Winter-Sechskampf: Olympische Disziplinen in Tirol ausprobieren

20.02.2018JannisJannis
Im Gäste-Bob durch den Eiskanal. ©Innsbruck Tourismus

Einige Tiroler Wintersportler kämpfen zurzeit bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang um Medaillen. In 102 Disziplinen werden mittlerweile Olympiasieger gekürt. Wie fühlt es sich wohl an, mit 90 km/h im Rennbob durch einen Eiskanal zu rauschen? In der Folge findet ihr sechs Vorschläge, wie ihr in Tirol in die Rolle des Winter-Olympioniken schlüpfen könnt.

1. Gäste-Bob: Mit Tempo 90 im Eiskanal

Von „Wahnsinn“ und einem „geilen Gefühl“ spricht David Gleirscher aus dem Stubaital, unmittelbar nachdem er seinen Renn-Rodel in Pyeongchang zum Olympiasieg manövriert hat. Von ähnlichen Gefühlsregungen werdet ihr garantiert berichten, wenn ihr euch, von erfahrenen Profis begleitet, in den Olympia-Eiskanal in Innsbruck-Igls wagt. Wem es im Gästebob oder mit einem Gästeskeleton noch nicht spektakulär genug erscheint, kann es auch Stefan Raab gleich tun und die 14 Kurven und 1,3 Kilometer Bahnstrecke auf einem Wok zurücklegen.

2. Voll ins Schwarze beim Biathlon für Jedermann

Heute ist Seefeld als Langlauf-Mekka und Nordisches Kompetenzzentrum längst etabliert. An dieser Entwicklung haben die Olympischen Winterspiele einen erheblichen Anteil, fanden doch die Wettbewerbe in den nordischen Disziplinen 1964 und 1976, sowie bei den Olympischen Jugendwinterspielen 2012 allesamt in Seefeld statt. Neben dem exzellenten Loipennetz auf dem Seefelder Sonnenplateau, das keine Wünsche offen lässt, findet ihr in Seefeld eine der modernsten Biathlon-Anlagen Europas. Biathlon das ist doch nur etwas für Profis! Diese Aussage stimmt nicht ganz: In Seefeld könnt ihr bei der Cross Country Academy Kurse buchen, um selbst einmal die anspruchsvolle Kombination aus Ausdauer- und Präzisionssport auszuprobieren.

Biathlon Schnupperkurs mit der Cross Country Academy. © Olympiaregion Seefeld

3. Ab auf die Buckelpiste…

Freestyle-Skiing gehört erst seit 1992 zu dem Programm der Olympischen Winterspiele. Als erste Freestyle-Disziplin wurde die Buckelpiste eingeführt. Eine solche wilde, buckelige Abfahrt findet ihr zum Beispiel am Elferlift im Stubaital. Bezwinger der „Freaky Eleven“ haben im Wohnzimmer zwar keine Goldmedaille, dafür aber eine Auszeichnung der Neustifter Skischulen im Wohnzimmer hängen. Ist dies bei euch der Fall, habt ihr die Königsdisziplin des alpinen Skilaufs gemeistert!

4. Auf’s Wischen kommt’s an…

…in der einzigen waschechten Curlinghalle Tirols bzw. ganz Österreichs. Diese befindet sich in Kitzbühel und bietet euch unter fachkundiger Anleitung die Möglichkeit, auf Tuchfühlung mit einer oftmals unterschätzten olympischen Disziplin zu gehen (rutschen). Fragt doch einfach mal euren Chef, ob ihr das Vorabend-Programm der nächsten Firmen-Weihnachtsfeier nicht in die Curling-Halle nach Kitzbühel verlegt, ihr werdet es mit Sicherheit nicht bereuen!

Die einzige Curlinghalle Österreichs befindet sich in Kitzbühel. ©Kitzbühel Tourismus

5. Auf den Spuren einstiger Abfahrtshelden

Als 1964 die Olympia-Abfahrtsstrecke am Patscherkofel präpariert wurde, kam es zu einem echten Kuriosum: Der schneearme Winter sorgte dafür, dass das österreichische Militär 40.000 Kubikmeter Schnee an den Hausberg Innsbrucks schaffen musste. Während das Schneeproblem heute dank moderner Beschneiungstechnik gelöst ist, hat die Olympiaabfahrt die Zeiten überdauert. Seit Kurzem bringt euch die neue Patscherkofelbahn bequem und schnell direkt an den Start der drei Kilometer langen, legendären Olympia-Abfahrt. Und auch die Wahnsinnsaussicht auf Innsbruck und die Nordkette gegenüber ist geblieben.

Auf der Olympia-Abfahrt am Patscherkofel. © Tirol Werbung/Carlos Blanchard

6. Gähnender Tiefblick vom Zitterbalken der Bergiselschanze

Für mich ist es jedes Mal ein unwirklicher Anblick, wenn ich durch die Fluchten der Innsbrucker Straßen das faszinierende Bauwerk hoch oben am Bergisel erblicke. Oder auf der Brenner-Autobahn fast auf Augenhöhe den eleganten Sprungturm bewundere. Wie kann man nur so verrückt sein und sich da auf Skiern in die gähnende Tiefe hinabstürzen?

Während ich euch von einem Skisprung-Selbstversuch dann doch lieber abrate, empfehle ich euch eine Teilnahme an der Zitterbalken-Führung ohne Bedenken. Diese ermöglicht euch den Nervenkitzel zu verspüren, dem die Skispringer in schwindelerregender Höhe vor jedem Sprung Herr werden. Was nach diesem Adrenalinschub am Balken folgt, könnt ihr in unserem 360°Skisprung-Video nacherleben.

Jannis

Seine Leidenschaft für die Tiroler Bergwelt hat Jannis Braun nach Innsbruck geführt. Wann immer die Zeit sich bietet, schnürt er seine Bergschuhe, steigt auf das Mountainbike oder erkundet das vielseitige Innsbrucker Kulturangebot.

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