5 Gründe, warum Heidelbeeren die besten Früchte der Welt sind

19.08.2019KlausKlaus
Foto: Sebastian Höhn

Vergnügte Menschen mit blauen Mündern streifen derzeit durch die Tiroler Bergwelt. Ihre Mission: Sie sind auf Beerenjagd. Heidelbeeren – hierzulande Moosbeeren genannt – schmecken nicht nur köstlich, sondern sie sind auch wahre Wunderfrüchte. Ein Plädoyer für alpines Superfood.

1. Sie machen die Zunge blau

Während der Sommermonate sind viele Tiroler Familien mit einem kleinen Kübel auf den Bergen unterwegs. Das hat einen einfachen Grund: Der Geschmack von wildwachsenden Heidelbeeren ist weit intensiver als jener der Kulturheidelbeeren, die es im Geschäft zu kaufen gibt. Aber Achtung, die Beeren haben starke Nebenwirkungen: In 100 von 100 Fällen treten blaue Zungen, verfärbte Zähne und Kinderlachen auf. Als Gegenmittel helfen Zahnpasta und Zitronenschale zum Abreiben der Hände.

„Richtige“ Heidelbeeren schmecken besonders gut und sorgen für blaue Münder. Foto: Sebastian Höhn

2. Sie sind leicht zu finden

Wilde Heidelbeeren gedeihen zwischen Juni und September bis zu einer Höhenlage von 2.300 Metern. Besonders auf den Grashügeln im Tiroler Unterland sind sie weit verbreitet. Die Beeren sind druckempfindlich und müssen deshalb vorsichtig transportiert werden. Nach der Ernte mögen sie es kühl und trocken, so lassen sie sich bis zu einer Woche aufbewahren. Wer länger etwas vom Aroma haben möchte, kann die Beeren auch einfrieren.

Wildheidelbeeren haben in Tirol bis September Saison. Foto: Martina Nairz

3. Sie sind vielseitig verwendbar

Roh genossen sind Wildheidelbeeren eine wahre Delikatesse. Doch die Vitaminbomben lassen sich auch hervorragend weiterverarbeiten. Neben Sirup, Marmelade, Likör, Kuchen und Kompott sind in Tirol die Moosbeernocken besonders beliebt. Für viele von uns schmecken sie nach Sommerferien und unbeschwerte Kindertage. Alles was ihr für das köstliche und einfache Gericht braucht, sind ein paar frische Wildheidelbeeren, Mehl, Zucker und Eier.

Moosbeernocken sind einfach zubereitet und sooo lecker. Foto: Julia König

4. Sie sind Medizin und Anti-Aging-Mittel zugleich

Wildwachsende Heidelbeeren enthalten besonders viele Anthocyane. Diese Pflanzenstoffe fangen freie Radikale ab, was den Alterungsprozess der Haut verlangsamt. Soll heißen: Die Stoffe, die den Beeren auch ihre blaue Farbe geben, können Falten vorbeugen. Auch in der Volksmedizin wird die Pflanze geschätzt. Die getrockneten Beeren und Blätter werden etwa bei Zahnfleischentzündung, Hautproblemen oder Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verwendet. Die Antioxidantien in der Heidelbeere sollen sogar das Krebsrisiko senken.

Erfolgreiche Beerenjagd. Foto: Sebastian Höhn

5. Sie sind wichtig für das alpine Ökosystem

Nicht nur wir Menschen lieben Heidelbeeren, auch Fuchs und Auerhahn verspeisen die Früchte mit Vorliebe. Im Winter wiederum sind die grünen Triebe eine wichtige Nahrungsquelle für das Wild. Selbst die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten nutzten die Heidelbeere als Futterpflanze. Deshalb solltet ihr von der Verwendung von Ernte-Hilfsmitteln wie einer Riffel (Blaubeerkamm) absehen, damit die Bestände der Pflanzen geschützt bleiben.

In diesem Sinne, viel Spaß bei der Beerenjagd!

Heidelbeersträucher sind in der Tiroler Bergwelt weit verbreitet. Foto: Corinna Lanthaler

Klaus

Nach beruflichen Jahren in Übersee erkundet Klaus Brunner mit Kamera und Mikrofon seine alte Heimat Tirol. Home is where your heart is.

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