Neue Wunderkammern in den Swarovski Kristallwelten in Wattens

Aktualisiert am 05.12.2017EckardEckard
Neue Wunderkammer vom indischen Stardesigner Manish Arora

International bekannte Künstler gestalteten in den letzten Wochen vier der 16 Wunderkammern im Riesen in Wattens neu. Ich durfte mich in dieser Zauberwelt umschauen und versuche, die aktuellen Neuerungen zu beschreiben.

„Der Fantasie muss am meisten Platz eingeräumt werden“, beschreibt Markus Langes-Swarovski die Vision der Swarovski Kristallwelten in Wattens. Und dieser Ort sollte nach seinen Worten nie perfekt, sondern fortwährend immer verändert werden um die Neugier der Besucher (bisher mehr als 13 Millionen) weiterhin zu wecken. Vier neue Wunderkammern sind ein erneut sichtbarer Beweis für diese angestrebte Metamorphose. Sie wurden gestaltet von vier international bekannten Künstlern: Manish Arora, Modedesigner aus Indien, André Heller, Aktionskünstler und Multitalent aus Österreich, Arik Levy, Künstler aus Isreal und Fernando Romero, Architekt aus Mexiko.

Manish Arora und die Liebe

Der indische Designer sagt selbst von sich, dass er sich bei neuen Projekten immer in ein Abenteuer stürzt, ohne den Ausgang genau zu wissen. In seiner Installation über die Liebe sich letztendlich alles stimmig zu einem Ganzen zusammen und die Einstellung könnte nicht besser zu diesem Thema, welches uns ein Leben lang begleitet, passen. Die Farbexplosion, die vielen Formen und Codes sind  magisch, fast wörtlich überwältigend. Der Weg zum „Fühl dich gut“ ist ein  kurzer  und ich kann mir gut vorstellen, dass sich der innige Wunsch des Designers durchaus mehrmals am Tag erfüllen könnte: Er hofft, dass viele Menschen beim Durchschreiten der Wunderkammer zu tanzen beginnen. Ich würde es gerne ohne Zuseher probieren :-)

André Heller und der Frieden

Die großen Helden des Friedens wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Albert Einstein und Rigoberta Menchú hat André Heller neben einigen anderen  Persönlichkeiten in seiner neuen Wunderkammer in den Mittelpunkt gerückt und ihre Botschaften mittels Hologramm-Technik lebendig gemacht. André Heller sagt selbst über sich, dass er sich lernend verwandeln will und dass es ihm dabei nicht um eine gewollte Inszenierung geht, sondern die Verbindung mit seinem Leben und seiner Einstellung zu tun haben muss. Diese feste Überzeugung macht Heller in diesem Raum sichtbar lebendig, wenn die vier Friedensaktivisten fast lebensecht zu einem sprechen und man mit großen Augen nur mehr staunt und lauscht. Für mich das Faszinierendste, das ich seit Langem gesehen habe!

Arik Levy und die Opazität

Der israelische Künstler Arik Levy hat in „seiner“ Wunderkammer ein Labyrinth mit Objekten gestaltet und wünscht sich, dass sich der Besucher beim Betrachten verliert und dabei eine bisher nicht wahrgenommene Schönheit erkennt. Dinge zu hinterfragen, zu entdecken was wir kontrollieren können und wo unsere Emotionen mächtiger sind, sind seine Botschaften. Beim Wandeln durch den Raum zwischen den ausladenden Objekten ist es ein Leichtes, neue Strukturen und ungewohnte Perspektiven zu sehen.

Ein Labyrinth mit Objekten: Arik Levys neue Wunderkammer

Ein Labyrinth mit Objekten: Arik Levys neue Wunderkammer

Fernando Romero und die Sonne

Der mexikanische Architekt Fernando Romero brachte sein bereits weit gereistes und ausgestelltes Kunstwerk „El Sol“ in die Kristallwelten nach Wattens.  2.880 maßgefertigte Swarovski-Kristalle formen eine Kugel, die exakt eine Milliarde Mal kleiner ist als der zentrale Himmelskörper und von einer innenliegenden Kugel aus LEDs beleuchtet wird. Schon die Hochkulturen der Azteken- und Maya-Pyramiden folgten der Geometrie der Himmelskörper. Romero ließ sich nun von diesen Völkern seines Heimatlandes inspirieren und verband dieses alte Wissen mit moderner Technologie. Das Strahlen von „El Sol“ ist für mich faszinierend, wärmend und geheimnisvoll zugleich.

Fernando Romeros Kunstwerk „El Sol“

Fernando Romeros Kunstwerk „El Sol“

Last but not least

Arik Levy meint auch, dass es toll ist, wenn es Orte gibt, über die man nicht genau weiß, was einen dort erwartet. Die Erfahrung, die man dort machen darf, regen einen viel stärker zum Nachdenken an. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht mehr zu den neuen Wunderkammern verraten. Zum Abschluss möchte ich euch noch meinen „All Time Favourite“ in den Kristallwelten zeigen: den Weihnachtsbaum von Toord Boontje und Alexander McQueen. Welch mutige, exotische, unberechenbare, irritierende Plätze des Staunens es doch gibt!

Eckard

Eckard Speckbacher ist viel unterwegs: in großen Städten, fernen Ländern und natürlich in Tirol. Er ist auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen: Geheimplätze, Restauranttipps und Hotels mit Charme werden von ihm entdeckt.

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