Wie macht das der Osterhase nur? Ostereierfärben mit Farbstoffen aus der Natur

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Ostereier sind nicht nur lecker, im Christentum sind sie ein Symbol für die Auferstehung von Jesus. Die äußerliche Ansicht eines Eis wirkt tot, aus dem Inneren jedoch kommt neues Leben, so die Symbolik.

Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land,... Zum Autor

Meine Tochter Mia wollte deshalb lange kein Osterei essen. Der Gedanke, ein werdendes Küken aufzufuttern ging gar nicht. Irgendwann konnte ich ihr glaubhaft machen, dass in einem unbefruchteten Ei ganz bestimmt kein kleiner Piepmatz drinnen ist. Und so färbten wir vergangenen Sonntag gemeinsam Ostereier. Wir wollten ganz bewusst auf künstliche Färbemittel verzichten. Wer weiß, ob diese Färbemittel wirklich immer so unbedenklich sind, man weiß ja nie.

Eines vorweg: wer kräftig bunte Eier erwartet, wird enttäuscht sein.
Die meisten Naturmaterialien färben nicht in dieser Intensität wie künstliche. Ich habe mich umgehört, was sich für meinen ersten Ostereierfärbeversuch eignen könnte: Spinat für grün, Zwiebelschalen für gelb, Karotten für orange, Heidelbeeren für violet. Dazu Essig, etwas Zitronensaft. Und das wichtigste: frische, möglichst weiße Eier von freilaufenden Hühnern. Ich habe größtenteils nur braune Eier bekommen, was mich nicht von meinem Färbeexperiment abhielt. Hauptsache glückliche Hennen, hab ich mir gedacht.

Braun bleibt Braun
Wir versuchten es zuerst mit Spinat und Karotten. Das Gemüse wurde eine halbe Stunde eingekocht, danach wurden die Eier zum Hartkochen beigegeben. Davor rauhte ich die Eierschalen mit etwas Essig und einem Bürstchen auf. Die Schale soll die Farben auf diese Weise besser aufnehmen. Für Violett verdünnte ich einen halben Liter Heidelbeersaft aus dem Reformhaus (bei 8 € pro Liter entschied ich mich, es bei einem Liter zu belassen) mit der gleichen Menge Wasser, die Eier habe ich gleich mitgekocht. Für einen zweiten Durchgang habe ich den gleichen Sud wieder verwendet.

Für Muster kann man zum Beispiel Blüten vom Goldregen vor dem Kochen auf das befeuchtete Ei geben und mit einem Seidenstrumpf fixieren. Nach dem Kochen und Trocknen den Seidenstrumpf entfernen, der Abdruck bleibt sichtbar. Oder man zeichnet mit einem in Zitronensaft getränkten Wattestäbchen nette Muster auf das gefärbte Ei.

Das Ergebnis
Die braunen Eier blieben mehr oder weniger braun, die weißen bekamen einen leichten Hauch von Grün, das gleiche Ergebnis erzielten wir mit den Karotten.

Zugegeben, etwas enttäuscht waren wir schon. Die Zwiebelschalen haben wir gar nicht probiert, denn braun bleibt nunmal braun. Dafür funktionierte der Heidebeersaft so richtig gut. Die ersten Eier wurden schön dunkelviolett, die zweiten wurden heller, aber ganz kräftig. Interessant. Ich versuchte eine Beschreibung für diese Farbe zu finden. Mia meinte, die Eier sehen aus wie aus Beton. “Aber schöner Beton” fügte sie gleich hinzu. Da mussten wir beide lachen.

Unser Fazit:
Für das Färben mit Naturmaterialien am besten nur weiße Eier nehmen. Außer bei Heidelbeersaft, der eignet sich für beide. Sollte ich demnächst weiße Eier bekommen, werde ich es nochmals mit Zwiebelschalen und rote Rüben probieren.

In der Zwischenzeit freuen wir uns über die natürlich gefärbten Eier, auch wenn die Farben “anders” sind.

Schmecken tun die Eier genauso gut und sind ganz bestimmt nicht gesundheitsgefährdend.
Ausser man isst 20 Stück auf einmal.
Dann vielleicht.

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