir auf zwei Jungs, die gerade den Schnee mit harkenähnlichen Werkzeugen bearbeiten – sie glätten den Anlauf zu einem Hinderniss. Ihr Job hier oben ist also das „Shapen“ der „Obstacles“, wie Snowboarder und Freeskier sagen würden. Der Arbeitstag endet für die beiden heute erst um zehn Uhr abends – ganz schön viel Aufwand, so ein Snowpark. Wir wünschen ihnen alles Gute, und lassen das „Shredden“ für heute mal sein. Dann noch eine letzte Bergfahrt mit der Schöngampbahn aufs Schönjoch und wir schwingen talwärts Richtung Fiss.

„polychromelab“ in Fiss – Evas Tipp für Outdoorsportler

Von Fiss aus könnten wir noch einen Abstecher zum polychromelab machen, das etwas unterhalb des Ortes liegt. Unseren Besuch müssen wir aber aus Zeitgründen leider auf ein anderes Mal verschieben. Was das polachromelab ist? Ein Unternehmerduo, das innovative Outdoorkleidung etwickelt und am Berg bei realen Bedingungen testet – genauer gesagt am Schönjoch in 2.500 Metern Höhe, wo uns noch vor wenigen Minuten der Wind ins Gesicht geblasen und die Sonne unsere Haut gegerbt hat.

Mitten in Fiss liegt auch ein denkmalgeschützter Hof, der das Museum Fiss beherbergt – ein guter Tipp für Geschichts- und Kulturinteressierte.

„Peep Shop“ in Serfaus – Treffpunkt für Freeskier und Snowboarder

„Der Peep Shop ist das Baby von meiner Schwester Pia“, erzählt uns Eva, „für mich ist es was Spezielles, weil es ein Ort für junge Leute ist, und das hat in Serfaus davor gefehlt. Freeskiing und Snowboarden hat dort einen Platz und eine Berechtigung gefunden.“

Dort, wo wir nun auf der Ledercouch fläzen und einen Espresso angeboten bekommen, warteten vor fünf Jahren noch Bankkunden auf ihren Berater. Dann machte die Bank zu. „Wir hatten genau zwei Wochen, um daraus einen Sportshop zu machen“, erzählt Eva, die ihrer Schwester Pia dabei geholfen hat, das Ganze auf die Beine zu stellen. Statt krawattentragender Bankangestellter umgeben uns Kleiderständer mit Snowboardklamotten, statt Sparbüchern bekommen Kunden hier Tiefschnee-Ski.

Die Pullis, Kappen, Beanies und Trinkflaschen der Eigenmarke „Peep“ kommen auch bei den Jugendlichen gut an, die hier mit ihren Eltern im Skiurlaub sind. Eva kommt selbst aus der Freeskiing-Szene, hat sich als Profi auf Skiern über haushohe Schanzen geworfen. „Und jetzt sind meine Knie kaputt“, sagt sie. Aber ihr scheint das nichts zu machen. Seit drei Jahren lebt und arbeitet sie wieder in Serfaus-Fiss-Ladis. Ihrer Familie gehören einige Geschäfte in Serfaus-Fiss-Ladis.

Auch Altes hat es Eva angetan. Sie deutet auf ein jahrhundertealtes Holzhaus gleich neben dem Serfauser Dorfbrunnen. „Ein Baum braucht ja nicht nur einen Stamm, sondern auch gute Wurzeln. Ich finde es wunderschön, dass so ein altes Holzhaus erhalten und darauf geachtet wird.“

Für Genießer: s‘Ladele in Serfaus

In einem fast ebenso alten Gebäude gleich gegenüber finden wir s’Ladele – dort kann man edlen Schnaps, Liköre Sirup, Honig, handgeschöpfte Schokolade und auch Marmeladen verkosten. Alle Produkte sind aus Nord-, Ost- und Südtirol. „Da kannst du einfach hingehen und besondere Sachen degustieren“, strahlt Eva, „es ist nicht zack-zack wie im Supermarkt, sondern du gehst hin und genießt.“

s’Ladele – ein Tipp für Genießer.

Evas Hoteltipp: 3 Sonnen und viereinhalb Sterne

In Serfaus, Fiss und Ladis gibt es beinahe so viele Top-Unterkünfte wie Einwohner. Naturgemäß fällt es Eva nicht leicht, ein Hotel hervorzuheben. Ihr ganz persönlicher Tipp: Das Hotel 3 Sonnen in Serfaus, ein Vier-Stern-Superior-Haus.

„Da bleibt kein Wunsch unerfüllt“, sagt Eva, „die Chefin Irene ist so herzlich, die muss man einfach kennen lernen.“ Eva schaut auch immer wieder im Hotel 3 Sonnen vorbei, um sich massieren zu lassen, „wenn es mich mal wieder mit den Skiern geschmissen hat. Regina – die Masseurin – hat Daumen aus der Hölle. Das glaubt man gar nicht, dass diese zierliche Frau so eine Kraft haben kann.“

Übernachtung mit Burgblick in Ladis

Eingangs habe ich von drei Dörfern geschrieben – das war mein Test, ob ihr auch wirklich aufmerksam lest. Schon bei der Anfahrt aufgefallen ist uns die Burg Laudeck (oder Laudegg), das augenscheinliche Wahrzeichen des Dorfes Ladis.

In Ladis besucht Eva mit uns einen alten Freund, Markus Neier, „ein richtig guter Skifahrer“, wie sie bestätigt. Neben seinem Job als Skilehrer und Skiführer vermietet er schöne Ferienappartements in Ladis – ein weiterer guter Übernachtungstipp von Eva. Markus begrüßt uns herzlich und bietet uns einen Schluck Mineralwasser an – von der Quelle Sauerbrunn in Obladis, nur wenige hundert Meter weiter oben am Berg.

Evas Imbiss-Tipp in Ladis: „Hüftgold“

Eine Station fehlt noch zum Abschluss unseres heutigen Skitages – ein Geheimtipp, von dem Eva selbst erst vor kurzem gehört hatte. Gleich an der Dorfstraße von Ladis liegt nämlich der Imbiss Hüftgold, den die beiden jungen Frauen Isabel und Lisa im Februar 2016 eröffneten. „Wir haben uns überlegt, was es in Ladis noch nicht gibt. Die Idee zum Namen ‚Hüftgold‘ kam uns zufällig durch eine Suche im Internet.“

Röstiburger und Pommes „Vintage Style“.

Eva verkostet den veganen Burger und ist begeistert. Das Fleisch für die nicht-veganen Burger beziehen Lisa und Isabel vom Metzger im Talort Prutz. Der Geschmack des mächtigen Röstiburgers überzeugt uns, die selbst gemachten Pommes auch.

Die Hüftgold-Erfinderinnen Isabel und Lisa.

Der „Hüftgold“-Imbiss in Ladis.

Inzwischen hat sich die Sonne hinter die Berge gesenkt und auch wir verabschieden uns von Eva. Sie schenkt uns noch einmal ihr Lachen, eine herzliche Umarmung und geht – denn sie will heute Abend noch zum Yoga. Ja, auch das gibt es hier in Serfaus, Fiss und Ladis.

Alle Fotos: Tirol Werbung, Carlos Blanchard

3 Kommentare

  • Hans-Joachim Krusch
    Danke, Eva Patscheider, für diesen hübschen Beitrag. Da ich Serfaus und natürlich auch Fiss und Ladis seit 1990 kenne und jedes Jahr mindestens einmal dort bin, viele Jahre davon im Hotel St. Zeno oder im Hotel Rex oder Haus Bergland, ist alles wieder vor meinem geistigen Auge erstanden. Umso mehr freue ich mich auf unseren Kurztrip im Juli.
  • Dieter Nickesen
    Alleine für den Kaiserschmarund lohnt es sich
  • Anna
    Wir werden dieses Jahr noch Winterurlaub in einem Hotel in Ladis machen, deshalb kommen uns solche Tipps sehr gelegen. Vielen Dank für den Artikel!