Die besten Unterkünfte und Restaurants in der Wildschönau

14.08.2018EckardEckard
Wildschoenau Oberau

Bei Wörgl zweigt die Landstraße Richtung Süden in ein Hochtal ab. Grün, sehr grün wird es. Im Talboden und in den ansteigenden Hängen. Und überall sieht man Blumen auf den Balkonen. So mein erster Eindruck. Etwas für nicht Ortskundige: das Tal gliedert sich in die vier sogenannten „Kirchdörfer“ Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach. Nachfolgend meine persönlichen Tipps aus der Wildschönau.

Malerische Ortschaften, wie hier die Ortsdurchfahrt in Oberau

Auch Blumenbalkone sind die Regel und nicht die Ausnahme

Übernachten

Hotel Marchfeld, Oberau

Ein uriges Tiroler Hotel – aber das alleine ist viel zu wenig, warum das kleine Hotel Marchfeld so besonders ist. Rainer und Uschi kümmern sich wirklich um alles selbst: vom ausgezeichneten Frühstück, den persönlichen Tipps für jeden Gast, das herzliche Service und natürlich die viele Arbeit im Hintergrund, die jeden Tag zu erledigen ist. Und die beiden machen es mit einer Begeisterung, dass man am liebsten gleich mithelfen möchte.

Warum: Ein Tiroler Haus, top gepflegt mit viel Holz und traumhaften Blumen am Balkon, tolles Frühstück.

Für Wen: Menschen, die persönliche Empfehlungen sowie Tiroler Gastlichkeit und vor allem ein kleines, top gepflegtes Hotel schätzen.

Tipp: Rainer und Uschi empfehlen die besten Lokale in der Umgebung (es gibt im Hotel nur Frühstück).

Das kleine Hotel Marchfeld in Oberau

Rainer Silberberger führt gemeinsam mit seiner Frau Uschi das Hotel

Biobauernhof Hinteraltensberg

Verena und Hannes vom Hinteraltensberg Hof haben mich überrascht. Die beiden flotte Bauern sind auf eine sehr natürliche Art so unglaublich sympathisch. Alles wirkt echt und nicht bemüht. Die beiden betreiben einen Biobauernhof etwas oberhalb von Auffach auf 1.000 Meter Seehöhe, der meine hoffnungsvollsten Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Alleine die Lage ist natürlich  umwerfend schön, der Ausblick vom Balkon nur Wow, dann die selbstgemachte Marmelade zum Frühstück, die Würste vom Hof, das eigene Brot, die Spielwiese vor dem Haus, die Marillen die vor dem Fenster baumeln.

Warum: Naturliebhaber die Ruhe brauchen, sich aufs Wesentliche besinnen, Genießer.

Für Wen: Besonders für Familien mit Kindern, die nahe an der Natur sein wollen und eine familäre Atmosphäre schätzen.

Tipp: Man kann seine Ferien sogar inkl. Halbpension buchen. Dies macht es noch einfacher, möglichst viele Stunden am Hof zu verbringen. Verena kocht hervorragend!

Der Biobauernhof Hinteraltensberg etwas oberhalb von Auffach

Blick vom Balkon aus einer der Ferienwohnungen

Verena beim Einkochen der Marillen, die vor dem Küchenfenster gereift sind.

Essen

Sollererwirt in Thierbach

Thierbach ist das kleinste und höchst gelegene der 4 Kirchdörfer auf 1.180 Meter und für mich persönlich der Ort in der Region, der mich immer schon ganz besonders fasziniert hat. Die Ruhe, das Licht und die kleinen Alltagsszenen im Weiler sind eine Klasse für sich. Und dass es hier ein so gutes Gasthaus wie den Sollererwirt gibt, ist ein Glücksfall obendrein. Und wer diese Atmosphäre so wie ich schätzt, dem empfehle ich hier zu übernachten (Zimmer und eine neue Ferienwohnung im Haus).

Warum: Ein Tiroler Wirtshaus, wie man es sich einfach wünscht.

Für Wen: Bodenständige ehrliche Tiroler Küche.

Tipp: In der Speckbacherstube einen Tisch reservieren. Kopf beim Eintreten einziehen nicht vergessen. Und unbedingt auch im Winter kommen. Thierbach im Winter ist ebenso faszinierend.

Der Sollererwirt in Thierbach

Cordon Bleu mit Graukäse und Speck gefüllt.

 

Thalmühle, Oberau

Zugegeben: der Standort der Thalmühle könnte auf den ersten Blick idyllischer sein. Aber: die Küche dieses Gasthauses überzeugt mich seit Jahren. Die Brezensuppe hat nationale Bekanntheit erlangt aber auch die anderen Tiroler Gerichte sind 1a. Dafür sorgt die Familie Naschberger höchstpersönlich.

Warum: Ein Klassiker unter den sehr guten Tiroler Wirtshäusern mit gleichbleibend hoher Qualität.

Für Wen: Alle die gute Tiroler Küche mögen und auch die eine oder andere vergessene Hausmannskost wieder einmal probieren wollen.

Tipp: Unbedingt die Brezensuppe probieren – die Spezialität vom Haus.

Das urige Wirtshaus liegt direkt an der Straße zwischen Oberau und Auffach

Auch innen ist es urig.

Trinken

Zugegeben, die folgenden Tipps handeln nur vom Schnaps. Denn der verdient in der Wildschönau eine ganz eigene Erwähnung. Der Krautinger (Rübenschnaps) ist inzwischen eine Berühmtheit auch außerhalb vom Tal geworden. Berühmt auch deswegen, weil er immer noch polarisiert: die einen verehren ihn und schreiben ihm sogar medizinische Wirkung zu, die andern rümpfen nur die Nase wegen seines  strengen Geruchs.

Steinerhof, Oberau

Knapp 20 Krautinger Brenner gibt es noch im Tal und einer von ihnen (der größte) ist Josef Thaler vom Steinerhof. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er den Hof, vermietet Zimmer und ist Brenner aus Leidenschaft. Josef hat sich über Jahre durch viel Probieren alle Kniffe angeeignet und davon gibt es viele, um einen überzeugenden Tropfen zu machen. Inzwischen hat es diese lokale Spezialität sogar aufs internationale Parket geschafft: im bekannten 2 Sterne Restaurant Tantris schätzt man den Krautinger schon seit Jahren.

Der Krautinger vom Steinerhof mit Maria-Theresia Etikette

Der Steinhof ist der größte Krautinger Brenner in der Wildschönau

Zwecklhof, Oberau

Ein weiterer Schnapsbrenner der in der Wildschönau große Bekanntheit erlangt hat, ist Siegfried Kistl vom Zwecklhof. Kennengelernt habe ich ihn schon vor kanpp 20 Jahren. Dazumal hat mich schon die Qualität seines Kirschschnaps begeistert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat er weiter an der Qualität getüftelt und seine Fruchtbrände weiter perfektioniert. Die besten Obstlieferanten (von Südtirol bis zur Wachau) sind die Voraussetzung für diese Spitzenschnäpse. Meine Favorit: die Schlehe ist eine eher seltene Sorte und schmeckt ausgezeichnet. Im letzten Winter hat Siegfried Kistl erstmal Gin hergestellt. Überrascht vom Erfolg kann man Siegfried die Freude ansehen. Inzwischen pilgert eine neue, eher junge Kundenschicht zum Zweckelhof um den mit Zitronen- und Orangenschalen angesetzten In-Drink zu verkosten und zu kaufen. Und dann soll nächsten Winter noch der erste Rum gebrannt werden. Das Eichenfass ist schon bestellt und ich bin gespannt. Rum vom Wildschönauer Bergbauernhof klingt abenteuerlich.

Die Fruchtbrände von Siegfried Kistl haben inzwischen unzählige Auszeichnungen erhalten.

Seit letzten Winter ist noch der Wildschönauer Gin „SiGin“ hinzugekommen.

Einkaufen und weitere Tipps im Tal

Drechslerei Drehform, Oberau

Margit Gschwentner kann man in ihrem Holzgeschäft sowohl beim Drechseln zusehen als auch ihre Exponate im neuen Shop kaufen. Hier findet sich so viel, dass mir die Wahl schwer fällt. Meine Favoriten: ihre schlichten Holzschüsseln und natürlich die typischen Tiroler Jausnbrettln. Sie verarbeitet unterschiedliche Obsthölzer und berät fachkundig, wie man das Holz am besten pflegen soll.

Die Drechselmeisterin in ihrem neuen Shop.

… und hier bei der Arbeit

Schlichte Schüsseln aus Apfelholz

Wildschönauer Backstube, Oberau

Die Wilschönauer Backstube ist ein gemütlicher Treffpunkt, Einkehr beim Bäcker quasi.

Die Wilschönauer Backstube in Oberau

Wildschönauer Bauernladl, Oberau

Den Meister-Käse von der Schönanger Alm gibt es auch im Wildschönauer Bauernladl. Außerdem gibt es viele weitere Wildschönauer Köstlichkeiten wie Honig oder Speck.

Der frische Tilsiter

Und zum Schluss noch ein Blick über das Tal.

Eckard

Eckard Speckbacher ist viel unterwegs: in großen Städten, fernen Ländern und natürlich in Tirol. Er ist auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen: Geheimplätze, Restauranttipps und Hotels mit Charme werden von ihm entdeckt.

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