Wipfel statt Gipfel: der Waldseilgarten X-Trees in Serfaus

Aktualisiert am 08.11.2017JuliaJulia

Eigentlich habe ich ja Höhenangst. Eigentlich. Aber dann war ich mit meinen Jungs auf Urlaub in der Region Serfaus-Fiss-Ladis und natürlich haben sie gleich den Hochseilgarten am Ortseingang von Serfaus entdeckt. Gegen ihren Enthusiasmus war ich chancenlos und so hab ich mich breitschlagen lassen, mit ihnen – maximal! – eine Stunde durch den Wald zu turnen.

Gleich in der Früh starten wir und stehen bereits um kurz nach neun Uhr beim Kletterlehrer, der uns eine Einführung in das Sicherheitssystem und die einzelnen Routen gibt. Ich bin ehrlich froh, dass der Kleine mit seinen 112cm Körpergröße zwar schon die blauen, nicht aber die roten Parcours machen darf: ich bin alleine mit den Kindern unterwegs und frage mich (und auch den Instrukteur) verzweifelt, wie ich das mit zwei Halbstarken machen soll. Der Kletterlehrer antwortet völlig entspannt, dass das schon klappen wird und entlässt uns auf den Plansegg-Parcours. Ich hätte gerne seine Zuversicht.

Nicht genug, dass ich alleine auch schon Angst hätte, bin ich mit beiden Jungs auf mich allein gestellt und überlege, wie ich sie am besten sichere. Soll ich vorgehen, zwischen den Kindern bleiben oder doch die Nachhut machen? Während ich noch überlege, drängt der Kleine schon, dass er endlich anfangen will. Ich hake mich also ins Sicherungssystem ein und sehe: der Große ist längst schon zwei Stationen weiter. Alleine. Auf den Plateaus zwischen den einzelnen Schwierigkeiten finden sich nämlich kleine Hocker, mit deren Hilfe die Kinder die Sicherungen selber erreichen können, selbst wenn sie etwas höher angebracht sind.

Das Sicherheitssystem im X-Trees ist so konzipiert, dass es praktisch unmöglich ist, ungesichert durch den Parcours zu gehen. Oberste Regel ist: vor dem ersten Betreten der einzelnen Kurse muss der erste Karabiner eingehakt werden. Und weil sich die Karabiner nur dann öffnen lassen, wenn mindestens einer noch geschlossen ist, kann auch kein Fehler passieren – man ist immer gesichert.

Ich kann den Großen also alleine machen lassen und konzentriere mich ganz auf den Kleinen. Und mich. Denn auch, wenn hier theoretisch wirklich nichts passieren kann, ändert das noch nichts daran, dass mir beim Anblick nach unten ganz schwindlig wird. Ich schau also schön geradeaus und versuche, die Kinder nichts von meiner Angst merken zu lassen.

Wackelstiegen, schwebende Rodeln, Schwingtaue, Kletterwände in gefühlten 10 Metern Höhe: Die Kinder überwinden alle Hürden leichtfüßig und ich bin gut abgelenkt, denn der Kleine braucht noch ein bisschen Hilfe und der Große mahnt immer wieder zur Eile, weil er nicht so lange auf uns warten möchte. Nach etwa zwanzig Minuten ist der erste Parcours geschafft und zur Belohnung wartet noch eine Fahrt mit dem Flying Fox. Wieder am Boden stelle ich fest: Das hat ja richtig Spaß gemacht!

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Auf geht’s zum nächsten Kurs. Hier warten gleich zu Beginn zwei auf Seilen montierte Skier, mit denen es weiter geht. „Pah, Skifahren kann ich“, denk ich mir, aber Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall und so schaffe ich gerade mal zwei Meter, bevor ich im Klettergurt hänge und mich fühle wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt. Elegant schaut anders aus. Ironischerweise nimmt mir dieser Sturz aber einiges von meiner Angst und mein Ehrgeiz ist geweckt.

Bei den nächsten Stationen kämpfe ich zwar noch mit mir und halte mich so fest an den Gurten, dass ein Muskelkater in den Armen vorprogrammiert ist, aber davon, dass wir ja nur kurz hier sein wollten, will selbst ich nichts mehr wissen. Wir hanteln uns von Baum zu Baum, und ich bin nicht nur stolz auf mich, dass ich mich überwunden habe, sondern vor allem auch auf meine Kinder, die sich so souverän und selbstbewusst durch die Hindernisse bewegen. Von ihnen hab ich heute gelernt: Die Angst vor der Angst ist das eigentlich Schlimme.

Irgendwann kann ich dann aber doch nicht mehr und mache mit dem Kleinen eine kurze Pause, während der Große sich alleine auf einen blauen Parcours macht. Weil sich das Areal langsam leert, schau ich dann doch mal auf die Uhr und stelle fest: aus der geplanten Stunde ist ein ganzer Tag geworden. Selten ist die Zeit so schnell vergangen (spricht wohl für die „Quality Time“ ;-))!

Fazit

Der Waldseilgarten X-Trees in Serfaus bietet seinen Gästen eine große Auswahl an verschiedenen Parcours in vier Schwierigkeitsstufen und auch wer keinen Parcours zweimal gehen möchte, kann leicht einen ganzen Tag durch die Wipfel geistern. Die Qualität der Schwierigkeiten und der hohe Sicherheitsstandard haben mich begeistert.

Eins meiner persönlichen Highlights ist in jedem Fall auch die Tatsache, dass im X-Trees eine erwachsene Begleitperson für die Kinder genügt und ich den Kindern den Spaß auch ohne großen Organisationsaufwand ermöglichen konnte.

Tipp

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Seit Sommer 2017 gibt es im X-Trees-Areal auch ein großes Bungee-Trampolin. Direkt daneben befindet sich auch eine schöne Terrasse – ideal also, wenn der Nachwuchs noch nicht ausgepowert ist, die Großen aber ein Päuschen vertragen können.

Essen & Trinken

Direkt im Areal gibt es Snack-Automaten mit Getränken und Schokoriegel sowie eine Popcorn-Maschine. Für all jene, die gerne den ganzen Tag im Waldseilgarten verbringen möchten, empfiehlt es sich also, eine eigene Jause mitzubringen.

Infos

Waldseilpark X-Trees | Föhrenwald/Platöll | 6534 Serfaus | +43.5476.6202-330 | www.x-trees.at | info@x-trees.at | Öffnungszeiten: von Juni bis Oktober geöffnet

Julia

Julia König bändigt zwei kleine, aber umso wildere Jungs und ist deshalb in ihrer freien Zeit viel mit ihrer Familie in der Natur unterwegs. Sie hat die besten Tipps zu Abenteuerspielplätzen und Ausflugszielen.

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