10 Tipps für Adventmuffel in Tirol

Aktualisiert am 02.12.2019BenjaminBenjamin

Weihnachtsmärkte, Shoppingtage, der erste Schnee – die Adventszeit ist schön, vor allem aber ganz schön anstrengend. Wem der ganze Advent-Rummel zu viel wird, der kann sich mit unseren zehn Tipps für Adventmuffel trotzdem eine angenehme Vorweihnachtszeit bereiten.

1. Winterlicher Waldspaziergang

Glühwein gibt es schon seit Oktober, im Supermarkt läuft seit Wochen „Last Christmas“ auf Dauerschleife und die Städte und Dörfer glänzen und glitzern, als wären die darüber fliegenden Engel inkontinent – höchste Zeit für einen winterlichen Waldspaziergang. Der Klassiker in Lans und Igls bei Innsbruck ist eine Runde um den Lanser See und das Lanser Moor. Danach wärmt ihr euch am besten im gemütlichen Kaffee direkt am See auf, das von Freitag bis Sonntag geöffnet ist.

Wissenschaftlich bewiesen: Der Wald wirkt beruhigend, auch im Winter. Foto: Elijah Hail

2. Kunststraße Imst

Auf der „Kunststraße“ im Stadtzentrum von Imst präsentieren ortsansässige Künstlerinnen und Künstler an drei Dezember-Wochenenden ihre Kreationen. „Material, Inspiration und Idee“ sind auf der Kunststraße vor allem Textilien. Adventmuffel, die es nicht mehr aushalten, Smalltalk über Weihnachtspläne zu führen, finden auf der Kunststraße leicht einen alternativen Gesprächs-Stoff.

Kunststraße Imst: Holzschnitt von Peppi Spiss am Kirchplatz.

3. Etwas Leckeres kochen

Die Vorweihnachtszeit muss nicht zwangsläufig eine Fressorgie sein, nach der man sich bis Ostern nicht mehr auf die Waage zu stellen traut. Wer sich gesund und regional durch die dunkle Zeit schlemmen möchte, der wird mit unseren leckeren Kartoffel-Rezepten glücklich werden. Es macht schließlich auch mehr Spaß, gemeinsam vor dem Herd zu stehen, als sich an der Christkindlmarkt-Schlange die Zehen abzufrieren.

Eine leckere Kartoffelsuppe wärmt an kalten Tagen. Foto: Charly Schwarz

4. Kreatives Shopping

Weihnachtsshopping ist frustrierend. In überfüllten Einkaufszentren streitet man sich mit Wildfremden um Angebote, die die Beschenkten noch vor Silvester wieder umtauschen. An den Ständen des Kunst- und Designmarkts in der Messe Innsbruck hingegen shoppt man etwas entspannter und „fernab des Mainstreams“, wie das Veranstalter-Team verspricht. Auf 2.000 Quadratmetern stellen am ersten Adventwochenende (30. November und 1. Dezember) rund 130 Design- und Kunstschaffende ihre Waren aus.

Kunst- und Designmarkt in Innsbruck. Foto: Theresa Nippert

5. Architektur erleben

Der Weihnachtsbaum ist schon Mitte Dezember bis an die optische Schmerzgrenze frisiert und für die Weihnachtskrippe wurde längst ein Architekturbüro konsultiert – wir alle haben mindestens einen Weihnachts-Kontrollfreak im Bekanntenkreis. Nicht nur um sich selbst zu entlasten sollten Adventmuffel ihre liebsten Weihnachtspedanten manchmal ablenken – zum Beispiel mit einer schönen Ausstellung über Architektur. Im ehemaligen Adambräu-Gebäude in Innsbruck findet zurzeit eine Rückschau auf das Werk von Lois Welzenbacher statt, der großteils in Tirol gewirkt hat.

Tipp für Architektur-Fans: Das ehemalige Adam-Bräu in Innsbruck. Foto: Nikolaus Schletterer

6. Theaterbesuch

Drama um die Weihnachtszeit – das kennen viele. Mit einem Besuch im Tiroler Landestheater kann man dem Vorweihnachtsalltag einen Abend lang entfliehen. Shakespeares „The Tempest“ wird heuer zum Beispiel von der Tanzkompanie des Tiroler Landestheaters aufgeführt. Eine Musical-Adaption von Green Days „American Idiot“ zeigt, dass auch Pop seinen Platz hat auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Hat man erst einmal seine kulturellen Bedürfnisse befriedigt, dann ist auch das Weihnachtsfest bestimmt kein Theater mehr.

Ein Theaterabend als Advent-Alternative. Foto: Kilyan Sockalingum

7. Adrenalinkick im Gästebob

Für wen die Adventszeit nur eine langweilige, nicht enden wollende Kette an Weihnachtsfeiern ist, der kann seinen Adrenalinpegel im Gästebob des olympischen Eiskanals in Igls nach oben steigen lassen. Auf der Website der Olympiaworld kann man sich seinen Gäste- oder Rennbob inklusive Person, die das Ding steuern kann, einfach buchen. Für besonders waghalsige geht es beim Skeleton mit dem Kopf voraus bergab.

Gaestebob in Igls. Foto: Thomas Steinlechner

8. Swarovski Lichtfestival

Obwohl es beim Swarovski Lichtfestival um Weihnachten geht, sind die zahlreichen und aufwendig gestalteten Lichtinstallationen auch für Adventmuffel einen Besuch wert. Von 29. November bis zum 6. Jänner sind verschiedene Attraktionen der Wattener Kristallwelten winterlich geschmückt. Workshops und „Familiensonntage“ bieten ein buntes Rahmenprogramm für Familien mit Kindern. Durch die Installationen im Garten der Kristallwelten geht sogar einem Ebenezer Scrooge aus Dickens „Weihnachtsgeschichte“ ein Licht auf.

Lichtfestival in de Swarovski Kristallwelten.

9. Sich mit einem guten Buch verkriechen

Wer sich ohne schlechtes intellektuelles Gewissen vor dem sonntäglichen Glühweinstand der Nachbarn verstecken will, kann dies heuer mit einem guten Buch tun. In Tirol gibt es noch zahlreiche andere Autorinnen und Autoren zu entdecken, die nicht Bernhard Aichner heißen. Der Alpbacher Schriftsteller Robert Prosser zum Beispiel veröffentlichte kürzlich international gelobten Boxer-Roman „Gemma Habibi“. Auf der Seite literaturtirol.at findet man Empfehlungen und Rezensionen zu fast allen Neuerscheinungen aus Tirol.

Wie wär’s wieder mal mit einem Lese-Nachmittag? Foto: Joao Silas

10. Konzert-Erlebnis

Weil Weihnachtslieder bis Dezember sowieso keiner mehr hören kann, sollte man sich gerade in der Adventszeit ein gutes Konzert gönnen. Der Wiener Songwriter Voodoo Jürgens gibt gleich zwei davon im Innsbrucker Treibhaus. Am 05. und am 06. Dezember spielt der Liedermacher aus seinem neuen Album „‘S klane Glücksspiel“ auf. Etwas mehr Lärm und noch dazu am Berg macht die Dancehall-Gruppe Seeed. Aus dem Dschungel des wilden 2000er Deutsch-Reggae auferstanden, gibt die zehnköpfige Band beim heurigen Skiopening in Ischgl am 30. November ein Konzert.

Die Reggae-Band Seeed bringt karibische Klänge nach Ischgl. Foto: www.carlitopix.com

Benjamin

Benjamin Stolz liebt und lebt die Gegensätze des Alpenlandes. Als Tiroler mit Höhenangst, papiervernarrter Blogger und Stadtmensch vom Land ist er der Meinung, dass es in Tirol mehr zu entdecken gibt, als man glaubt.

Zum Autor »

1 Kommentar

Lisi

Toller Beitrag - Danke

nach oben
nach unten