Reisebericht: Urlaub in der Tiroler Familienregion Serfaus-Fiss-Ladis

Aktualisiert am 26.05.2018JuliaJulia

Urlaub in den Bergen? Als Tirolerin? Nie im Leben, dachte ich mir, und bin dann trotzdem für eine Woche in die Region Serfaus-Fiss-Ladis gefahren, um für diesen Blogbeitrag zu recherchieren. Jetzt sitze ich wieder in Innsbruck – die Nordkette fest im Blick – und finde es eigentlich nur schade, dass wir heuer nicht wieder in die Tiroler Familienregion kommen werden. Und meine Jungs sowieso, schließlich sind wir uns in dieser Sache absolut einig: dieser Urlaub war einer unserer schönsten Familienurlaube überhaupt.

Tag 1 – Anreise und Bikepark Fiss

Fast hätten wir es ja gar nicht nach Serfaus geschafft, wo ich unsere Unterkunft gebucht hatte: auf dem Weg dorthin nämlich protestierten die Jungs gegen die Weiterfahrt, weil sie unbedingt in den Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis wollten, oder zumindest in den Waldseilgarten. Nur schwer konnte ich ihnen glaubhaft versichern, dass wir alles (na gut, fast alles) ausprobieren werden und es nicht notwendig sei, sofort aus dem Auto zu springen.

Die Familienregion Serfaus-Fiss-Ladis nennt sich selbst „Urlaubsparadies für Familien“. Dass dies deutlich mehr als ein Marketinggag spüren wir schon, als wir beim Ortseingang von Serfaus vom Maskottchen Murmli herzlich begrüßt werden. Während ich mich mit einem Polizisten unterhalte, unterhält Murmli die Kinder, schüttelt Hände, verteilt Gummibärchen und sorgt für gute Stimmung auf den Rückbänken. Wir fühlen uns sofort willkommen.

Ausgerüstet mit einem dicken Paket an Infobroschüren beziehen wir unser Appartement. Die Gästekarte haben wir an der Rezeption kostenlos ausgestellt bekommen und können damit während der Dauer unseres Aufenthaltes alle Bergbahnen und die Wanderbusse so oft nutzen, wie wir wollen. Mit einer wohlverdienten Tasse Kaffee in der Hand breite den Schatz an Erlebnismöglichkeiten vor den Jungs aus: Murmliwasser, Erlebnispark Hög, Thomas Brezinas Abenteuerberge, Sommer-Funpark Fiss, die zwei Sommerrodelbahnen Schneisenfeger und Fisser Flitzer, den Waldseilgarten X-Trees und natürlich nicht zuletzt den Bikepark Fiss (zumindest den Kidspark). Meine Kinder bekommen Schnappatmung.

Weil sich heute aber nichts mehr davon ausgeht, fahren wir auf einen kurzen Sprung zum Kids Park in Fiss, bevor wir das Örtchen Serfaus auf der Suche nach Abendessen erkunden wollen. Die Jungs probieren alle Jumps und Tracks aus und obwohl ich nur gemütlich in einem Liegestuhl liege, geht mein Puls auf 180. „Dann schau halt nicht hin“, meinen die beiden lapidar.

Glücklicherweise macht so viel Action aber hungrig und ich darf die zwei zum Essen ausführen. Mit der U-Bahn geht’s zurück und die Kinder sausen fangen spielend durch den Ort. Diesmal bin auch ich entspannt, schließlich können sie maximal mit anderen Kindern, nicht aber mit Autos zusammenstoßen, denn Serfaus ist schon seit vielen Jahren verkehrsberuhigt. (Gäste dürfen mit Auto bis zur Unterkunft fahren und können dann kostenlos die höchstgelegenste und kleinste Dorf-U-Bahn der Welt benutzen.)

Tag 2 – Murmliwasser und Geocaching

Heute geht’s erst richtig los: gleich in der Früh gondeln wir mit der Komperdellbahn zum Murmliwasser, einer der ersten großen Bergerlebniswelten Tirols. Während ich mich noch ein bisschen sammle (was im Grunde nur eine Ausrede dafür ist, noch einen Kaffee zu trinken), sind die Jungs schon über alle Berge und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus – sie erkunden Murmeltierhöhlen unter Wasser, waschen Gold, klettern und ziehen sich mit Floßen über kleine Seen.

Nach einer kurzen Rast geht’s weiter mit dem Bären Caching Park, der direkt im Murmliwasser startet. Die App dazu habe ich mir über das gratis WLAN der Bergbahn runtergeladen. Die Jungs sind anfangs nicht so begeistert und glauben, dass ich ihnen „irgendeine langweilige Wanderung“ unterjubeln will, aber bald kennen sie kein Halten mehr. Mit dem Handy bewaffnet, tigern sie durch den Wald und navigieren von Hinweis zu Hinweis.

Nach etwa einer guten Stunde haben wir das Ziel erreicht und gönnen uns ein ordentliches Mittagessen. Den Nachmittag lassen wir wieder im Murmliwasser ausklingen, schließlich gibt es im 15.000 Quadratmeter großen Areal noch jede Menge zu erleben und zu entdecken.

Tag 3 – Piratenweg und Erlebnispark Hög

Auf das heutige Programm habe ich mich besonders gefreut: wir erwandern den Piratenweg, Thomas Brezinas‘ neuen Abenteuerberg . Die Kinder sind zwar skeptisch, weil sie Abenteuerwanderung hören, freuen sich aber über den Abenteuerblock, den wir bei der Talstation der Komperdellbahn bekommen haben und können es dann doch irgendwie kaum erwarten, sich auf Schatzsuche zu machen. (Zu den Abenteuerbergen gibt es übrigens einen eigenen Erlebnisbericht.)

Mit einem Feuereifer laufen sie den Weg ab und stehen schon nach etwas mehr als einer Stunde am Erlebnispark Hög. Ich hätte eigentlich schon wieder Hunger, aber die Jungs sind zu aufgeregt und wollen erst mal entdecken. Also packe ich die Badehosen aus und miete ein Tretboot. Während ich mal wieder die Füße hochlege, jagen die zwei Abenteurer schon wieder digitale Schätze mit dem Smartphone, so genannte Caches.

Dass sie auch im Anschluss noch keinen Hunger haben, versteht sich wohl von selbst, schließlich müssen auch an Land Caches gefunden und Wasserlabyrinth, Trampolin und Sprungturm entlang des Weges ausprobiert werden. Nach weiteren zwei Stunden sitze ich mit zwei völlig erschöpften, aber glücklichen und immer noch sprudelnden Kindern in der Gondel Richtung Talstation. Dort gibt es ausnahmsweise Eis zur Vorspeise :-)

Tag 4 – Schneisenfeger, Fisser Flitzer und Hexenweg

Der Wettergott meint es gut mit uns: heute stehen die Alpine Coaster der Region auf dem Programm und weil es nieselt, haben wir den Schneisenfeger ganz für uns allein. Wo gestern noch recht lange Warteschlangen zu sehen waren, können wir heute direkt in die Sommerrodel einsteigen. In Begleitung meiner Schwester (Kinder dürfen erst ab 8 Jahren und einer Körpergröße von 130 cm alleine fahren) liefern wir uns rasante Rennen und weil ich nicht glauben will, dass die anderen schneller waren als wir, gönnen wir uns den Spaß und fahren eine Runde nach der anderen. Gegen Mittag kommt die Sonne langsam wieder raus und wir nehmen die Alpkopfbahn zurück ins Tal, wo wir in die Sunliner-Gondel umsteigen.

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Von der Bergstation aus spazieren wir durch einen verwunschenen Wald zum Sommer-Funpark Fiss, wo schon die nächste Sommerrodelbahn auf uns wartet: mit dem Fisser Flitzer rasen wir an Indianerzelten und durch Nebelhöhlen zur Talstation der Schönjochbahn, die uns Thomas Brezinas‘ Hexenweg bringen wird.

Vorbei an Riesenspinnen, jeder Menge Hexenbesen und dem wohl größten Hexenbuch der Welt geht es immer bergab, bis die Welt nach etwa zwei Stunden plötzlich Kopf steht. Schnell haben meine beiden Wandermuffel ihre müden Beine vergessen und erkunden die Hexenstube.

Nach einer ordentlichen Jause spazieren wir die letzten paar Meter zur Sonnenbahn, mit der wir wieder nach Fiss gondeln. Und obwohl wir heute schon ziemlich oft auf und ab gefahren sind, gönnen wir uns noch eine letzte Fahrt mit dem Fisser Flitzer, bevor es nach Hause geht. Belohnung muss schließlich sein ;-)

Tag 5 – Waldseilgarten X-Trees

Versprochen ist versprochen und darum muss ich heute wohl oder übel in den Waldseilgarten und mich meiner Höhenangst stellen. Besonders motiviert bin ich ja nicht, aber ich will meine Angst schließlich nicht auf die Kinder übertragen und so lasse ich mich – widerwillig, aber doch – auf den Spaß ein. Wir turnen durch den Wald und hangeln uns durch die Hindernisse und obwohl ich mich anfangs wirklich nicht sehr wohl gefühlt habe, kann ich am Ende des Tages doch sagen: Spaß hat’s tatsächlich gemacht, nur mit Füße hochlegen war heute mal nix ;-) Wer gern mehr darüber erfahren möchte: der Tag war für mich so beeindruckend, dass ich darüber einen eigenen Beitrag geschrieben habe.

Tag 6 – Kinder Bergwerk und PlayIN

Weil ich von den letzten Tagen ganz arg Muskelkater habe, wollen wir es heute ruhiger angehen. Naja, ich zumindest. Drum schauen wir heute zum Kinder Bergwerk Fiss am Schönjoch – einem wirklich tollen Spielplatz, auf dem die Kinder nach Herzenslust tollen, buddeln und sich wie echte Bergbauarbeiter fühlen können. Ich genieße derweil das Panorama und den ausgezeichneten Cappuccino.

Verwöhnt vom Programm der letzten Tage, drängt der werte Nachwuchs aber schon bald weiter und weil das Wetter gerade umschlägt, dürfen die Kinder nach einem kurzen Spaziergang am Kunstweg endlich das PlayIN in Serfaus besuchen. Beim Eingang werde ich gleich nach meiner Telefonnummer gefragt, denn die Kinder können hier alleine bleiben. (Eltern dürfen, müssen aber nicht, mit hinein.)

Während die Kids klettern und toben, können wir Eltern in der Eingangslounge sitzen und wer mag, hat den Nachwuchs über Kameras immer im Blick. Geschulte Pädagogen kümmern sich derweil um die Kinder, die nicht wissen, ob sie zuerst an die Kletterwand, durch das Laserlabyrinth oder in die Spielburg wollen.

Ich freue mich, dass ich so unverhofft zu einer kurzen Auszeit gekommen bin und die Jungs wollen auch nach zwei Stunden noch nicht heim. Ein Traum :-)

Tag 7 – Forscherpfad

Ein Schmankerl haben wir uns für den letzten Tag aufbehalten: den Forscherpfad in Ladis. Nicht ganz so leicht zu erreichen wie die anderen Abenteuerberge, zahlt sich die Wanderung dorthin entlang des Wasserwanderwegs aber in jedem Fall aus. Der Weg führt durch einen angenehm schattigen Wald mit knorrig-alten Bäumen und vielen Wasserstellen – den Forscherpfad hat man in etwa einer Stunde erreicht. Wie bei allen Abenteuerbergen, kann man die Rätsel statt mit dem Abenteuerblock auch in der Abenteuerberge-APP lösen (Power-Bank mitnehmen!). Keine Frage, dass das den Jungs taugt und sie von einer Station zu nächsten sprinten. Nach einer gefühlten halben Stunde sind wir auch schon am Ziel und holen uns bei der Talstation der Sonnenbahn Ladis unsere dritte Abenteuerberg-Urkunde, bevor wir wieder nach Serfaus zurückgondeln und die Heimreise antreten.

Fazit

Wir haben in der Region Serfaus-Fiss-Ladis einen unglaublich (ent)spannenden, actiongeladenen und bereichernden Urlaub verbracht. Das Angebot ist so groß, dass wir es beim besten Willen nicht geschafft hätten, uns alles anzuschauen, was uns interessiert hätte und trotzdem haben wir genug erlebt, um noch lange davon zu zehren. Dazu kommt auch, dass sich die Familienregion wirklich vorbildlich um die Bedürfnisse von Kindern und Eltern bemüht und ich nicht ein einziges mal das Gefühl hatte, dass die Kinder stören, einfach weil sie Kinder sind und das tun, was Kinder halt so tun: streiten, toben, kleckern, laut sein.

Und wer weiß, vielleicht verbringen wir unseren nächsten Urlaub wieder hier – die Jungs liegen mir damit zumindest regelmäßig in den Ohren :-)

Zur Familienregion Serfaus-Fiss-Ladis

Serfaus-Fiss-Ladis liegt auf einem Hochplateau im Tiroler Oberland und ist eine von 17 zertifizierten Tiroler Familienregionen. Die Tiroler Familienregionen müssen eine Reihe von Qualitätskriterien erfüllen (wie etwa familienfreundlicher Infrastruktur und Ausflugsziele), und bieten darüber hinaus auch an 20 Stunden in der Woche ein abwechslungsreiches Kinder- und Jugendprogramm, das von den Gästen der jeweiligen Region kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Während sich die jungen Gäste über Abwechslung und Spielzeit mit gleichaltrigen Kindern in Begleitung von kompetenten Pädagogen freuen, sind den Eltern ein paar Stunden für sich allein garantiert.

Darüberhinaus gibt es in allen Tiroler Familienregionen qualitätsgeprüfte Familienunterkünfte, die sich besonders auf die Bedürfnisse im Urlaub mit Kindern spezialisiert haben.

Und der Preis?

Serfaus-Fiss-Ladis setzt auf hohe Qualität und die hat ihren Preis. So gehört Serfaus-Fiss-Ladis sicherlich zu den teureren Regionen Tirols, bietet dafür aber auch einiges! Gäste der Region bekommen zu ihrer Buchung die Super. Sommer. Card gratis und können damit sämtliche Bergbahnen und Wanderbusse der Region sowie das abwechslungsreiche Kinder- und Jugendprogramm frei nutzen. Zusätzliche Kosten fallen nur für Attraktionen wie Sommerrodelbahnen, Sommer-Funpark Fiss und als Jausenbeitrag in der Kinderbetreuung an.

Julia

Julia König bändigt zwei kleine, aber umso wildere Jungs und ist deshalb in ihrer freien Zeit viel mit ihrer Familie in der Natur unterwegs. Sie hat die besten Tipps zu Abenteuerspielplätzen und Ausflugszielen.

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