Ursprünglich: Die Peer Alm in Navis

28.05.2019KlausKlaus
Die Peer Alm liegt im hinteren Navistal auf 1.663 Metern Höhe.

Luxushotels, Wellnesstempel und Erlebnisparks? All das sucht man im Navistal vergeblich. Wer aber das Ursprüngliche liebt, der ist hier genau richtig. Leckere Hausmannskost gibt es auch.

Peer. Dieser Nachname begegnet einem im Navistal auf Schritt und Tritt. Irgendwie scheint hier jeder so zu heißen. So verwundert es nicht, dass auch die idyllische Peer Alm diesen klingenden Namen trägt. Ihr umtriebiger Besitzer: Karl Peer.

Der Pensionist ist Käser, züchtet Almschweine, experimentiert mit Meisterwurz-Schokolade und besitzt ein altes Bauernhaus in Navis. Zu dem malerischen Gehöft gehört – wie in Tirol üblich – auch eine Almhütte. Diese hat der Bauer seit fünf Jahren an die Vollblut-Gastronomin Maria Keuschnigg verpachtet. Mit Erfolg.

Die Spezialität der Peer Alm: Saftige Kaspressknödel mit viel Käse.

Maria Keuschniggs Gerichte haben regionale Berühmtheit erlangt.

Auf die Karte kommt, was da ist

„Ich arbeite viel mit der Tageskarte. Wenn mir die Jäger Wild bringen, dann gibt es Wild. Wenn der Nachbarsbauer ein Schaf schlachtet, kommt eben Schaf auf den Teller“, erzählt die Hüttenwirtin. Besonders gerne kocht sie traditionelle Tiroler Gerichte, die es nur selten auf eine Speisekarte schaffen, etwa Buchteln oder Blattln mit Kraut.

„Am meisten freut mich, wenn die alten Bäuerinnen kommen, die ihr Leben lang für eine Großfamilie gekocht haben. Wenn sie sagen, dass es ihnen schmeckt, dann ist das ein große Ehre“, erzählt Maria. Ihre saftigen Kaspressknödel haben inzwischen regionale Berühmtheit erlangt. Marias Geheimnis: „Nicht mit dem guten Käse sparen“.

Besonders urig: Der alte Kamin an der Decke.

Auf der Peer Alm gibt es Tiroler Spezialitäten, die man sonst nur selten auf einer Speisekarte findet.

Ein Kleinod der Ruhe

Maria Keuschnigg stammt aus dem Tiroler Unterland und hat schon mehrere berufliche Stationen hinter sich. Am wohlsten fühlt sie sich in den Bergen. „Ich mag Innsbruck oder London. Aber am liebsten sind mir dann doch die Leute vom Land, die nicht ganz so cool sind“, schmunzelt die Hüttenwirtin.

Tatsächlich ist das Navistal ein Kleinod der Gemütlichkeit. Wie ein V zweigt es vom Wipptal in Richtung Tuxer Alpen ab. Nur die Sonnenseite ist besiedelt, der schattige Gegenhang ist mit dichtem Wald bewachsen. Zerstreute Siedlungen, Häuser und Einzelhöfe bilden die Gemeinde. Im Zentrum: Eine Kirche, ein Dorfgasthaus und ein kleines Geschäft, das über Mittag geschlossen hat. Seit einiger Zeit gibt es auch einen E-Bike-Verleih.

Der Forstweg auf die Peer Alm ist bestens für Familien geeignet.

Familienwanderung zur Peer Alm

Ausgangspunkt: Parkplatz bei den Grünhöfen

Distanz: 1,5 Kilometer

Höhenmeter: 140

Gehzeit: 30 bis 45 Minuten

Für geländetauglichen Kinderwagen geeignet: Ja

Ruhetag: Freitag

Das Navistal ist nach wie vor ein Geheimtipp in Tirol.

Geheimtipp für Wanderer

Die Landeshauptstadt Innsbruck ist nur einen Steinwurf entfernt und ihre sportbegeisterten Bewohner nutzen das Umland gerne als Erholungsgebiet. Tourismus im größeren Stil gibt es im Navistal aber nicht. Bei Insidern ist die „Naviser Almenrunde“ sehr beliebt. Die Peer Alm ist eine von fünf Hütten, die auf der Strecke zur Einkehr einladen.

Durch den Wald führt ein breiter Forstweg auf die Alm. Mit 45 Minuten Gehzeit ist der Aufstieg sehr familientauglich. Belohnt wird man mit einer vielfältigen Alpenflora und schönen Ausblicken ins Navistal und zur Serles. Oben angekommen, stärkt man sich mit Maria Keuschniggs Köstlichkeiten, die man sonst nur am Mittagstisch einer Tiroler Bauernfamilie finden würde.

Fotos: Frank Bauer

Klaus

Nach beruflichen Jahren in Übersee erkundet Klaus Brunner mit Kamera und Mikrofon seine alte Heimat Tirol. Home is where your heart is.

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