Der Karwendelmarsch – 10 bemerkenswerte Facts zum Jubiläum

Aktualisiert am 22.08.2018JannisJannis
Der Karwendelmarsch feiert 2018 seinen 10. Geburtstag (c) TVB Achensee / Olympiaregion Seefeld

Am kommenden Wochenende ist es soweit. Der Karwendelmarsch lockt zum wiederholten Male Lauf- und Wanderbegeisterte in den Naturpark Karwendel. In diesem Jahr feiert die beliebte Kultveranstaltung ihr 10-jähriges Jubiläum. Höchste Zeit um das Event einmal genauer vorzustellen.

Genau genommen ist der Karwendelmarsch schon deutlich älter als es das diesjährige Jubiläum vermuten ließe. Bereits von 1969 bis 1990 gab es den „alten“ Karwendelmarsch. Damals wurde er ins Leben gerufen, um finanzielle Mittel für den Tiroler Skinachwuchs zu sammeln. Er entwickelte sich schnell zur größten Sportveranstaltung Tirols und gleichzeitig zu einer echten Legende. Strengere Naturschutzgesetze zwangen das Event in eine knapp 20-jährige Auszeit.

Im Jahre 2009 konnte die Legende nach einer Neuausrichtung fortgeschrieben werden. 2018 findet die zehnte Auflage nach der Wiedergeburt statt. Zum 10-jährigen Geburtstag habe ich 10 wissenswerte Facts über den Karwendelmarsch für euch zusammengestellt.

1.  Ein Hoch auf die Freiwilligenarbeit

Bemerkenswert ist, dass die logistisch enorm fordernde Veranstaltung zum Großteil von Freiwilligen gestemmt wird. Über 300 Freiwillige sind vor, während und nach der Veranstaltung im Einsatz. Ob sie als Bergretter für die medizinische Betreuung der Teilnehmer, im Aufbau und in der Betreuung der Labestationen oder im Aufräumkomitee, das den Naturpark Karwendel sauber hält, unterwegs sind. Ohne die freiwilligen Helfer wäre die Durchführung der Veranstaltung in ihrer heutigen Dimension undenkbar.

Ein freiwilliger Helfer entlang der Strecke sorgt für Abkühlung (c) TVB Seefeld / Olympiaregion Seefeld

2. Isodrinks waren gestern

Über 300 Liter selbst hergestellter Hollundersirup, an die 5.000 Müsliriegel, 8.000 Brotscheiben, 200 Kilogramm Käse und 170 Kilogramm Wurst. Die Verpflegung an den exakt 10 Labestationen entlang der Strecke ist umfangreich. Aber nicht nur das! Ist die organisierte Verpflegung bei Laufveranstaltungen mittlerweile selbstverständlich, nennt der Karwendelmarsch diesbezüglich eine Einmaligkeit sein Eigen. Bei der Verpflegung handelt es sich nämlich um Bio-vom Berg-Produkte. Isotonische Getränke werden durch Kräutertee mit Salz ersetzt. Immer wenn die Bäuerinnen in Niederndorf anfangen Unmengen an Hollunderblüten zu sammeln und die Riegelproduktion in der Bäckerei Kostner in Mayrhofen auf Hochtouren läuft, ist eines sicher: Der Karwendelmarsch steht an!

Für hochwertige Verpflegung ist gesorgt (c) TVB Achensee / Olympiaregion Seefeld

3. Vom Zuckerhut ins Karwendel

Ca. 9.500 Kilometer hat vor fünf Jahren ein Teilnehmer aus Rio de Janeiro auf sich genommen, um die 52 Kilometer durch das Karwendel in Angriff nehmen zu können. Auch in diesem Jahr geht wieder ein internationales Teilnehmerfeld an den Start. Die Philippinen, die Dominikanische Republik und Jordanien sind unter Anderem vertreten.

4. First come first serve
Passend zum 10-jährigen Jubiläum war der diesjährige Karwendelmarsch bereits am 10. Februar ausgebucht. Dieser frühe Zeitpunkt ist der bisherige Rekord und zeigt, dass der Lauf jedes Jahr neue Fans für sich gewinnt. Am Besten solltet ihr euch also gleich nach Beendigung der Jubiläumsausgabe einen der 2.500 Plätze für das nächste Jahr sichern.

Die Teilnehmerbänder sind schnell vergeben (c) TVB Achensee / Olympiaregion Seefeld

5. Ein Baum für den Sieger und den Naturerhalt

Dem schnellsten Läufer und der schnellsten Läuferin des Karwendelmarsch gebühren eine ganz besondere Ehre. Sie dürfen auf dem Kleinen Ahornboden im Naturpark Karwendel ihren eigenen Siegerbaum pflanzen. Diese Tradition entspringt einer Kooperation mit dem Naturpark Karwendel, der Österreichischen Bundesforste und der Abteilung Umweltschutz des Land Tirols und ist Teil des Aufforstungsprogramms im Naturpark Karwendel.

Ein neuer Siegerbaum wird gepflanzt (c) TVB Achensee/ Olympiaregion Seefeld

6. Den Ring ins Ziel getragen

Bei seiner vierten Teilnahme am Karwendelmarsch war Manuel besonders motiviert das Ziel zu erreichen. Denn da wartete seine Freundin und diese wusste überhaupt nicht was sie mit der Zielankunft ihres Lebensgefährten erwarten würde. Dieser kniete ohne große Verschnaufspause nieder und eröffnetet seinen Heiratsanstrag mit den Worten: „Dieser Ring ging mit mir über Berg und Tal und ich hoffe du machst das auch mit mir.“ Markus‘ Antrag ist wohl eine der schönsten Geschichten, die der Karwendelmarsch bisher schrieb.

7. Ins falsche Tal abgebogen

Eine weitere kuriose Geschichte hat ein Läufer geliefert, der zunächst in ein falsches Tal abgebogen ist. Erst nach 10 Kilometern auf dem Irrweg hat der Teilnehmer sein Missgeschick bemerkt und ist dennoch problemlos ins Ziel gekommen. Im Normalfall braucht ihr aber keine Angst haben euch zu verlaufen, genügend Streckenposten und Beschilderungen weisen euch den Weg! Wer einen groben Überblick über die Route haben möchte, findet sie hier.

Schilder weisen den Weg (c) TVB Achensee/ Olympiaregion Seefeld

8. Der schnellste Karwendelläufer

Im letzten Jahr wurde die bisherige Bestzeit geknackt. Geschafft hat das Johannes Klein aus dem Allgäu. 4 Stunden, 7 Minuten und 22 Sekunden: Diese Zeit gilt es heuer zu schlagen.

Rekordhalter Johannes Klein (c) TVB Achensee/ Olympiaregion Seefeld

9. Durch das größte Schutzgebiet Tirols

Der Karwendelmarsch führt durch das größte Schutzgebiet Tirols. Jedes Jahr gibt der Veranstalter den Teilnehmern Verhaltensregeln mit auf den Weg, damit der Naturpark Karwendel keinen Schaden durch die Veranstaltung trägt.

Im Naturpark Karwendel (c) TVB Achensee/ Olympiaregion Seefeld

10. Ein Event für alle Altersklassen

In diesem Jahr ist der älteste Teilnehmer im Jahr 1937 geboren. Der jüngste Teilnehmer, der in diesem Jahr an den Start geht, ist 10 Jahre alt!

Der Karwendelmarsch

  • max. 2500 Teilnehmer
  • Startpunkt: Scharnitz (964m)
  • Endpunkt: Pertisau (932m)
  • Streckenlänge: ca. 52 km (kürzere Variante zur Eng ca. 35 km)
  • Höhenmeter bergauf: 2.281 m (Eng: 1.800 m)
  • höchster Punkt: 1.903 m (Binssattel/Gramaissattel)
  • Teilnahmegebühr: 55,00 Euro

Weitere Infos zum Karwendelmarsch: www.karwendelmarsch.info

Jannis

Seine Leidenschaft für die Tiroler Bergwelt hat Jannis Braun nach Innsbruck geführt. Wann immer die Zeit sich bietet, schnürt er seine Bergschuhe, steigt auf das Mountainbike oder erkundet das vielseitige Innsbrucker Kulturangebot.

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