8 Tourentipps für Schneeschuhwanderungen in Tirol

Aktualisiert am 17.04.2018JannisJannis
Schneeschuhwanderung im Rofangebirge.

Auf die Schneeschuhe, fertig, los! In diesem Winter habe ich das Schneeschuhwandern als sanfte Alternative zum Skifahren so richtig für mich entdeckt. In diesem Blogbeitrag stelle ich euch eine Auswahl an Schneeschuhtouren in Tirol vor: Von der leichten Almwanderung bis zur anspruchsvollen Gipfeltour und der Kombination aus Schneeschuh- und Rodelerlebnis ist alles dabei.

Bei den folgenden Schneeschuhwanderungen handelt es sich um eine Auswahl von persönlichen, selbst begangenen Tourentipps. Auch wenn alle Wanderungen durch vergleichsweise lawinensicheres Gelände führen, erkundigt euch bitte vor Tourenstart unbedingt über die Lawinenlage und die Wettervorhersage. Oftmals bewegt ihr euch im hochalpinen Gelände, eine Lawinenausrüstung sollte also mitgeführt werden. Der Großteil der Vorschläge ist im Spätwinter bzw. Frühling ohne Einschränkung durchführbar. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachgehen!

1. Rangger Köpfl (1.939m) & Krimpenbachalm – Almidylle hoch über dem Inntal

Warum?

Ganz Innsbruck im Überblick, dahinter zieht sich das Unterinntal als grüne Riesenfurche durch die weißen Bergketten – Einfach ein gigantischer Ausblick vom Rangger Köpfl! Könnt ihr euch von diesem Anblick einmal lösen und dreht euch um, entdeckt ihr den eigentlichen Grund, warum ich euch diese Tour ans Herz lege. Unterhalb des Rosskogels wartet eine traumhafte Winterlandschaft darauf, von euch durchschritten zu werden. Zahlreiche kleine Hütten liegen auf den tief verschneiten Böden der unbewirtschafteten Krimpenbachalm. Wenn ihr Glück habt, ist sogar eine der Bänke vor den Almhütten freigeschaufelt. Ideale Plätze, um ungestört Kraft und Sonne zu tanken!

Wo geht’s lang?

Je nach Schneelage und eigener Fitness könnt ihr die Schneeschuhe an der Talstation der Peter-Anich-Bahn in Oberperfuss, am Panoramarestaurant Stiglreith oder an der Bergstation Sulzstich anschnallen. Startet ihr von Stiglreith aus, nutzt ihr die alte Liftschneise rechts von der Piste. Auf Höhe der Bergstation Sulzstich quert ihr die Piste und folgt den Wegweisern in Richtung Rosskogelhütte. Einen Abstecher zu der Hütte solltet ihr unbedingt einplanen. Das Rangger Köpfl ist dann schnell erreicht. Von dort erblickt ihr bereits die Krimpenbachalm. Zu dieser gelangt ihr bei freier Spurenwahl über das Plateau unterhalb des Rosskogels. Zurück quert ihr den Südhang des Rangger Köpfl bis ihr auf die Rodelbahn stoßt. Entweder nutzt ihr diese mit Rücksicht auf die Rodler oder weicht auf eine der Skitourentrassen aus, die durch den angrenzenden Wald ziehen.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Bergstation der Bergbahnen Oberperfuss am Eingang zum Sellrainer Tal, Stubaier Alpen

Distanz: 7 km

Dauer: 3 h ab der Bergstation

Höhenmeter: 380 hm ab der Bergstation

Schwierigkeit: leicht, kurze steile Abschnitte entlang der Piste bereiten keine Probleme

Lawinengefahr: Selten lawinengefährdet wenn ihr euch an die beschriebenen Routen haltet.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Rosskogelhütte, SB-Restaurant Sulzstich, Panorama-Restaurant Stiglreith

Winteridylle unterhalb des Rosskogels

2. Zäunlkopf (1.746m) – Kleiner Gipfel mit großer Überraschung

Warum?

Ich mag diese Gipfel, denen weniger Beachtung zukommt, als sie eigentlich verdient hätten. Der Zäunlkopf ist einer von diesen Kleinen im Konzert der Großen, der euch einen Besuch großzügig dankt. In seinem Fall mit einer Traumaussicht in die wilden Karwendeltäler und den darüber aufragenden Gipfelketten des Karwendelgebirges. Auf der anderen Seite grüßen oberhalb des Seefelder Plateaus die Zackenreihen des Wettersteins und der Mieminger Kette herüber. Bei den ganzen Blickfängen wurde aus der geplanten Halbtagestour ganz unbemerkt eine längere Unternehmung, so einladend habe ich das ebene Gipfelplateau des Zäunlkopfs empfunden.

Wo geht es lang?

Der anstrengendste Teil des Anstiegs erwartet euch zu Beginn der Tour und ist ein echter Konditionstest. Der Auftakt über die ehemalige Piste des Mühlberglifts ist steil. Mehrere Male die Rodelbahn querend, erreicht ihr die alte Liftstation. Nun legt sich das Gelände. Den Wegweisern in Richtung Oberbrunnalm und Zäunlkopf folgend, führt euch der nächste Abschnitt durch einen lichten Bergwald.

Nach einer kurzen, steilen Hangquerung öffnet sich das Gelände dann endgültig und der Schlussanstieg zum Gipfel des Zäunlkopfes zeigt sich erstmalig. Über den letzten  Aufschwung erreicht ihr zunächst den Vorgipfel und schließlich den höchsten Punkt des Zäunlkopfes. Der Rückweg verläuft über den Anstiegsweg oder optional über die Oberbrunnalm.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Parkplatz Mühlberg in Scharnitz (unweit des Bahnhofs Scharnitz) bei Seefeld, Karwendel

Distanz: 8,8 km

Dauer: Aufstieg 2,5 h, Abstieg 1,5 h

Höhenmeter: 830 hm

Schwierigkeit: mittelschwierig, etwas Routengespür und sicheres Gehen in steileren Hängen erforderlich

Lawinengefahr: Kaum lawinengefährdet, wenn ihr euch an die beschriebene Route haltet.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Keine

Der Zäunlkopf ist bald erreicht

3. Rofanspitze (2.259m) – Anspruchsvolle Gipfeltour im Schneeschuh-Paradies

Warum?

Das Gebiet rund um die Erfurter Hütte hat sich für mich als eindrucksvolles Schneeschuh-Paradies entpuppt. Letztendlich fiel es uns so schwer, uns aus der tief verschneiten Gebirgswelt zu trennen, dass wir trotz Eiseskälte bis zum Sonnenuntergang an der Erfurter Hütte ausharrten. Was das Rofangebirge bzw. die Rofanspitze zu einer so empfehlenswerten Schneeschuh-Destination macht: Zum Einen ist es die Möglichkeit, sich von der Rofan-Seilbahn mühelos zur Bergstation an der Erfurter Hütte auf 1.800 Meter Seehöhe bringen zu lassen. Somit kommt ihr in den Genuss eines hohen Ausgangspunkt.

Zum Anderen muss es gar nicht die anspruchsvolle Gipfeltour zur Rofanspitze (2.259m) sein. Bereits der Gebirgskessel rund um die Erfurter Hütte ist mit seinen seichten Mulden und Kuppen sowie eindrucksvollen Felswänden landschaftlich reizvoll. Wer Erfahrung mit steilen und etwas abschüssigen Passagen im Schnee hat (Gipfelhang), dem lege ich bei günstigen Schnee- & Lawinenverhältnissen die Rofanspitze aber doch unbedingt ans Herz. Auf dem Weg zum höchsten Punkt ergeben sich immer wieder neue Blickwinkel auf die Gipfel des Rofans.

Wo geht es lang?

Wer die Tour zur Rofanspitze als konditionelle Ganztages-Variante gehen möchte, startet an der Talstation der Rofan-Seilbahn, folgt dem Sommerweg und später der Skipiste hinauf zur Erfurter Hütte. Ab der Erfurter Hütte durchquert ihr die Wintersport-Infrastruktur in nordöstlicher Richtung. Im ersten Teil der Route könnt ihr euch super an den Schautafeln des Skitouren-Infoweges orientieren. Nach dem Anstieg in die Grubenscharte folgt der anspruchsvolle Teil der Tour. Zunächst muss ein schräger Hang leicht abschüssig gequert werden, bevor im letzten Teil einige Spitzkehren Kraft und Steigtechnik erfordern. Retour geht es über dieselbe Route.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Maurach am Achensee, Rofan Seilbahn, Erfurter Hütte

Distanz: Ab Erfurter Hütte Gesamt 7 km, ab Talstation gesamt 15 km

Dauer: Ab Erfurter Hütte Gesamt 4 h, ab Talstation gesamt 8 h

Höhenmeter: 420 hm

Schwierigkeit: schwierig

Lawinengefahr: Aufgrund der finalen Querung und des Schlusshanges nur bei sicheren Verhältnissen gehen, ansonsten kaum lawinengefährdet.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Erfurter Hütte, Buchauer Alm

In der Querung unterhalb des Schlusshangs

4. Feldringalm (1.888m) & Faltegartenköpfl (2.184m)

Warum?

Die Runde über die Feldringalm auf das Faltegartenköpfl stellt eine lohnenswerte Spritztour am Dreitälereck Haimingerberg dar. Sie ist nicht schwierig und schenkt somit auch Einsteigern der Schneeschuh-Disziplin ein wunderbares Gipfelerlebnis.

Wunderbar bleibt mir auch die Feldringalm in Erinnerung. Man nehme eine hölzerne, urige Außenfassade, addiert ein wohliges Interieur und erhält den absoluten Wohlfühlort Feldringalm. Spitze ist das Panorama vom Faltegartenköpfl. Besonders sticht der über 3.000 Meter hohe Acherkogel hervor, der mit seinen abweisenden Felsflanken den Eingang des Ötztals bewacht. Bei Einigen mag der Tiefblick ins Inntal für eine Portion Nervenkitzel sorgen. Bei der Aussicht schaue ich – im wahrsten Sinne des Wortes – gerne über den kleinen Makel in Form der Hochspannungsleitung hinweg.

Wo geht es lang?

Der Weg auf den Gipfel ist schnell erklärt. Die ersten 30-40 Minuten folgt ihr der Rodelbahn hinauf zur Feldringalm. Anschließend taucht ihr durch die steile Schneise über der Alm in das kurze Waldstück ein. Schnell erreicht ihr die offenen Flächen der Feldringer Böden. Auf deutlicher Spur lasst ihr die erste Geländestufe hinter euch und schreitet unter der Hochspannungsleitung hindurch. Kurz wird es steiler, bevor ihr einen Sattel unterhalb des Gipfels erreicht. Den kurzen Gipfelhang querend, umrundet ihr das Köpfl zunächst halb, um dann über den etwas schmaleren Gipfelkamm leicht anregend zum Kreuz zu gelangen. Auf dem Rückweg könnt ihr noch den Abstecher zum Grünwaslkreuz mitnehmen. Von dort gelangt ihr oberhalb der Waldschneise wieder auf den Weg zur Feldringalm.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Parkplatz am Sattele, von Oetz oder Haiming aus erreichbar, Sellrainer Berge

Distanz: Ca. 7 km gesamt

Dauer: Gesamt 3-4 h

Höhenmeter: 500 hm

Schwierigkeit: leicht

Lawinengefahr: Wenn ihr euch an die Spur haltet kaum gefährdet.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Feldringalm

Wohlfühlort Feldringalm

5. Zu Besuch bei den Naviser Almen

Warum?

Valsertal, Schmirrntal und Navistal: Die östlichen Seitentäler des Wipptals haben es mir besonders angetan. Das liegt vor allem an ihrer Ursprünglichkeit, den verschlafenen Berg(Steiger-)dörfern und den vielen Almen, von denen in dieser Gegend ein ganz besonderer Charme ausgeht. Im Naviser Tal verbindet, im Sommer wie im Winter, ein gut begehbarer Weg mehrere Almen zu der sogenannten Naviser Almenrunde. Diese wird am Ende mit der Naviser Hütte von einer ganzjährig geöffneten Schutzhütte abgeschlossen. Peeralm, Tischleralm, Vögeleralm, Zehenter Alm, Klammalm, Poltenalm, Stöcklalm, nicht alle liegen direkt an der Almenrunde, können aber ansonsten auf kurzen Umwegen erreicht werden und geben jede für sich, unter Schneemassen begraben, ein fantastisches Bild ab.

Geöffnet hat in den Wintermonaten neben der Naviser Hütte die Peeralm gleich zu Beginn der Runde. Von Ersterer kann ich berichten, dass eine Einkehr in der gemütlichen Stube ein schöner Abschluss der Tour ist, kulinarisch und atmosphärisch. Von der Peeralm müsst ihr mir berichten! Letztendlich noch der Hinweis, dass ihr euch an der Naviser Hütte Rodel ausleihen könnt und somit, die Schneeschuhe an den Rucksack geschnallt, in Windeseile zurück im Dorf seid.

Wo geht’s lang?

Wer die Anfahrt ins Navistal mit Bahn und Bus gestaltet, läuft zunächst die kleine Bergstraße entlang zum Parkplatz Grün. Fahrt ihr mit dem Auto, startet ihr die Runde von dort oder weiter unten am Parkplatz Schranzberg. Vom Parkplatz Grün führt ein als Rodelbahn präparierter Winterwanderweg zur Peeralm. Dort lege ich euch den kurzen, aber lohnenden Abstecher zur Zehenter Alm ans Herz.

Wieder an der Peeralm angekommen, geht es an der Tischler und Vögeleralm nun weiter dem Talschluss des Naviser Tals entgegen. Nun steht ihr vor der Wahl, ob ihr mit der Klammalm eine weitere Alm in eure Runde einbindet oder über den wunderschönen Waldpfad direkt in Richtung Poltenalm und Naviser Hütte aufbrecht. Von der Naviser Hütte erreicht ihr dann über die Rodelbahn zu Fuß oder auf hölzernem Gefährt den Parkplatz Schranzberg bzw. Navis.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Navis in den Tuxer Alpen, Bus-Endhaltestelle oder Parkplatz Schranzberg, Parkplatz Grün

Distanz: 10 km

Dauer: Klassisch 4 h, Abstecher zur Zehenter Alm oder Klammalm jeweils 45 Minuten zusätzlich

Höhenmeter:  500 hm

Schwierigkeit: leicht

Lawinengefahr: Wenn ihr am Weg bleibt kaum Lawinen gefährdet.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Peeralm, Naviser Hütte

Die Zehenter Alm im Wintergewand

6. Padauner Kogl (2066m): Geheimtipp im Valsertal

Warum?

Alleine die Anfahrt durch das winterliche Valsertal ist schon ein Fest für das Auge. Ich war in das Seitental des Wipptals direkt nach der Arbeit aufgebrochen. Bei der letzten Kehre der Bergstraße nach Padaun war der Alltag schnell ganz weit entfernt. In dieser lieblichen Ansammlung von Höfen können sich Geist und Körper gar nicht dagegen wehren, in einen wohltuenden Entschleunigungsprozess zu geraten.

An diesem Tag habe ich doppelt so lange bis zum Gipfelkreuz auf über 2.000 Meter Seehöhe gebraucht wie auf dem Wegweiser angeschlagen. Derart viele Motive boten sich immer wieder auf der eigentlich kurzen Wegstrecke. Angefangen von den winterlichen Nadelbäumen, bis zu der Ansicht des markanten Gipfel-Duos aus Olperer und Schrammacher. Das Duo zog mich so in seinen Bann, dass ich schließlich am Gipfelkreuz des Padauner Kogels hockte, bis eben nur noch die beiden Zillertaler Berg-Giganten von den letzten Sonnenstrahlen des Tages berührt wurden. Gut, dass die Tour so kurz ist. Solltet ihr auch ein Sonnenuntergang-Erlebnis anstreben, schafft ihr es genau bis zum Einbruch der Dunkelheit zum Ausgangspunkt zurück. Ansonsten eignet sich der Padaunerkogel als super Halbtagestour mit anschließender Einkehr in Padaun oder Vals.

Wo geht’s lang?

Von der Siedlung Padaun folgt ihr für kurze Zeit der Teerstraße in Richtung Larcher Hof. Hier startet der Anstiegsweg zum Padauner Kogl. Steil geht es zum Waldrand hoch und von da aus gut markiert auf schmalem Pfad durch den Wald hinauf. Der Wald wird lichter und ihr erreicht die Seile einer Materialseilbahn. Der Schneise der Seile folgend, gelangt ihr an die zugehörige Hütte. Weiter Richtung Norden kommt ihr abwechselnd durch kurze Waldstücke und über freie Flächen an einen Weidezaun. Dieser wird in der Folge zu eurem ständigen Begleiter bis ihr bald an den etwas steileren Gipfelhang gelangt. Anschließend geht es fast eben zum Gipfelkreuz und der großen Aussicht. Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Parkplatz in der Siedlung Padaun oberhalb des Valsertals, Tuxer Alpen

Distanz: 6,8 km

Dauer: 1,5 h

Höhenmeter: 480 hm

Schwierigkeit: mittelschwierig

Lawinengefahr: Kaum lawinengefährdet wenn ihr auf der beschriebenen Route bleibt.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Berggasthof Steckholzer in Padaun

Die letzten Sonnenstrahlen berühren die hohen Zillertaler Gipfel

7. Feilalm (1.372m) & Feilkopf: Hoch über Achensee & Karwendeltälern

Warum?

Gern- und Falzthurntal: Die beiden Täler, die von Pertisau am Achensee in das Karwendelgebirge ziehen, sind hervorragende Winterwandergebiete und alleine wegen der zahlreichen Almhütten und Gasthäuser in Tallage schon einen Besuch wert. Wer höher hinaus will und auf eben diese wunderschöne Tallandschaft hinabschauen möchte, sollte eine Schneeschuh-Tour zur Feilalm und dem Feilkopf unternehmen. Die Feilalm liegt in traumhafter Lage genau zwischen den beiden Tälern. Neben einer urigen Gaststube und einer exzellenten Kaspressknödelsuppe, bietet sie einen interessanten Blickwinkel auf den Achensee.

Ein wenig mehr Krafteinsatz verlangt der Feilkopf (1.562m), dessen Gipfel 200 Höhenmeter direkt über der Alm die zusätzlichen Aufstiegsmeter mit einer noch umfassenderen Aussicht belohnt. Die meisten Blicke wird wohl das formschöne Sonnjoch auf sich ziehen, einer meiner absoluten Lieblingsgipfel in der Gegend. Wie bei vielen Almtouren punktet auch die Tour zur Feilalm mit der Möglichkeit, den Abstieg auf einem ausgeliehenen Rodel zurückzulegen.

Wo geht’s lang?

Zwei Wege führen vom Parkplatz Karwendeltäler aus zur Feilalm. Der weit ausholende Forstweg, der hinter der Pletzachalm im Gerntal abzweigt oder der direkte, etwas anspruchsvollere Waldanstieg durch die Südflanke des Feilkopfes. Auch für den Weiterweg von der Feilalm zum Feilkopf stehen euch zwei Aufstiegswege zur Auswahl. Für die einfachere, aber längere Option folgt ihr dem Almweg zur Gütenbergalm um dann von Westen auf den Gipfel zu gelangen. Die Alternative zweigt in der zweiten Kurve des Almwegs ab und führt euch steil den Osthang zum Gipfel hinauf. Zurück an der Feilalm, kommt zu den bereits Genannten eine dritte Abstiegsmöglichkeit dazu: Der hauseigene Rodelverleih macht es möglich!

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Parkplatz Karwendeltäler, Pertisau

Distanz: 14 km

Dauer: 4,5 h

Höhenmeter: 600 hm

Schwierigkeit: Forstweg leicht, Waldsteig mittelschwierig, Aufstieg auf den Feilkopf je nach Wegwahl leicht oder mittelschwierig

Lawinengefahr: Generell kaum gefährdet, bei ungünstigen Verhältnissen ist in der Südflanke Vorsicht geboten.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Feilalm, Pletzachalm

Urige Fassade der Feilalm.

8. Blaser (2.241m) – Aussichtsgipfel für Konditionsstarke

Warum?

Der Blaser oberhalb von Steinach am Brenner trägt nicht ohne Grund seinen Namen. Zieht der Föhn mal wieder durch das Wipptal, bläst der Wind mit rasender Geschwindigkeit über den Gipfel des Blasers und kann euch das Gipfelerlebnis durchaus unangenehm gestalten. Bei ruhiger Windlage ist die Ausdauer fordernde Tour dagegen uneingeschränkt zu empfehlen. Zu allererst wegen der beeindruckenden Rundumsicht auf die Stubaier und Zillertaler Alpen, an der man sich kaum satt sehen kann. Des Weiteren empfehle ich euch eine Tour auf den Blaser wenn ihr auf der Suche nach Einsamkeit in großartiger Winterlandschaft seid. Viele nehmen die 1.000 Höhenmeter trotz des unschwierigen Geländes und der geringen Lawinengefahr nicht auf sich.

Wo geht’s lang?

Von dem Parkplatz in Trins-Leiten folgt ihr dem Sommer-Hüttenweg zur Blaserhütte, kreuzt den Forstweg und steigt weiter durch das landschaftlich reizvolle Tal aufwärts. Über schöne Mähder und vorbei an einigen Heuhütten stoßt ihr auf die Mountainbike-Route. Kurz darauf erreicht ihr die im Winter leider geschlossene Blaserhütte. Am breiten Rücken weiter aufsteigend gelangt ihr zum großen Panorama am Blaser Gipfel. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit die Tour entlang der Skiroute über die Sanddürrenmähder zu einer schönen Rundtour auszuweiten. Ansonsten geht es über den Anstiegsweg auch wieder retour ins Gschnitztal.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Hüttenparkplatz der Blaserhütte im Ortsteil Leiten bei Trins

Distanz: 10 km

Dauer: 5,5 h

Höhenmeter: 1.000 hm

Schwierigkeit: mittelschwierig

Lawinengefahr: Kaum lawinengefährdet wenn ihr auf der beschriebenen Route bleibt.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Keine, Blaserhütte im Winter geschlossen

Wintersonne am Blaser

War etwas für euch dabei? Wenn ihr weitere Vorschläge für Schneeschuhtouren in Tirol habt, freue ich mich wenn ihr diese in einem Kommentar teilt.

Jannis

Seine Leidenschaft für die Tiroler Bergwelt hat Jannis Braun nach Innsbruck geführt. Wann immer die Zeit sich bietet, schnürt er seine Bergschuhe, steigt auf das Mountainbike oder erkundet das vielseitige Innsbrucker Kulturangebot.

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