Fünf Wirtshäuser mit eigener Produktion

Aktualisiert am 25.04.2018MichaelMichael

Wiesenlasagne statt Essen aus der Mikrowelle, Gamsknödel statt Fast Food und Unkrautsuppe statt Einheitsbrei. Diese Wirtshäuser setzen beim Kochen auf Produkte aus ihren eigenen Gärten, Feldern und Ställen. Manche der Wirtsleute jagen ihr Wild selbst, andere fischen Forellen auf Bestellung aus dem Wasser hinterm Haus.

1. Blaue Quelle

Erl, Kufstein

Wer gern Fisch isst, kommt hierher. Hinter dem gleichnamigen Gasthof sprudelt die größte Trinkwasserquelle Westösterreichs, die Blaue Quelle. Wenn Gäste hier eine Regenbogenforelle mit Gemüse bestellen, wird sie direkt aus dem kleinen Becken hinter dem Haus geholt und von Alexander Struth zubereitet. Er und seine Frau Gaby betreiben den Gasthof Blaue Quelle in dritter Generation. Überlieferte Rezepte der Südtiroler Großmutter kombiniert die Familie Struth mit zeitgemäßen Kreationen.

2. Rimmlstube

Berwang, Außerfern

Wenn Markus Singer und Karin Rimml auf die Jagd gehen, tun sie das im hauseigenen Revier der Rimmlstube. Das Resultat sind ausgezeichnete Gams-, Hirsch und Rehspezialitäten. Auch andere traditionelle Gerichte wie Tiroler Kasspatzln und Krautkrapfen stehen hier auf der Speisekarte. Die braunen Tiroler Bergschafe der Rimmlstube fressen vorwiegend Berg- und Heilkräuter, das schmeckt man natürlich. Das Lammfleisch verarbeiten die Wirtsleute zu Schafwürsten und Schafgeräuchertem.

3. Strumerhof

Matrei, Osttirol

Frau Holzer kann zaubern. Das behaupten zumindest Gäste, die schon mal in ihrem Osttiroler Bergbauernhof am Fuße des Großvenedigers gespeist haben. Und tatsächlich: Anna Holzer kocht Brennnesselknödel, verfeinert Tiramisu mit Löwenzahn und ergänzt Campari mit Schafgarben. Was andere als Unkraut bezeichnen, landet bei ihr in der Suppe. Die Zutaten für ihre Gerichte findet Holzer im Wald und auf Almwiesen vor der Tür. Blüten, Rindenstücke und sogar Flechten wandern in den Kochtopf. Ihr Vorzeigegericht ist aber das gebratene Lamm in Bergheu. Aber natürlich ist das noch nicht alles: Familie Holzer hält auch Vieh, verarbeitet Milch zu Frischkäse, backt Brot.

Illustrationen – Dan Matutina

4. Linde

Stumm, Zillertal

Einen Landgasthof mit Biogarten nennt Hannes Ebster sein Eigen. Aus dem Garten kommen die frischen Salate, das Gemüse und die Kräuter, auch das Brot bäckt Ebster selbst. Das Rehtatar samt Hühnerleberparfait, Weichseln und schwarzen Nüssen überzeugte sogar die Juroren des Gourmetführers Gault- Millau. Vielleicht auch, weil sich Ebster von der Rezeptsammlung seiner Mutter inspirieren lässt.

5. Postgasthof Gemse

Zams, Landeck

Ein typisches Dorfgasthaus, direkt neben der ehemaligen Römerstraße Via Claudia Augusta gelegen: Passend zum traditionellen Ambiente des alten Gasthofs Gemse serviert Wirt Seppl Haueis sehr gute Wildgerichte und Braten. Auf seiner Speisekarte finden Gäste vorwiegend Produkte aus der hauseigenen Landwirtschaft, dem Kräutergarten und der Jagd, die Speisen variieren nach Jahreszeit. Im Frühling serviert Haueis Spargel, Pilze und Beeren, im Herbst Wildgerichte, Kürbis, Geräuchertes oder Tiroler Berglamm.

Michael

Michael Gams ist in seiner Freizeit viel im Land unterwegs: Beim Wandern, Mountainbiken, Freeriden und Skitouren gehen entdeckt er die schönsten Plätze.

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1 Kommentar

Anna Holzer, Kräuterwirtshaus Strumerhof

Lieber Herr Michael, ist das eine tolle Überraschung, auf die ich gerade aufmerksam gemacht wurde!
Voll interessant - das werden unsere nächsten Ausflugsziele - zu Menschen/zu Betrieben hin, die ähnlich "ticken"!
Danke vor allem aber auch für die feine Darstellung unseres Wirtshäusls, richtig liebevoll formuliert!!
Gewaltig und ganz speziell ist auch die Illustration - für beides ein herzliches Danke nochmals!!
Ich hoffe, wir können uns vor Ort einmal revanchieren - mit "Wege"tarischem am Teller und im Glas.
...schließt ein gutes Stück Fleisch nicht aus.. :-)) ...

Sonnige Grüße an Sie und Ihr Team, auch an die Berufskolleginnen und -kollegen
Anna Holzer mit Familie

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