Gipfelbücher: Berge und ihre Geschichten

13.09.2019MatheaMathea

Nicht einmal der Ausblick ins Tal oder die markanten Felswände können mich (vorerst) ablenken. Mein Ankommen ist immer dasselbe: zuallererst ein paar Zeilen ins Gipfelbuch. Es ist fast so, als würde erst der Eintrag in dieses Buch meinen Gipfelerfolg besiegeln.

Für mich gehört das einfach dazu. Mal länger – mal kürzer, mal rationaler – mal emotionaler. Das geht vermutlich nicht nur mir so. Erst danach tauche ich ein in das Panorama, das sich mir jedes Mal aufs Neue bietet. Erst dann packe ich meine Jause aus, setze mich auf ein ruhiges Platzerl und genieße.

Viele Menschen haben ihr ganz eigenes Ritual am Berg. Der Eintrag ins Gipfelbuch ist einer davon. Nach einem langen Aufstieg und mit Ausblick belohnt, lässt sich dem Bergsteiger eben leichter die ein oder andere Zeile entlocken.

Werner Singer ist Hüter jener Gipfelbücher, die seit Jahrzehnten zahlreiche Erlebnisse rund um die Kalkkögel und des Senderstales bewahren. Erfahre im Video mehr über seine Arbeit und die Geschichten, die die Menschen auf den Gipfeln Tirols schreiben. Und übrigens, wie schaut dein Ritual aus?

Hier habe ich für dich eine Auswahl an lustigen, tiefsinnigen und auch berührenden Gipfelbucheinträgen von Tirols Bergen gesammelt:

„Berges Schönheit wiedergeben,

kann die beste Sprache nicht.

Berge, die muss man erleben

Mit der Seele tief und schlicht.“

„Den Habicht erklommen,

10 Kilo abgenommen.“

 

„Heute bin ich 78 geworden und feiere zum 8. Mal heroben. Das Wetter ist schön, und das ist mein Geburtstagsgeschenk. Ich hoffe, dass ich noch einige Male heraufkomme.“
„Wo bleiben die Rolltreppen?“
„Die Ruhe ist dem Bergsteiger heilig,

nur Narren haben’s eilig.“

 

„Mit meinem geliebten Schatz an einem ereignisreichen Tag. Bin sehr glücklich. Ich liebe Dich. Dein Schatz“
„Auch ich bin sehr glücklich. Danke.“
„Ein großer Schritt für mich.

Ein kleiner für die Menschheit.“

 

„Hoch oben steil der Nebel zieht,

die Sonne scheit ins Gwend‘,

Tirolerland, mein Heimatland,

dich lieb‘ ich ohne End‘!“

 

„Eingehüllt in feuchte Tücher,

studieren wir die Gipfelbücher.

Ich bin nass, Gudrun noch nässer,

doch langsam wird das Wetter besser.“

„Hoch auf dem Felsen den Himmel ergreifend,

ruh‘n wir in Dir, sturmtragender Gott.

Glaubend dem Rufe, in Liedern Dich preisend,

zieh’n wir hinab in die gottferne Not.“

 

„Gedenkgang für meinen verunglückten Sohn Georg.“

 

Mathea

Ihre Leidenschaft ist der Sport, bei „menschlichen“ Geschichten geht ihr das Herz auf. Auf der Suche nach authentischen Tirol-Geschichten ist sie fast immer Outdoor anzutreffen.

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