5 Gründe, warum ich als Tirolerin Urlaub in Tirol mache

Aktualisiert am 08.06.2020ChristinaChristina

Als kleines Mädchen kannte ich den Begriff Urlaub nicht. Wir hatten Ferien und gingen auf Sommerfrische. Ein paar Tage im Sommer durften wir Kinder auf der Hütte meiner Tante im Tiroler Unterinntal verbringen. Ich genoss das Bauen von Staudämmen im Bach hinter der Hütte, das Klettern auf Baumhäuser im angrenzenden Wald und das Hinunterrutschen der Hänge auf der selbstgebastelten Grasrodel, einem Einkaufssackerl. Wir sammelten Walderdbeeren und Heidelbeeren. Den Geruch von frisch zubereiteten Moosbeernocken habe ich noch heute in der Nase.

Zeit für eine Wiederholung

Viele Jahre später gehe ich wieder auf Sommerfrische. Die Hütte meiner Tante gibt es schon lange nicht mehr, dafür zahlreiche andere Unterkunftsmöglichkeiten, die nicht nur meinem damaligen Kinderherz entsprechen würden, sondern auch mir als Erwachsene. So ziehe ich heutzutage ein weiches Bett einem stupfenden Heuboden vor. Neben den hervorragenden Unterkunftsmöglichkeiten gibt es noch andere Gründe für mich, warum eine Urlaubsreise im eigenen Land von Vorteil sein kann.

1. Anreise

Kurz ist sie, die Anreise. Der Prosecco ist bei der Ankunft in der Ferienwohnung noch genauso kalt wie Daheim, auch ohne Kühltasche. Die Frage mitfahrender Kinder, wann wir endlich da wären, hat sich erledigt, bevor die Kinder auf die Idee kommen, sie zu stellen. Wenn ich mit den Öffis anreise, kostet mich die Reise keinen zusätzlichen Cent, denn ich bin VVT-Jahreskarten-Besitzerin. Und je nach Distanz und Bergkette dazwischen, kann ich mit dem Fernglas nachsehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Wenn das nicht praktisch ist!

2. Wetter

Auch wenn das Wetter in den Bergen manchmal unberechenbar ist und man gerade nach dem Föhnwind nicht genau weiß, was kommt, reicht ein Blick aus dem Fenster, um den Wetterbericht abzusichern. Die Windrichtung lässt sich anhand eines nassen Zeigefingers bestätigen. Zuverlässig sind auch alte Bauernregeln. „Kräht der Hahn auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder es bleibt so wie es ist.“ Also immer die Ohren spitzen! Sollte unerwartet eine Regenfront auftauchen, ist das noch lange kein Grund, die Reise zu verschieben. Tirol ist für Freizeitgestaltungsmöglichkeiten bei Schlechtwetter gerüstet, auch mit Kindern.

3. Essen

Ich könnte nie in einem Land Urlaub machen, wo mir das Essen nicht schmeckt. Tirol ist ein Land der kulinarischen Genüsse, die Spezialitäten variieren von Tal zu Tal. Ich kann Tiroler Hausmannskost am anderen Ende Tirols geschmacklich ganz anders erleben als in meiner Region. Die Rezepte werden oft unterschiedlich interpretiert oder verfeinert. Darüber hinaus kann ich fast überall in Tirol auch Speisen aus allen möglichen Ländern der Welt genießen. Die Tiroler Gastfreundschaft ist immer mit dabei.

4. Entdeckungen

Wenn ich glaube, im eigenen Land schon alles zu kennen, irre ich mich gewaltig. Es gibt über 360 bewirtschaftete Hütten in Tirol. Alle zu besuchen, würde wohl viele Jahre dauern. Ich bin überrascht, was man in Tirol sonst so alles machen kann. Wie wäre es mit Surfen am Inn? Alpakas ausführen? Eine Kräuterwanderung machen? Einen Bogenbaukurs besuchen oder auf einer Alm mithelfen?  Riesenschildkröten in Ebbs bestaunen oder mit dem Bungee-Seil von der 94m hohen Benni-Raich-Brücke springen? Ich weiß nicht, ob ich mich das traue, aber ich werde es mir überlegen. Ich bin überzeugt, dass auch so etwas Gewohntes wie Mountainbiken in einer anderen Region Tirols ganz spannend sein kann. Tirol ist nicht überall gleich, aber genauso schön.

5. Sprache

Ich brauche keinen Sprachkurs oder den Google-Übersetzer, wenn ich in Tirol reise. Höchstens ein Dialektwörterbuch, sollte mein Urlaubsdomizil in hintere Täler führen, wo es noch Wörter gibt, von denen man im restlichen Tirol noch nie gehört hat. Es ist „Zualosnen“ angesagt, was so viel bedeutet wie „genau zuhören“. Im Notfall wird Hochdeutsch gesprochen, auch wenn es nicht gleich als solches erkennbar ist. Echte Sprachbarrieren bleiben aus, was nicht zuletzt der Freundlichkeit der Tiroler zuschulden ist. In Zweifelsfall lacht man einfach miteinander.

 

Ich wünsche euch allen einen schönen Urlaub oder eine entspannte Sommerfrische, wie auch immer wir es nennen wollen.

Christina

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land, Stadt und Leute und bringt die Eigenheiten der Tiroler mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

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