Daheim am Berg – Unsere Hausberge

Aktualisiert am 09.07.2019JannisJannis
Gute Aussichten von der Nockspitze. Foto: Anja Schauz.

Die höchsten Gipfel der Welt zu besteigen ist toll, aber dahoam ist es dann doch am schönsten. Nicht umsonst heißt es ‚Home is where the mountains are‘. Im folgenden Beitrag findet ihr unsere Hausberge. Für uns mehr als nur einer unter vielen Bergen, für euch der eine oder andere Tourentipp für den Sommer.

1. Vordere Brandjochspitze (2.559m) – Kraxelspaß über Innsbrucks Dächern

Meine erste Wohnung in Innsbruck befand sich in der Brandjochstraße. Der erste Gipfel, den ich von Innsbruck aus bestiegen habe? Musste dann natürlich die Vordere Brandjochspitze sein! Der Weg von der Straße zur Spitze im Schnelldurchlauf: Durch die schönsten Gassen von Hötting Hills – Zwischenstopp bei einer bekannten Wallfahrtskirche, wo der Legende nach ein verzweifelter Student um göttliche Hilfe für seine Prüfungen bat – Vorbei an der stylischsten Alm am Nordkettenhang – Zweites Frühstück auf der schönst gelegenen Alm am Nordkettenhang – Rendezvous mit schottischen Hochlandrindern – Der armen Frau Hitt vom gleichnamigen Sattel zuwinken – Den gesicherten Julius-Pock-Steig emporkraxeln – Die Dimension des Tiefblicks weit hinab zu den Dächern Innsbrucks einordnen – Auf startende und landende Flugzeuge hinabschauen – Mit einem Auge in das urbane Inntal und mit dem anderen Auge in die Felswelt des Naturparks Karwendel blicken – Im Felsgelände von deutlich eleganteren Steinböcken belächelt werden – Frau Hitt ist immer noch da – Qual der Wahl zwischen dem besten Schokokuchen und dem besten Topfenstrudel weit und breit – Zum Nachtisch einen Hanf-Mohn-Kuchen – Ein langes Sonnenbad – Eine noch längere, rasende Abfahrt bis vor die Haustür – Ein dankbarer Rückblick zum Gipfel. – Jannis Braun

Ausgangspunkt: Planötzenhof (748m)
• Dauer: Mit dem Mountainbike bis zur Höttinger Alm (1487m) in 2 Std., weiter zum Gipfel in knapp 3 Std.
• Schwierigkeitsgrad: schwierige Bergwege (schwarz), Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig
• Alternativ: Auffahrt mit den Nordkettenbahnen bis zur Seegrube und Querung zum Frau-Hitt-Sattel
• Einkehrtipps: Höttinger Alm und Umbrüggler Alm

Weit über den Dächern Innsbrucks. Foto: Jannis Braun

2. Gilfert (2.506m) – Der sanfte Tuxer

Seit vielen Jahren bin ich mit dem Gilfert (2.506 m) wieder versöhnt. Einen Bruch in unserer Beziehung gab es, als ich in jungen Jahren mehr oder weniger genötigt wurde, hinaufzugehen. Zu weit, zu heiß, zu fad – eine ganz normale aber manchmal wichtige Erfahrung mit Bergen. Heute sehe  ich den Gilfert von meinem Balkon aus und begehe ihn so oft als möglich. Besonders mag ich die Herbsttouren im November, manchmal Anfang Dezember, wenn der Schnee spät kommt. Dann ist er ganz verlassen und man kann den grandiosen Blick über die Zillertaler Alpen und weit über Innsbruck hinaus umso intensiver genießen. Was ich am Gilfert besonders mag: die Route von Hausstatt bis zum Gipfel ist so gleichmäßig ansteigend und angenehm zu gehen, dass sich die Höhenmeter, die man bewältigt, fast halbiert anfühlen. – Eckard Speckbacher

Ausgangspunkt: Weerberg, Hausstatt
• Dauer: Aufstieg über Lafasteralm, retour über die Nonsalm, 5 h (rund 1.250 Hm)
• Schwierigkeitsgrad: roter Bergweg
• Alternativ: von Weerberg Innerst oder von Pillberg (über Loassattel)
• Einkehrtipps: Gasthof Loas (bei der Wanderung ab Pillberg), ab Weerberg keine Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke

Aussicht vom Gilfert Foto: Eckard Speckbacher.

3. Seblaskreuz (2.535m) – Nach dem Gipfel wartet der Kaspressknödel

Das Seblaskreuz – was macht es so besonders? Vom Seblaskreuz genießt man einen sehr guten Rundumblick auf namhafte Stubaier Berge wie dem bekannten Elfer, dem imposanten Habicht und dem nicht viel begangenen Brennerspitz. Wenn man früh startet, hat man den Gipfel noch für sich alleine. Der Aufstieg ist auch an warmen Sommertagen sehr angenehm. Zuerst wandert man im Wald über den Wandersteig oder den Forstweg bis zur Brandstattalm, dann an schönen Almwiesen entlang und mit einer angenehmen Steigung bis zum Seblaskreuz. – Corinna Lanthaler

Ausgangspunkt: Parkplatz „Josef“ im Oberbergtal / Neustift im Stubaital auf 1.400 Seehöhe
• Dauer: 2 – 2,5 h, ca. 1000 Höhenmeter
• Schwierigkeitsgrad: roter (mittelschwieriger) Bergweg
• Alternativ: Auffahrt mit dem Mountainbike ist bis zur Brandstattalm möglich
• Einkehrtipps: Auf der urigen Brandstattalm mit besonders gutem Kaspressknödel

Auf dem Weg zum Seblaskreuz Foto: Corinna Lanthaler

4. Gratlspitz (1.893m) – Die schönste Bank Tirols?

Der Gratlspitz als markante Erhebung zwischen Alpbachtal, Wildschönau und dem Brixlegger Ortsteil Zimmermoos ist einer meiner Hausberge – super schöner Aussichtspunkt, zentral gelegen und vielseitig kombinierbar. Ob als Bike+Hike Tour oder als After-Work Wanderung zum Sonnenuntergang, der Gratlspitz bietet für jeden Wunsch und jede Jahreszeit das passende Erlebnis. Der 360° Rundumblick vom Gipfel bietet von den Hohen Tauern – mit dem Dach Österreichs, dem Großglockner – den Kitzbüheler Alpen über die Brandenberger Alpen/Rofan bis weit in die Zillertaler Alpen ein einzigartiges Panorama. Nebenbei erwähnt, ist die Holzalm als Ausgangspunkt der Wanderung weit über die Ortsgrenzen hinaus für ihre Schnitzel bekannt und bietet die passende Stärkung für jedes Abenteuer. – Michael Walzer

Ausgangspunkt: Parkplatz bei der Holzalm (ca. 1.400m)
• Dauer: Ab Holzalm ca. 1 Std. zum Gipfel,
• Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig (rot)
• Alternativ: Von Alpbach aus kann die Gratlspitz im Rahmen einer schönen Rundtour bestiegen werden (6,5 Std.). Auch als Bike & Hike Tour von Alpbach oder Brixlegg möglich.
• Einkehrtipps: Holzalm, Kuhstallalm

Die schönste Bank Tirols? Am Gratlspitz-Gipfel. Foto: Michael Walzer

5. Vorderes Sonnwendjoch (2.224m) – Panorama-Loge im Rofan

Meine erste „große“ Bergtour. Das ist meine Kindheitserinnerung beim Blick aus dem Küchenfenster. Das Vordere Sonnwendjoch ist 2.224 Meter hoch und ein Ausläufer des Rofangebirges. Am „Treffpunkt“ von Inntal, Alpbachtal und Zillertal gelegen, ist der Berg bekannt für seine gigantische Aussicht. Doch einen Wermutstropfen gibt es: Die Tour ist recht lang und somit nur bedingt für Familien geeignet. Bis vor einigen Jahren ging es noch ein gutes Stück mit dem gemütlichen Sessellift bergauf, dieser ist jedoch nicht mehr in Betrieb. Um den Weg ein wenig abzukürzen, bietet sich heute die Anfahrt mit dem E-Bike bis zur Bayreuther Hütte an. Highlights unterwegs sind der Zireinersee, der Sagzahn-Klettersteig und spektakuläre Felsformationen. – Klaus Brunner

Ausgangspunkt: Liftparkplatz Kramsach
• Dauer: 11 Stunden (Bayreuther Hütte – Rofanspitze – Sagzahn – Sonnwendjoch – Bayreuther Hütte)
• Schwierigkeitsgrad: mittel, gute Kondition erforderlich; Achtung: schwarze Bergwege mit versicherten Passagen am Schafsteig und Sagzahn
• Alternativ: Aufstieg von Münster oder Brandenberg oder von der Erfurter Hütte mit Unterstützung der Rofanseilbahn
• Einkehrtipps:Bayreuther Hütte, Erfurter Hütte

Bayreuther Hütte. Foto: Tirol Werbung/Jens Schwarz.

6. Großer Solstein (2.541m) – Wo der Große der Kleine ist

Den Solstein gibt es gleich zwei Mal, den Großen und den Kleinen, wobei der Große der kleinere von beiden ist. Um fast 100 Höhenmeter unterscheiden sich die beiden Gipfel. Meine Tour führt auf den Großen Solstein, den Hausberg von Zirl. Er ist ohne Schwierigkeiten zu bewältigen, während ein Aufstieg auf seinen höheren Bruder mehr Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erfordert. Das Solsteinhaus, eine Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit des Alpenvereins, liegt fast genau nach der Hälfte der Tour am Weg und kann als Stärkungsstelle vor dem großen Anstieg genützt werden. Die Aussicht vom Gipfel ist grandios und jede Mühe wert. – Christina Schwemberger

Ausgangspunkt: Krankenhaus Hochzirl (schnell erreichbar vom Bahnhof Hochzirl), von dort über das „Thomasegg“ vorbei an der unbewirtschafteten „Solnalm“ bis zum „Solsteinhaus“, von dort Anstieg auf den Gipfel
• Dauer: ca 2,5 Stunden Aufstieg zum Solsteinhaus , dann nochmals ca. 2 Stunden bis zum Gipfel (1750 hm)
• Schwierigkeitsgrad: leicht, wer noch weiter zum kleinen Solstein weiter gehen möchte (ca. 1 h) braucht absolute Trittfestigkeit und Schwindelfreiheit, wird dafür aber mit einem noch schöneren Ausblick über das Inntal belohnt.
• Alternativ: über die Magdeburgerhütte
• Einkehrtipps: Solsteinhaus

Vor dem Anstieg noch schnell auf eine Stärkung im Solsteinhaus. Foto: Tirol Werbung/Katleen Johne.

7. Gehrenspitze (2.367m) – Zwischen saftigen Almböden und schroffen Felswänden

Kurz vor dem Gipfelkreuz schnaufe ich immer noch einmal durch und lasse meinen Blick ins Leutaschtal unterhalb von mir schweifen. Ganz automatisch sticht mir mein Elternhaus ins Auge, mitten in einem kleinen Weiler, die Ortskirche im Zentrum, eingebettet in Felder und Bauernhöfe. Ich erinnere mich an meinen kindlichen Stolz, als ich hier oben vor vielen Jahren das erste Mal meinen Namen in einem Gipfelbuch verewigen konnte. Unverkennbar, das Attribut „Hausberg“ hat bei mir die Gehrenspitze verdient! Ein Glückstreffer! Schließlich ist der 2.367 Meter hohe Berg, geografisch vorgelagert zum Wettersteingebirge, mit ein wenig Bergerfahrung unschwer zu besteigen, was ihn nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Tagesgästen und Urlaubern zu einem äußerst beliebten Ziel macht – zurecht! Besonders schön finde ich den Aufstieg über das weitläufige und sanfte Almengebiet Puittal, als Wegbegleiter bieten sich hier immer wieder mal genügsame, friedliche Schafe an. Man sollte für diese Route etwa 3,5 Stunden einplanen. Den Rückweg empfehle ich auf jeden Fall über Wangalm und Wettersteinhütte, hier wartet nach den überwundenen 1.200 Höhenmetern eine köstliche Speisekarte. Die Tour in einem Wort? Traumhaft! – Martina Nairz

Ausgangspunkt: Leutasch
• Dauer: Auf und Abstieg durch das Puittal gesamt 6 Std.
• Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig, Trittsicherheit im Gipfelbereich nötig
• Alternativ: Über die Wettersteinhütte kann man die Bergtour im Abstieg zu einer abwechslungsreichen Rundtour ausweiten
• Einkehrtipps: Wettersteinhütte, Wangalm

Blick ins Leutaschtal vor dem Gipfelanstieg. Foto: Martina Nairz

8. Venet (2.512 m) – Das Tiroler Aussichtswunder

Am Aussichtsberg des Tiroler Oberlands! Du nimmst den Railjet nach Landeck-Zams, gehst die 500 Meter zur Talstation der Seilbahn, und 12 Minuten später bist du am Gipfel auf 2200 Metern Seehöhe. Wo geht das? Am Venet, meinem Hausberg! Hier kenne ich sozusagen jeden Stein bei seinem Namen. Die Venetbahn fährt im Sommer und im Winter, und jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Die Bergstation ist seit Ende der 60er-Jahre ein Landmark im Tiroler Oberland, weil man den rot-weißen Fernsehturm von weit weg sehen kann. Ich kann euch folgende drei Touren-Quickies am Venet empfehlen:

1. Für Venet-Einsteiger die Kräuter„wanderung“ rund um die Bergstation. Auf den bequemen 20 Minuten rund um den Gipfel lernt man die wichtigsten Alpenkräuter kennen. Was mir dabei sehr gefällt, sind die Holzliegen und -bänke, wo man den Ausblick Richtung Süden zum Naturpark Kaunergrat genießen kann. Zugspitze, Ortler, Arlberg – alles in Griffweite.
2. Für Familien empfehle ich „Tobis Erlebnisweg“. Der führt über mehrere Stationen hinunter bis zur Zammer Alm, die von Gault Millau als beste Familienhütte ausgezeichnet wurde. Die Kids werden sich niemals langweilen beim Steinmandl bauen oder Bach aufstauen.
3. Die Verbindung von Sport und grandioser Aussicht könnt ihr am Gipfelsprint auf den Venetberg (Glanderspitze) erleben. Von der Bergstation geht es zuerst ein paar Meter abwärts, aber dann übers erste und zweite „Köpfli“ am Grat hinauf zum Gipfel auf 2.512m. Damit habt ihr ein paar Kilometer am europäischen Fernwanderweg E5 geschnuppert. Plant für Hin- und Rückweg sportliche zweieinhalb Stunden ein. – Christian Klingler

Ausgangspunkt: Bergstation Venetseilbahn
• Dauer: 20 min, 1Std., 2,5 Std.
• Schwierigkeitsgrad: leichte Bergwege, Gipfelsprint mittelschwierig
• Alternativ: Auch der Venet-Rundwanderweg über den Gipfel und die Goglesalm ist empfehlenswert
• Einkehrtipps: Venet-Gipfelhütte, Zammer Alm, Goglesalm

Foto: Christian Klingler.

9. Tschirgant (2.370 m) – Der Vulkan im Oberland

Ich wohne schon seit längerer Zeit in Innsbruck, komme aber ursprünglich aus dem Tiroler Oberland, genauer gesagt aus dem beschaulichen Roppen. Mein Hausberg, der Tschirgant, diente für mich als Kind immer als Anhaltspunkt, um mir die Himmelsrichtungen zu merken (der Gipfel des Tschirgants war von unserem Haus aus gesehen immer im Norden). Mein Papa, ein begeisterter Bergsteiger, hat mich das erste Mal auf den Tschirgant geführt. Zu unserem Hausberg fallen ihm viele Sprüche ein, zum Beispiel eine alte Roppener Bauernregel, die besagt: „Trägt der Tschirgant einen Hut, wird das Wetter wieder gut, trägt er einen Sabel (Säbel), wird es miserabel.“

Es gibt viele Wege, um vom Tal auf den Gipfel zu gelangen. Wenn man meinen Papa fragt, ist der beste Weg auf den Gipfel von Karrösten aus. Wir starten immer vom Waldparkplatz des Geo-Lehrpfads bei Karrösten und folgen einem Forstweg in Richtung Karröster Alm. Nach etwa 30 Minuten biegen wir rechts in einen Forstweg in Richtung „Bergwachthütte“. Nach ca. einer Stunde Gehzeit gelangen wir zu einem Wendeplatz, wo nun der breite Weg endet und wir auf einem gut markierten Pfad weiter Bergwärts wandern. An der Bergwachthütte vorbei folgen wir dem rechten (oberen) Pfad, der uns in Serpentinen zu einem drahtseilgesicherten Felsband hinauf zum Karröster Gipfelkreuz führt. Von dort aus geht es weiter über den Grat, am Karrer Kreuz vorbei und schon bald erreichen wir den Gipfel des Tschirgants. Zurück geht es wieder über denselben Weg. – Theresa Schuler

  • Ausgangspunkt: Parkplatz des Geo-Lehrpfads bei Karrösten
  • Dauer: ca. 3,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig, roter Bergweg
  • Alternativ: der Aufstieg über Karres/Karrer Alm  (meistens sehr heiß, da nordseitig gelegen), von Haiming über die Haiminger Alm (etwas längerer aber sehr schöner Weg), oder noch weiter im Osten in einer Zweitagestour über Obsteig
  • Einkehrtipps: Karröster Alm

Einen traumhaften Blick auf den Tschirgant erhält man von Obsteig aus. Foto: Bettina Jais

10. Nockspitze (2.404m) – Die perfekte Sonnenaufgangstour

Meinen ersten und schönsten Sonnenaufgang in den Bergen habe ich auf der Nockspitze erlebt. Die Saile, wie der Berg eigentlich heißt, liegt quasi vor der Haustür und ist von Innsbruck aus schnell zu erreichen. Mit Stirnlampen bewaffnet und dem Frühstück im Gepäck geht es in der Dunkelheit am Parkplatz der Bergbahnstation Axamer Lizum los, vorbei an einem kleinen Bach, über den Halslsteig durch Wald und Gestrüpp zum Halsl (1.992 m). Jetzt nimmt man den kleinen Pfad Richtung Norden (Birgitzköpflhütte) und dann weiter zur Nockspitze. Das letzte Stück ist etwas steiler und verlangt mehr Trittsicherheit, insgesamt ist der Weg aber gut zu gehen. Am Gipfelkreuz angekommen wird das frühe Aufstehen und die morgensportliche Wanderung mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Tages und einem fantastischen Ausblick auf das Inntal, Wipptal und Stubaital belohnt. Rechtzeitig losgehen, damit man pünktlich zum Sonnenaufgang oben ist! Wer kein Frühstück dabei hat, kann beim Abstieg den Weg über das Birgitzköpflhaus nehmen und dort für eine Jause einkehren. – Anja Schauz

Ausgangspunkt: Parkplatz Bergbahnstation Axamer Lizum
• Dauer: ca. 2 Stunden. , 889 Hm, eine Übersicht der Sonnenaufgangszeiten für den Raum Innsbruck liefert die ZAMG
• Schwierigkeitsgrad: mittelschwieriger, roter Bergweg
• Alternativ: über Birgitzköpflhaus, der Abstieg kann mit dem Birgitzköpfl-Sessellift abgekürzt werden.
• Einkehrtipps: Birgitzköpflhaus

Zum Sonnenaufgang auf die Nockspitze. Foto: Anja Schauz.

11. Patscherkofel (2.246m) – Innsbrucks Familienberg

Innsbruck liegt eingebettet zwischen einigen markanten und großartigen Bergen, aber nur einer ist so sehr Hausberg wie der Patscherkofel. Liebevoll auch „Innsbrucks Glatzkopf“ genannt, ranken sich um ihn zwar nicht so viele Sagen wie um Nordkette und Serles, aber trotzdem einige Mythen: so munkelt man, dass der Patscherkofel einst ein aktiver Vulkan war und in seinem Inneren Edelsteine wie Bergkristall und Granate wahrt. Gefunden habe ich zwar noch keinen, aber es zieht mich mit den Jungs trotzdem sommers wie winters auf den Kofel, um Kraft zu tanken. Im Sommer machen wir uns auf mal mehr mal weniger ausgedehnte Streifzüge entlang des Zirbenwegs, die uns manchmal nur bis zur Grünbodenhütte, manchmal bis nach Boscheben, aber auch nach Tulfes oder auf den Gipfel führen. Die Aussicht ist jedenfalls überall grandios und was wir erleben immer was Besonderes. Und wenn wir nur für eine halbe Stunde Stoamandln gebaut oder frische Preiselbeeren gepflückt haben: wieder zurück im Tal sind noch immer entspannter als vorher gewesen. – Julia König

Ausgangspunkt: Bergstation Patscherkofelbahn
• Dauer: Über den Zirbenweg und Boscheben auf den Gipfel ca. 2,5 Stunden
• Schwierigkeitsgrad: leichte und mittelschwierige Bergwege, allesamt für Kinder geeignet
• Alternativ: Aus der Stadt mit dem Rad auf den Berg, die Mountainbiketour von Innsbruck bis zur Gipfelhütte gilt als Königs-Mountainbiketour rund um Innsbruck.
• Einkehrtipps: Gipfelhütte Boscheben, Restaurants Das Hausberg und Das Kofel

Foto: Julia König.

12. Heimkehrerkreuz (2.373m) – Bergmesse mit Dolomitenblick

Mit dem Heimkehrerkreuz am Schützenmahd (2.373 m) verbinden mich ganz besondere Kindheitserinnerungen. Einmal im Jahr stand dieser Gipfel als fixer Programmpunkt in unserem Familienkalender. Immer Anfang September findet nämlich direkt beim Gipfelkreuz eine Bergmesse statt. Auch wenn man kein besonders religiöser Mensch ist: Diese ganz spezielle Stimmung einer Heiligen Messe am Berg, umrahmt von Bläsermusik, mit Weihrauchduft in der Nase hat etwas Erhebendes. Zudem hat man am Gipfel einen fantastischen Panoramablick: Im Süden ragen die Spitzen der Dolomiten empor, im Norden die Villgrater Berge. – Ingrid Schneider

Ausgangspunkt: Sillian
• Dauer: Aufstieg über Heimatsteig ca. 3 Stunden (rund 1.200 hm)
• Schwierigkeitsgrad: roter Bergweg
• Alternativ: Auffahrt zur Leckfeldalm auf 1.925 m (mautpflichtiger Forstweg). Zum Heimkehrerkreuz entweder über den Leckfeldsattel (schwierig und nur für Geübte zu empfehlen) oder Forstweg zur Sillianer Hütte und von dort weiter auf den Gipfel.
• Einkehrtipps: Sillianer Hütte, Leckfeldalm

Am Heimkehrerkreuz (c) TVB Osttirol / Isep CK

13. Wannig (2.493m) – Der Unbekannte zwischen Lechtaler Alpen und Mieminger Kette

Der Wannig oder auch Wanneck unter Einheimischen genannt ist 2.493m hoch und Teil der Mieminger Kette. Seine schroffen Felsen und Kalkgestein haben mich schon von Kindheit an fasziniert. Einerseits ragt der markante Berg direkt vom meinem Elternhaus am Nassereither See in die Höhe und von meinem Kinderzimmer aus hatte ich immer einen guten Ausblick auf das Bergmassiv. Jährlich wurde der Hausberg mit der gesamten Großfamilie bestiegen und bezwungen, um einen einmaligen Ausblick auf die umliegende Berglandschaft, wie Zugspitze, Tschirgant, Lorea, Sonnenspitze aber auch in weiter Ferne die Wildspitze zu erleben. Der Aufstieg führt direkt von der Ortsmitte Nassereith über den Adlerhorst (einmaliger Ausblick über Nassereith und das Gurgltal) vorbei an ehemaligen Bergbaustollen und über einem kleinen Umweg zur Nassereither Alm, wo eine Rast mit lokalen Köstlichkeiten zu empfehlen ist, zum Gipfel, wo man sich wie ein Adler zu scheinen fühlt. Bei der Wanderung begegnet man nur wenigen Menschen, jedoch umso beeindruckender sind die Ausblicke, Flora und Fauna. – Holger Gassler

Ausgangspunkt: Nassereith (843 m) – Dorfzentrum, Fernstein oder Fernpass, alternativ auch von Biberwier
• Dauer: 4 – 5 Stunden (einfache Strecke) – Aufstieg über Adlerhorst und Geierkopf; 1.650 hm
• Schwierigkeitsgrad: roter Bergweg, Trittsicherheit erforderlich, da schmale Pfade und Geröllhalden zu überqueren sind
• Alternativ:
• Einkehrtipps: Nassereither Alm (Muthenau Alm)
• Empfehlung: mit Übernachtung in der Nassereither Alm und Aufstieg (Sonnenaufgangswanderung) zum Wannig am Morgen

Blick von der Nassereither Alm auf den Wannig. Foto: Holger Gassler

Besucht doch mal einen unserer Hausberge oder teilt uns mit, mit welchem Berg ihr besondere Erinnerungen verbindet!

Jannis

Seine Leidenschaft für die Tiroler Bergwelt hat Jannis Braun nach Innsbruck geführt. Wann immer die Zeit sich bietet, schnürt er seine Bergschuhe, steigt auf das Mountainbike oder erkundet das vielseitige Innsbrucker Kulturangebot.

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2 Kommentare

helmut arnold

Zu Hausberg 11. Wenn man schon Tulfes erwähnt, so wäre es auch schön gewesen wenn man den weiteren Zirbenweg ab Boscheben auch noch etwas ausführlicher beschreiben würde. Denn hier sind noch schöne Stellen wie eine Kapelle die Tulfeinalm und immer wieder schöne Ausblicke auf das Karwedelgebirge.
Viele Grüße
Helmut arnold

Eitel-Fritz Kiefer

Da ich in Karlsbad ( Baden Württemberg ) aufgewachsen bin, wollte
ich doch immer mal die Dolomiten Hütte mit dem Ausgangspunkt zur
Karlsbader Hütte sehen.
Der Weg ist einfach aber im letzten Drittel recht langweilig , und die
Karlsbader steht auch nicht gerade günstig für normal Berg - Wanderer.
Sicher guter Ausgangspunkt für gute Berg Kletterer !
Abgefahren ist aber die Dolomiten Hütte mit Ihrer Lage auf einem Felsvorsprung und dem Blick ins sonnenverwöhnte Lienzer Drau Tal.
Es gibt da sogar einige Komfort Zimmer mit einem traumhaft schönen Blick
zu jeder Jahreszeit !

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