E-Mountainbike: 5 Trends im Sommer 2019

Aktualisiert am 29.07.2019KlausKlaus

Ein Drittel aller in Tirol verkauften Bikes sind heute motorunterstützt. E-Mountainbikes haben das Bergradfahren familienfreundlich gemacht und auch viele junge, abfahrtsorientierte Sportler steigen um. Fahrtechniktrainings sind stark nachgefragt und sorgen für mehr Sicherheit am Berg.

1. Mountainbiken wird zum Familienerlebnis

Als „zach“, also zäh, bezeichneten Mountainbiker in Tirol einst die steilen Anstiege rund um Innsbruck. Rasender Puls und Schnappatmung gehörten quasi zum guten Ton. Heute: Lachende Gesichter, die entspannt miteinander plaudern. Viele von ihnen haben sich ein E-Bike bei Volker Gesselbauer ausgeliehen. Mit seiner „Börse“ ist er seit den 80er Jahren eine Institution in Sachen Bergsport. „Wir machen jetzt ganze Familien glücklich. Früher konnte die Frau oftmals nicht mit ihrem Partner mithalten oder umgekehrt. Die Kinder hatten schon gar keine Lust auf die Schinderei. Das hat sich drastisch geändert. Gerade für Urlauber eröffnet das E-Bike ungeahnte Möglichkeiten“, sagt der Outdoor-Experte. Weit entfernte Almen sind in greifbare Nähe gerückt und der Radius für Bike-Touren hat sich enorm vergrößert.

2. E-Biken wird jung und wild

Tattoos, Basecap und die Ghettofaust zum Gruß. In Volkers Geschäft gehen auch viele junge Kunden ein und aus, die sich vor allem für E-Fullys interessieren. Die vollgefederte Variante des E-Bikes ermöglicht rasante Abfahrten auf dem Single-Trail oder im Bikepark. Doch die Action-Bikes haben ihren Preis: Etwa 4.000 Euro muss man für so einen High-Tech-Drahtesel auf den Tisch blättern. Die weniger gefederten Hard-Tails oder einfache City-Bikes mit Elektromotor sind dagegen deutlich günstiger zu haben. Egal ob Genuss-Radler, klassischer Mountainbiker oder Downhiller: Heutzutage gibt es für jedes Bedürfnis das richtige Elektro-Rad.

Viele abfahrtsorientierte Biker steigen auf E-Fullys um.

3. Die Akkus werden immer kleiner und stärker

Aktuelle E-Mountainbikes schaffen 1.500 Höhenmeter und die Radindustrie entwickelt von Jahr zu Jahr kleinere Batterien, die immer leistungsfähiger werden. Einige Hersteller verbauen den Akku inzwischen beinahe unsichtbar im Rahmen. „In Zukunft wird man E-Bikes von herkömmlichen Rädern nur noch am Schweiß des Fahrers unterscheiden können“, glaubt Hans-Jürgen Schoder vom Verband der Sportartikel-Erzeuger Österreichs. Die eigene Fitness spielt aber nach wie vor eine Rolle. Sportler, die ihre eigene Muskelkraft einsetzen, kommen viel weiter als jene, die sich komplett auf den Motor verlassen. Darüber hinaus ist auch das Körpergewicht ein wichtiger Faktor – je leichter der Fahrer, desto länger hält der Akku.

Die Akkus und Motoren werden immer kleiner und leistungsfähiger.

4. Hohe Verleihdichte und E-Bike freundliche Almen

Gerade für E-Bike-Einsteiger und Urlauber ist es eine interessante Möglichkeit, sich für wenig Geld ein topmodernes E-Mountainbike auszuleihen. Die Verleihdichte ist in Tirol inzwischen sehr hoch und E-Mountainbikes sind in beinahe jedem Tourismusort zu haben. Ein weiterer Vorteil: Die Anbieter garantieren, dass ihre Räder in einem Top-Zustand sind, zumal E-Bikes sehr wartungsintensiv sind. Gerade auf längeren Touren hat es sich bewährt, einen zusätzlichen Akku im Rucksack mitzunehmen. Falls der Strom doch mal zur Neige geht, stellen immer mehr Tiroler Almhütten Ladegeräte oder Steckdosen zur Verfügung. In der Mittagspause gibt es Saft für das Rad und eine zünftige Stärkung für den Biker. Manche Hütten haben als zusätzlichen Service sogar ein paar Ersatzteile für die gängigsten E-Mountainbikes lagernd.

Immer mehr Almen werden E-Bike freundlich.

5. Große Nachfrage nach Fahrtechniktrainings

Ein Nachteil von E-Mountainbikes ist ihr Gewicht. Mit rund 20 Kilogramm sind sie deutlich schwerer als ihre analogen Cousins. Gleichzeitig ist die Beschleunigung moderner E-Bike-Motoren schlicht beeindruckend. In Kombination führt das dazu, dass immer wieder Sportler die Kontrolle über ihr Bike verlieren und schwere Unfälle passieren. Themen wie Fahrtechnik, Sicherheit und eine vorausschauende Tourenplanung werden deshalb in speziellen Kursen vermittelt. „Wir haben viele Hobby-Fahrer, die bisher auf dem herkömmlichen Mountainbike unterwegs waren. Aber auch Anfänger ohne jedes fahrtechnisches Knowhow“, sagt Christoph Malin. Der Wahl-Tiroler bietet Fahrtechnik-Kurse beim Österreichischen Alpenverein an und betreibt einen Think-Tank zum Thema E-Bike. Die Nachfrage nach E-Bike-Kursen steigt kontinuierlich, eine Übersicht zu den Angeboten in Tirol findet ihr hier.

Fahrtechniktrainings sind beliebt und erhöhen die Sicherheit am Berg. Foto: Tirol Werbung / Jarisch Manfred

Klaus

Nach beruflichen Jahren in Übersee erkundet Klaus Brunner mit Kamera und Mikrofon seine alte Heimat Tirol. Home is where your heart is.

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