Natürliche Muntermacher: Wie Löwenzahn, Brennnessel und andere Kräuter die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben

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Kennt ihr das auch? Wenn man in der Früh nicht aus dem Bett kommt, dann am Vormittag schon zum ersten Mal gähnt und nach Mittag ganz dringend ein Schläfchen brauchen würde? Tipps, wie ihr mit natürlichen Methoden gegen die Frühjahrsmüdigkeit ankommt.

Ines

Große Städte, helle Lichter: In Großstädten fühlt sich Ines... Zum Autor

Die Frühlingsmüdigkeit erwischt mich jedes Jahr! Dann bräuchte ich gefühlt alle zwei Stunden ein Schläfchen und fühl mich generell schlapp. Obwohl ich eigentlich voller Energie für den bevorstehenden Sommer bin, die erste Almwanderung machen und das Mountainbike endlich aus dem Keller holen will. Aber irgendwie klappt das alles nicht so wirklich. Deshalb habe ich mir bei Verena, Pharmazeutin, Mama von zwei kleinen Kindern und Gründerin des Blogs „Madly Mindful“ ein paar Tipps geholt, wie ich gegen die Frühjahrsmüdigkeit ankomme.

Munter in den Frühling: Verenas Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

#1: Der allerbeste Müdigkeitsvertreiber ist und bleibt Frischluft. Wenn euch die Augen zufallen und die Beine schwer sind, helfen oft zehn tiefe bewusste Atemzüge am allerschnellsten. Das Gehirn wird im Nu mit Sauerstoff versorgt und die Zellen bekommen so den ersten Kick in Richtung Vitalität.

#2: Bewegung! Wir wissen, dass wir der Frühjahrsmüdigkeit entkommen können, wenn wir sie austricksen. Lieber einfach mal öfters zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren oder ganz streng den Sportplan einhalten um der Müdigkeit erst gar keine Chance zu geben. Hauptsache Bewegung!

Kurzes Päuschen? An diesem heutigen Tag braucht die Welt noch mehr positiven Input als sonst. Stimmt’s?

#3: Detoxen! Zur Unterstützung der Darmflora bereitet ihr den Darm am besten 21 Tage lang mit einem Darmaufbaupräparat (gibt es in jeder Apotheke zu kaufen) auf eine Entschlackungskur vor. Um möglichst effektiv alles Bindegewebe wieder fluider zu machen und allen Ballast und Schadstoffe aus dem Körper zu verbannen, solltet ihr häufiger zum Wasserglas greifen. So ist der Körper perfekt auf die Nährstoffaufnahme vorbereitet und somit auch fürs Detoxen.

Verenas Favoriten zum Detoxen sind Kräuter, die ihr im Moment auf jeder Wiese findet. Wichtig dabei ist, dass ihr die Wildkräuter natürlich nicht neben Straßen oder auf gedüngten Wiesen erntet. Am besten pflückt ihr Kräuter dort, wo ihr keine Autos mehr hören könnt. Am späten Vormittag, wenn die Wiesen nicht taunass sind, ist dazu die beste Zeit. Generell gilt: Lieber an einem Sonnentag ernten, da sich das Aroma bestens entfalten kann. Regentage meiden.

Löwenzahn

Löwenzahn-Blätter könnt ihr von März bis Mai sammeln. Der Löwenzahn gehört zu den Bitterstoffdrogen und wirkt dank seiner vielen Vitaminen sehr effektiv gegen Frühjahrsmüdigkeit. Er fördert die Verdauung, regt Leber,- Bauchspeicheldrüse sowie die Darmfunktion an und kann sowohl frisch als auch getrocknet als Tee angewendet werden. Der Tee ist zudem auch sehr wirksam bei Leber- und Gallenproblemen, Gicht, Azidose, Harnsteinen und wirkt basenbildend. Zudem zeigt er eine sehr hohe Stoffwechselaktivität.

Zubereitung von Löwenzahn-Tee: 10 frische Löwenzahnblätter auf 250 Milliliter kochendes Wasser geben und 5 Minuten ziehen lassen. Alternativ kann man auch einen Teelöffel getrocknete Löwenzahn-Blätter verwenden.

Weniger bekannt ist Presssaft aus Löwenzahn-Blättern: Ihr könnt frische Blätter im Mixer oder in der Saftzentrifuge auspressen. Verena empfiehlt hier zwei Teelöffel pro Tag für Erwachsene oder einen Teelöffel für Kinder, wenn diese das zu sich nehmen wollen.

Bei Verschluss der Gallenwege oder bei Darmverschluss solltet ihr die Anwendung von Löwenzahn vermeiden.  

Brennnessel

Brennnessel-Blätter könnt ihr von Februar/März bis Ende Juni ernten. Die Brennnessel enthält unglaublich viel Vitamin C und viel Eisen sowie Calcium. Sie hilft ebenfalls super gegen Frühjahrsmüdigkeit, wirkt blutreinigend und entschlackend. Brennnessel-Tee wirkt ähnlich wie Löwenzahn-Tee. Zudem findet er aber noch Anwendung bei Erkrankungen der Harnwege. Der Frischpresssaft ergibt ein super Eisentonikum und ist vor allem für Frauen sehr zu empfehlen, die an Eisenmangel leiden.

Brennnessel-Tee bzw. -Presssaft bereitet ihr gleich zu wie Löwenzahn-Tee bzw. -Presssaft.

Bei Herz u Nierenleiden, die mit Ödemen einhergehen, solltet ihr die Anwendung von Brennnessel vermeiden.  

Bärlauch

Bärlauch-Blätter könnt ihr von Februar bis April an leicht feuchten, schattigen Hängen sammeln. Die Blätter sind lindgrün, weich und elliptisch. Wegen seiner entschlackenden Wirkung ist Bärlauch ein sehr beliebtes Kraut gegen Frühjahrsmüdigkeit. Er hat eine stark reinigende Wirkung und enthält sehr viel Vitamin C, Eisen, Magnesium und Mangan. Da eine große Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Maiglöckchen bzw. der tödlich giftigen Herbstzeitlosen besteht, sollte man bei der Ernte jeden Stängel einzeln aus der Erde ziehen und das wunderbar spezifische Lauchöl einatmen.

Am besten verarbeitet man das Kraut zu einem Pesto, so können die Inhaltsstoffe am idealsten vom Körper aufgenommen werden, weil sie weder getrocknet noch eingefroren waren. Auch Bärlauch-Tee wird hierzulande sehr häufig eingesetzt, vor allem zum Vorbeugen von Herzinfarkt und Schlaganfall. Medizinisch gesehen ist vor allem die Verwendung bei Magen-Darmstörungen oder auch Schwächezuständen von Bedeutung. Zur Anregung von Leber und Galle ist Bärlauch ein idealer Bestandteil jeder Frühjahrskur.

Zubereitung eins Bärlauch-Pestos: Für ein Pesto braucht ihr ca. 125 Gramm Bärlauch, 30 Gramm Pinienkerne oder blanchierte Mandeln, 30 Gramm Parmesankäse, Salz, Pfeffer und Olivenöl. Alles klein hacken und untereinander mischen.

Zubereitung eines einfachen Bärlauch-Kartoffel-Gratins: 1/2 Kilogramm blättrig geschnittene Kartoffeln mit Salz und Pfeffer in eine Auflaufform schichten. 3-4 Handvoll klein geschnittenen Bärlauch verteilen und mit einer Mischung aus 1/4 Liter Schlagobers und 2 Esslöffel Mehl übergießen. Bei 180 Grad 30 Minuten backen!

Brunnenkresse

Brunnenkresse findet ihr in rasch fließendem Wasser an Bächen, Gräben und Quellen. Sie fördert den Stoffwechsel, ist appetitanregend und erleichtert dank ihrer Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen die Verdauung. Am besten verwendet man die Kresse als scharfen Bestandteil für Frühlingssalate. Aber auch in Suppen und Soßen oder einfachen Kartoffelgerichten macht sich die Kresse super.

 

So, ich werde mich jetzt auf die Suche nach Löwenzahn begeben. Ich hoffe, die Tipps helfen euch weiter, und ich freue mich natürlich jederzeit über weitere Tipps in den Kommentaren. Mehr über Verena lest ihr auf ihrem Blog: www.madlymindful.at

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