„Wir freuen uns auf euch!“

Aktualisiert am 09.07.2020AlexanderAlexander

So ruhig wie dieses Frühjahr war es in den Tiroler Orten und Bergen lange nicht. Die Zeit des Lockdowns war für Gastwirte, Pensionsbetreiber und Privatvermieter in Tirol keine leichte. Wir haben Gastgeber im ganzen Land besucht und gefragt, worauf sie sich jetzt wieder am meisten freuen.

Gerhard Hörhager

Climbers & Freeride Farm „Diggl“, Ginzling im Zillertal

Wo einst Stroh und Heu lagerten, sind heute Dynamik und Entspannung gleichermaßen angesagt: Unter dem Dach der Scheune, die neben dem idyllischen Bauernhaus „Diggl“ in Ginzling im Zillertal steht, gibt es Klettergriffe soweit das Auge reicht. Gastgeber Gerhard Hörhager ist selbst Kletterprofi und leidenschaftlicher Boulderer.

Gerhard Hörhager gibt seine Leidenschaft fürs Klettern gerne an seine Gäste weiter.

Ein Stockwerk darunter: die Sauna und der Entspannungsbereich. Hinter der Scheune warten das Kaltwasserbecken und der mit Holzfeuer beheizte Hot Tub mit Wasser aus dem Berg – aus der eigenen Quelle. Gerhard steht lächelnd in der Tür des Diggl, seines Elternhauses, winkt zur Begrüßung. „Ich bin gerade aufgestanden. Gestern war ich noch ewig klettern. Das war gar nicht geplant“, sagt er, lacht und setzt sich an den großen Holztisch vor seinem Haus, blinzelt der Sonne über den Bergen entgegen und nimmt einen Schluck Grüntee, frisch aufgebrüht.

„Es sind vor allem Menschen, die gerne aktiv sind – und es trotzdem auch etwas ruhiger mögen“

Er erzählt von den Gästen, die in seine Ferienwohnung kommen: viele Familien und Kletterer, im Winter auch Skitourengeher. „Es sind vor allem Menschen, die gerne aktiv sind – und es trotzdem auch etwas ruhiger mögen“, sagt er. Dann geht es zu einer kurzen Tour in den ersten Stock. Die Wände des Treppenaufgangs sind voller Erinnerungen. Bilder vom Klettern, vom Bergsteigen, von Skitouren. Mal ist es der Großvater, mal sind es die Eltern oder Freunde, mal ist es Gerhard Hörhager selbst. Zu jedem Bild eine Geschichte, zu jedem Bild eine Erinnerung. Es ist eine sehr persönliche, aber auch eine extrem gemütliche, authentische und liebevolle Unterkunft. Stilvoll moderne Küche, renovierte, urgemütliche Zimmer im ersten und zweiten Stockwerk. „Zwölf Leute haben hier bequem Platz“, sagt Gerhard. Meistens lässt er die Gäste nach der Begrüßung alleine im Diggl, verabschiedet sich für die Zeit der Vermietung nach Innsbruck. Die Gäste sollen ganz ihre Ruhe haben, unter sich sein.

Gerhards Climbers & Freeride Farm „Diggl“ in Ginzling.

Ein Blick in die alpine Vergangenheit von Gerhards Familie.

Doch auch wer es etwas aktiver mag, ist bei Gerhard richtig: Freeride- oder Skitouren, Lawinenkurse, gemeinsame Bouldernachmittage oder fast schon meditatives Fliegenfischen vor dem Haus (vor allem Saiblinge, Bach- und Regenbogenforellen) – eine willkommene Abwechslung für den Berg- und Skiführer, dessen Vater 1968 die ortsansässige Bergwacht gegründet hat.

„Vielleicht hat die Corona-Zeit ja ein Umdenken bei manchen Menschen bewirkt und dafür gesorgt, dass sie in Zukunft in ihrem Urlaub weniger den Trubel und vielmehr die Ruhe suchen“

Wer die Zeit mitbringt, sollte mit Gerhard Hörhager unbedingt eine Runde durch das Diggl drehen, sich die vielen Geschichten hinter den Bildern erzählen lassen oder erfahren, was es mit dem zweiten Stockwerk auf sich hat. „Ich freue mich schon sehr darauf, wenn bald wieder die ersten Gäste kommen, das Leben und die Tage hier genießen und einfach eine gute Zeit haben“, sagt Gerhard. Und vielleicht, ergänzt er, hätte die Corona-Zeit ja ein Umdenken bei manchen Menschen bewirkt und dafür gesorgt, dass sie in Zukunft in ihrem Urlaub weniger den Trubel und vielmehr die Ruhe suchen.

Familie Thaler

Heisnhof, Reith im Alpbachtal

Familie Thaler? Klar, die Straße entlang, dann links und dann weiter geradeaus – kann man nicht verfehlen. Die Thalers sind bekannt in Reith im Alpbachtal. Ein Navi braucht hier niemand, wenn er zu den Appartements des Heisnhofs möchte. Leonhard Thaler war zwanzig Jahre lang Musiker bei der Musikkapelle „Ruperti-Express“, trat fünfmal in Musikantenstadl auf, hatte zahlreiche weitere Fernsehauftritte in Österreich und der Schweiz. „Ja, den Papa kennt hier jeder“, sagt Tochter Magdalena und lacht. Darsteller beim „Reither Nikolausspiel“, stellvertretender Kapellmeister im Ort und alljährlicher Teilnehmer der Rosenkranz-Almfahrt – die Liste könnte man noch ewig fortsetzen.

Die Familie Thaler kennt in Reith im Alpbachtal jeder.

Vor zwölf Jahren bauten Leonhard und seine Frau Hildegard gemeinsam das Bauernhaus mit der Verkleidung aus Lärchenholz am westlichen Ende von Reith. Seit zehn Jahren vermieten sie dort im Heisnhof zwei Ferienwohnungen, die Platz für zwölf Personen bieten. „Viele Gäste kamen schon nach der ersten Saison jährlich zu uns“, erzählt Hildegard Thaler. Eine Familie sogar so häufig und regelmäßig, dass der Sohn der Besucher ein enger Freund der beiden Thaler-Söhne Stanis und Leonhard ist. „Sie sind praktisch zusammen aufgewachsen“, sagt Hildegard.

Der Heisnhof der Thalers.

„Gerade dieses sehr familiäre Verhältnis zu den Gästen ist es, weshalb ich mich so sehr freue, wenn es jetzt wieder losgeht“

Viele Stammgäste haben während des Lockdowns angerufen, sich erkundigt, ob und wann sie denn wiederkommen dürften – manche haben ihre Buchung vom Frühjahr auf den Sommer verlegt, andere sicherheitshalber auf 2021. Storniert hat niemand. „Gerade dieses sehr familiäre Verhältnis zu den Gästen ist es, weshalb ich mich so sehr freue, wenn es jetzt wieder losgeht“, sagt Magdalena. Mutter Hildegard ergänzt: „Wir haben einfach unglaublich nette Gäste.“ Warum vor allem Familien mit Kindern zur Hauptzielgruppe gehören? Da gibt es einerseits viele vierbeinige Gründe wie die Rinder aus der eigenen Zucht, die Ziegen, Katzen oder den Haushund der Thalers. Hinzu kommt das Angebot im Alpbachtal. Badeseen, viele Kinderspielplätze oder der Alpine-Coaster „Lauser Sauser“. „Wir sind ein absolutes Kinderparadies hier“, sagt Leonhard.

Eric & Eva-Maria Cattoen

Berghaus Naturlech, Pfafflar, Lechtal

Hoch oben, auf 1.450 Metern in Bschlabs, einem der drei Ortsteile von Pfafflar im Lechtal, steht ein Haus im Haus. Rund 300 Jahre sind die Grundmauern alt, innen wurden alles erneuert, einige Fassaden gleich mit. Mit der Sanierung und Restaurierung des Berghaus Naturlech haben der gebürtige Franzose Eric Cattoen und seine aus der Region stammende Frau Eva-Maria im Frühjahr 2016 begonnen. Es ist das Elternhaus von Eva-Marias Vater.

Spotlight auf Bschlabs in den Lechtaler Alpens.

„Mit der nötigen Leidenschaft kann man alles lernen“

Eric und Eva-Maria Cattoen betreiben das Berghaus Naturlech in Pfafflar.

In ihrer Kindheit hat die Familie hier ihre Urlaube verbracht. „Unsere Philosophie war es, so viel wie möglich zu erhalten und gleichzeitig sinnvoll und modern zu sanieren“, erzählt Eric. Deshalb sitzt man in der Stube noch heute so gemütlich wie vor 300 Jahren – trotz hochmoderner Küche und doppelt verglasten Fenstern. Das handwerkliche Können für diese Mammutaufgabe haben sich Eric und Eva-Maria selbst angeeignet. „Mit der nötigen Leidenschaft kann man alles lernen“, sagt Eric.

„Die Wertschätzung fängt im Kleinen an“

Doch niemals hätten sie dieses Projekt ohne die tatkräftige Hilfe der Nachbarn und Einwohner Pfafflars stemmen können. Seit zwei Jahren vermieten sie nun die Ferienwohnung mit neun Betten im Erdgeschoss des Hauses. An der Natur Pfafflars und des Lechtals ist ihnen ebenso viel gelegen wie an der Wahrung von Historischem. Die 300 Jahre alten Lärchen- oder Fichtenhölzer des uralten Gebäudes wurden entweder in ihrer Funktion belassen oder von Eric kurzerhand zu Betten umgebaut. „Wir wollen hier sanften Tourismus fördern. Das heißt für uns, dass man den Blick auf die Besonderheiten im Kultur- und Naturgut dieser Region lenkt. Das muss nichts Großes sein – die Wertschätzung fängt im Kleinen an“, sagt Eva-Maria, die ausgebildete Biologin ist. Jedem Blick, jedem Handgriff der Cattoens sieht man an, dass sie es ernst meinen.

Sie schwärmen von den vielen Produkten, die aus dem Dorf und der Umgebung kommen – Salami vom Grauvieh, Almmilch, Käse aus der Sennerei, lokales Bier, Kräutersalz, echter Bergkräutertee. Viele Familien mit Kindern kommen zu ihnen. Oft auch drei Generationen, die den Urlaub nutzen, um wieder Zeit füreinander zu haben und enger zusammenzurücken. Aber auch Sportler, die die unzähligen Wanderungen durch die oft menschenleeren Lechtaler Alpen schätzen. Wenn es die Zeit zulässt, gibt es Gegenbesuche – letzten Herbst haben die Cattoens Gäste besucht, die mittlerweile zu Freunden geworden sind. In Landsberg bei München. Sie sind mit dem Fahrrad hingefahren.

„Für die Gäste, für uns, für die Natur“

„Das Konzept, das wir mit dem Ausbau, der Vermietung und unseren Tipps für die Gäste verfolgen, ist eigentlich ganz simpel: Es soll auf Dauer nachhaltig und sinnvoll sein. Für die Gäste, für uns, für die Natur“, sagt Eva. Und so haben auch die Cattoens gemeinsam mit ihren beiden Söhnen die ruhige Zeit bewusst genutzt, Rehe, Bartgeier und Adler von der Bank vor ihrem Haus aus beobachtet und ein neues Gewächshaus gebaut. Schließlich müssen auch Gastgeber mal entschleunigen. Eines liegt Eric – der auch Obmann des örtlichen Tourismusverbandes ist – beim Abschied noch auf dem Herzen: „Klar, wir lieben unser Haus. Aber wenn man sich hier umschaut, gibt es noch so viele andere tolle Unterkünfte. Vom modernen Chalet bis zur traditionellen Pension“, sagt er und zeigt zum Hügel, hinter dem Pfafflar liegt und hinunter ins Lechtal. „Jeder hier freut sich, nun endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen.“

Rosmarie Foidl

Pension Hauser, St. Jakob in Haus

Seit einem knappen halben Jahrhundert kommen die ältesten Stammgäste in die Pension Hauser in St. Jakob in Haus im Pillerseetal, mitten in den Kitzbüheler Alpen. Wer im Garten auf der Bank vor dem hölzernen Gartenhäuschen sitzt, aus dem Pensionswirtin Rosmarie Foidl heißen Kaffee und frische Milch bringt, blickt genau auf eines der Wahrzeichen der Region: das Jakobskreuz auf der Buchensteinwand. Rosmarie Foidl, herzhaftes Lachen, wache Augen, Typ warmherzige Gastgeberin, sagt: „Das Jakobskreuz ist sehr beliebt. Viele Leute kommen her, um es zu besuchen, um einen Tagesausflug dorthin zu machen. Der Lift zum Kreuz macht einen Besuch selbst für Gäste, die schlecht zu Fuß sind, möglich.“

Rosmarie Foidl: Schon in dritter Generation ist die Pension Hauser in Frauenhand.

Die Pension Hauser ist in Traditionshaus – und zeigt, wie wichtig die Frauen in Tirol für den Tourismus sind. Schon in dritter Generation ist die Pension in Frauenhand: Rosmarie Foidl hat sie 2004 von ihrer Mutter übernommen, diese wiederum von Rosmaries Großmutter. Damals betrieb ihr Großvater noch eine Schreinerei im Haus. Heute ist die Schreinerei Geschichte – dafür bietet das Haus nun Platz für sechs Ferienwohnungen und vier Privatzimmer.

„Ich freu mich auf die Gäste, auf die vielen spannenden Gespräche und, auch wenn es seltsam klingt: auf die Arbeit“

Worauf sich Rosmarie Foidl am meisten freut? „Auf die Gäste, auf die vielen spannenden Gespräche und, auch wenn es seltsam klingt: auf die Arbeit. Darauf, wieder den ganz normalen, geregelten Tagesablauf zu haben. Und darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen.“ In der Pension Hauser hat die Chefin einen engen Bezug zu den Gästen, sieht sie nicht nur beim Check-In und Check-Out, kann ihnen Tipps und Ratschläge geben oder einfach mal plaudern. So wie ihr, erzählt sie, gehe es vielen im Ort. Die Vorfreude ist groß. Noch einige vorbereitende Arbeiten, ein paar kleine Schönheitsreparaturen – dann geht es endlich wieder los in St. Jakob in Haus und in den ganzen Kitzbüheler Alpen.

 

Erich Holzknecht

Wurzbergalm, Längenfeld im Ötztal

In der Stube prasselt der Ofen, das Zwitschern der Vögel ist aus allen Himmelsrichtungen zu hören. Ansonsten ist es still rund um die Wurzbergalm. Erich Holzknecht steht auf der Terrasse und lehnt sich auf seinen Besen. „Heuer haben wir ja für alles ein bisschen mehr Zeit. Die kann man gut nutzen, um alles herzurichten“, sagt er.

Die Wurzbergalm im Ötztal.

Erich Holzknecht hat auf seiner Wurzbergalm allerhand zu tun.

Ein kleines entschuldigendes Zucken mit den Schultern und der Blick nach oben zum Balkon über ihm: „Ich habe noch gar keine Blumen angebracht. Die Geranien kommen dann in der nächsten Woche dran.“ Während des Frühjahrs wurde angepackt: Instandhaltungsarbeiten am Haus, Zaun richten, Wiesen mähen, Brennholz schlagen. Noch zwei Wochen, dann steht für ihn und seine Kühe der Almauftrieb an. Im Tal stehen sie bereits auf der Weide, um fit für den Aufstieg zu werden. Ab Juni, wenn die fünf Milchkühe und vier Jungtiere hier oben auf 1.573 Metern Höhe sind, öffnet auch die Wurzbergalm nach dem abrupten Ende der Wintersaison wieder ihre Türe für die Tagesgäste. Bis dahin will Erich Holzknecht noch den Außenbereich pflastern und vergrößern – das macht auch die Vorgaben mit dem Sicherheitsabstand leichter –, sowie Fassade und Fenster sanieren.

„Ich freue mich vor allem, viele der Gäste wiederzusehen. Auf die Unterhaltungen und auf die gemütlichen Abende, wenn man wieder zusammensitzt“

Im Winter sind es vor allem einheimische Tourengeher und rodelbegeisterte Familien, die nach einer Einkehr auf zwei Kufen von der Wurzbergalm aus ins Tal sausen. Im Sommer kommen die Gäste von überall her. Aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden. Wanderer, Bergsteiger, und immer wieder Familien, für deren Kinder es das Größte ist, die Kühe, Ziegen oder Hasen zu streicheln. „Ein Besucher kommt seit über 50 Jahren zu uns – ganz oben aus dem Norden Deutschlands. Aus Cuxhaven“, erzählt Erich stolz. Mitte der 1990er-Jahre hat er die 1959 erbaute Alm von seinem Vater übernommen – und mit ihr auch viele Stammgäste. Die urgemütliche Stube der Wurzbergalm mit den Jagdtrophäen an den hölzernen Wänden ist nahezu unverändert geblieben. Kulinarischer Geheimtipp? „Ganz klar das Heidelbeeromelett“, sagt er. Schon jetzt sind die Tische eingedeckt. „Ich freue mich vor allem, viele der Gäste wiederzusehen. Auf die Unterhaltungen und auf die gemütlichen Abende, wenn man wieder zusammensitzt. Denn zugesperrt wird immer erst, wenn der letzte geht.“

Vroni, Sepp und Elena Leiter

Wurzerhof, Außervillgraten

Was ihnen am meisten gefehlt hat? Das Glück und die Zufriedenheit der Gäste, wenn sie komplett abschalten, zur Ruhe kommen, die Natur genießen. Wenn sie durch den Gemüse- und Kräutergarten der Leiters spazieren – übrigens der erste mit einer Demeter-Zertifizierung in ganz Osttirol –, mit Bedacht und Ruhe einen Salatkopf für das Abendessen und einige Kräuter ernten. Denn wer hier herkommt, nach Außervillgraten im Villgratental in Osttirol, der sucht genau das: Ruhe, Erholung, die Gemeinschaft und Abstand zu Alltag und Trubel.

Die Familie Leiter betreibt den Wurzerhof bereits in siebter Generation.

Vroni und Elena sitzen, Rücken an die alte Holzwand gelehnt, auf der Bank vor dem Haus. Vater Sepp sitzt auf der Lehne, die Beine entspannt über einander geschlagen. „In der siebten Generation habe ich mittlerweile den Wurzerhof. Er war schon immer im Besitz meiner Familie“, erzählt er und blickt über die umliegenden Wiesen und Berghänge. Seit achtzehn Jahren kann man den denkmalgeschützten, rund 300 Jahre alten Hof auch mieten. Dreißig Betten stehen für Selbstversorger zur Verfügung. Zimmer, Bäder, Stube – alles ist renoviert – rustikaler Charme trifft auf moderne Elemente und viel Komfort. Eine perfekte Mischung. Bergsteiger, Politiker, Spitzensportler verbringen hier ihren Urlaub. Aber auch viele Familien oder Vereine.

„So einen Hof zu betreiben, darf keine Pflicht sein. Es ist eine Leidenschaft“

Während des Lockdowns haben die Leiters die ruhige Zeit genutzt: die alte Wagenhütte neu hergerichtet, Dusche und Bäder saniert und 305 Festmeter Schadholz in den eigenen Wäldern aufgearbeitet. „Du musst das mit Leib und Seele leben. So einen Hof zu betreiben, darf keine Pflicht sein. Es ist eine Leidenschaft“, sagt Vroni. Heute gibt es keine dreißig Knechte mehr, wie noch zu Zeiten von Sepps Urgroßvater, doch die junge Generation steht schon in den Startlöchern. Tochter Elena, lange braune Haare, Dirndl und am allerliebsten barfuß, zeigt die Schlaf- und Wohnräume, die früher Scheune oder Kornspeicher waren, sowie die alte und voll funktionsfähige Kegelbahn. Doch zum Wurzerhof gehört noch mehr: eine alte Schmiede, ein historisches Sägewerk, eine Mühle (die letzte der ehemals siebzehn Mühlen des Villgratentals), ein kleines Museum, eine Kapelle und natürlich die hauseigenen Schottischen Hochlandrinder, Brillenschafe und ein Yak. Drei bis vier Tiere werden pro Jahr von einem Bio-Metzger geschlachtet – zu 90 Prozent geht das Fleisch an die Hausgäste. Qualität wird geschätzt, auch in der Küche.

„Endlich!“

Jetzt, da der Lockdown vorbei ist, die Grenzen wieder öffnen und der Hof wieder vermietet werden darf, haben die Leiters alle Hände voll zu tun. „Endlich“, sagt Sepp und lacht. Schließlich freut er sich nicht nur auf den Austausch mit den Gästen. „Der Tourismus ist nicht nur für uns, sondern für die ganze Region wichtig. Bäckereien, Schneidereien, der gesamte Einzelhandel und Gasthäuser – das ist ein sehr starker und wichtiger Kreislauf.“ Die drei sind sich einig: „Gut, dass es jetzt wieder los geht!“

Alexander

Alexander Zimmermann ist so oft es geht am Berg – meist in Wander- oder Kletterschuhen. Im Winter allerdings ebenso gerne auf Alpinen oder Langlauf-Ski. Als Journalist und Stratege pendelt er zwischen München, Tirol, Hamburg und Heidelberg.

Zum Autor »

2 Kommentare

Dr.Ute van de Castel

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie kann man buchen ?
Gerne hören wir von Ihnen.
Freundliche Grüße aus Stuttgart,Ute van de Castel

Jörg Weber

Ich hätte gerne Infos von Euren Urlaubsangeboten auf der Alm bzw. Tirol !
Wenn möglich, dann wieder zu normalen Bedingungen ?!
Wir sagen Moin und alles Gute für Euch, bis auf ein Wiedersehen im Bergland ...
Von der Ostsee in die Berge.

nach oben
nach unten