Vom Bett ins Abenteuer: besondere Ferienwohnungen in Tirol

Aktualisiert am 31.07.2020AlexanderAlexander

Ein Zuhause auf Zeit – und gleich vor der Tür wartet das Bergerlebnis: Ferienwohnungen sind in Tirol viel mehr als nur komfortable Unterkünfte. Sie sind Basecamps für Gipfelstürmer und Genießer, für Familien und Bergfreunde. 7 besondere Ferienwohnungen, bei denen der Bergspaß gleich nach dem Aufstehen beginnen kann.

Binter Appartments: Flusswandern im Nationalpark Hohe Tauern

Wo komme ich unter? In einem der sieben Binter-Appartments der Familie Obkircher. Diese bieten je nach Größe Platz für zwei bis vier Personen, liegen etwas außerhalb von Virgen – idyllisch im Grünen nur 120 Meter vom Fluss Isel entfernt.

Wo liegt das genau? Mitten im Virgental, Osttirol

Besonders geeignet für? Familien und Naturliebhaber

Was kann ich dort machen? Im Nationalpark Hohe Tauern stundenlange Wanderungen machen, ohne anderen Menschen zu begegnen. Oder vor der Haustür zu einer Flusswanderung aufbrechen und der Isel bis ans Ende des Virgentals folgen. Auf dem Weg ändert sich langsam die Landschaft von den weiten grünen Wiesen im Tal hin zu schrofferem Fels. Irgendwann biegt man von der Isel zum Zufluss Umbalbach ab, wo Gletscherwasser wild tosend zu Tal donnert. Besonders spektakulär: Die Umbalfälle, die schäumend Stufe für Stufe in einem komplett naturbelassenen Flussbett hinabstürzen. Von der Ferienwohnung sind es rund zwölf Kilometer bis zu den Wasserfällen. Auf dem gerade neu ausgewiesenen Iseltrail kann man auch in fünf Tagen von der Mündung bis zur Quelle des Flusses wandern.
Für sportlich ambitionierte Besucher bietet sich von der Ferienwohnung auch eine Wanderung mit Kletterpassage und Blick über die Venediger-Gruppe an: rauf auf den Hohen Eichham (3.371 Meter), und zwar über den Südgrat. Ausgestattet mit einem 50-Meter-Seil und sechs Expressschlingen lässt sich dieser steinige und markante Gipfel über den Nachbargipfel des Säulkopf erklimmen.

Schlafzimmer in einem der Binter-Appartments der Familie Obkircher. Foto: Binter Appartments

Das Flusswandern in der Nationalparkregion Hohe Tauern ist genau das richtige für Familien und Naturliebhaber. Foto: Nationalpark Hohe Tauern/Martin Lugger

Haus Mühlhof: Klettern für alle im Ötztal

Wo komme ich unter? Im Haus Mühlhof der Familie Schmid-Ambrosi bei Oetz – einer der qualifizierten Kletterunterkünfte im Ötztal. Die 2015 erbauten Ferienwohnungen bieten zwei bis sechs Personen Platz – in der näheren Umgebung finden sich unterschiedliche Felsen, Klettergärten und Routenklassiker. Und für die ordentliche Stärkung vor der Ein- oder Mehrseillängentour gibt es einen täglichen Brötchenservice der örtlichen Bäckerei.

Wo genau? In Habichen, ein paar Hundert Meter südlich von Oetz

Besonders geeignet für? Ambitionierte Kletterer und Familien mit Lust auf Fels

Was kann ich dort machen? Den griffigen Granit unter den Fingern spüren, und jeden Zug, jeden neu erarbeiteten Griff und jede Passage der zahlreichen Mehrseillängentouren in vollen Zügen genießen. Aus der Haustüre raus, über die Ötztaler Ache und dann immer am Fluss entlang Richtung Sautens: Dort, genau hinter dem Hotel „Ritzlerhof“ gibt es einen schönen Kletterfelsen mit vier einfachen Routen in den Schwierigkeiten 4 bis 5. Durch die hervorragende Absicherung ist der „Klettergarten Ritzlerhof“ auch für Einsteiger bestens geeignet. Wer warm geklettert ist, geht zu Fuß von hier aus etwa zehn Minuten auf die andere Seite der Ache zum Klettergarten Oetz mit 46 Routen zwischen den Schwierigkeitsgraden 3 und 9 und bis zu 35 Metern Länge. Hier wird garantiert jeder Kletterer fündig. Für wen es höher hinausgehen soll: An der Geierwand geht es über den „Sunset Boulevard“ hinauf auf den Simmering (2.096 Meter). Wer die letzten beiden Seillängen der Alhambra-Route anhängt, hat am Ende knapp 550 Meter erklommen und dabei eine der schönsten Mehrseillängentouren im sechsten Grad an der Geierwand gemeistert. Zur Grundausstattung dieser Genusstour gehören ein 60-Meter-Doppelseil und mindestens zwölf Expressschlingen. Wer im Ötztal zwar nach Fels, aber gleichzeitig auch nach Entspannung und Erholung sucht, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Klettersteigen und familien- und anfängerfreundlichen Klettergärten wie beispielsweise der Engelswand in Tumpen.

Der Mühlhof in Oetz. Foto: Haus Mühlhof

Kletterliebhaber aller Art kommen im Ötztal auf ihre Kosten. Foto: Ötztal Tourismus/Heiko Wilhelm

Appartement Bergblick: Auf Trails durch die Kitzbüheler Alpen biken

Wo komme ich unter? Im Appartement Bergblick der Familie Leitner in Kirchbichl. Die perfekte Ausgangslage für verschiedene Tagestouren und geprüfte Bike-Unterkunft. Tipp von Inhaberin Johanna Moritz-Leitner: „Im Spätsommer kommen, am besten im September oder sogar im Oktober. Dann sind die Farben der Laubwälder hier besonders spektakulär.“

Wo genau? In Kirchbichl im Inntal

Für wen besonders geeignet? Mountain-, Gravel- und E-Biker

Was kann ich dort machen? Auf drei oder vier Etappen mit dem Mountainbike durch die Kitzbüheler Alpen. Geht natürlich auch problemlos mit dem E-MTB. Die erste Etappe des Kitzbüheler Alpen Trail für Biker (kurz: KAT) startet eigentlich in Mariastein und führt nach Hopfgarten – von Kirchbichl aus kann man aber genauso gut in die Tour einsteigen und sich in vier Etappen gen Osten auf den Weg nach Fieberbrunn machen. Die Strecke des Mehrtages-Trails ist in viele unterschiedliche, frei wählbare Passagen eingeteilt, so dass man die Schwierigkeit und zurückzulegenden Höhenmeter nach Tagesform oder dem Wetter entsprechend anpassen kann. Bei Etappe drei nach Oberndorf bietet sich der Schwarzsee für einen Zwischenstopp an. Wer will, kann auch ein Paket mit kostenlosem Gepäcktransport buchen.

Haus Bergblick in Kirchbichl. Foto : Haus Bergblick

Mit Mountain-, Gravel- oder E-Biker die Berge erkunden geht am besten in den Kitzbühler Alpen. Foto: Kitzbüheler Alpen/GHOST-Bikes GmbH

Wanderpension Garni Rief: Genusswandern im Tannheimer Tal

Wo komme ich unter? Wanderbegeisterte und Botanik-Freunde sind in der Wanderpension Garni Rief genau richtig. Hausherr Elmar Rief ist geprüfter Bergwanderführer, Natur-, Kultur- und Landschaftsführer, kennt alle Winkel des Tannheimer Tals – und bietet auch spezielle Blumenwanderungen an. In der Unterkunft gibt es neben fünf Ferienwohnungen auch Doppel- und Einzelzimmer.

Wo genau? Im Ortszentrum von Tannheim

Für wen besonders geeignet? Naturfreunde und Genusswanderer

Was kann ich dort machen? Bei leichten Wanderungen endlose Blumenwiesen bestaunen und in die Natur eintauchen. Man kann hier zum Beispiel den gelben Frauenschuh finden – die wohl prächtigste wilde Orchideenart Europas. Routentipp: Die Tannheimer Runde führt aus dem Ortskern auf den Einstein hinauf, biegt vor dem Gipfel jedoch ab und geht dann über schmale Wege entlang der Berghänge in Richtung Zöblen. Genusswandern auch ohne Gipfel. Zwölf Kilometer, aber nur 400 Höhenmeter.

Die Wanderpension Garni Rief in Tannheim. Foto: Wanderpension Garni Rief

Nach dem Genusswandern noch einen Abstecher zum Villsalpsee: Wer es gerne ruhig angeht, ist im Tannheimer Tal bestens aufgehoben. Foto: TVB Tannheimer Tal

Gästehaus Gratlspitz: Mit dem Rennrad Höhenmeter im Alpachtal sammeln

Wo komme ich unter? In den Ferienwohnungen des Alpbacher Gästehauses Gratlspitz, einer geprüften Bike-Unterkunft mit versichertem Abstellraum und Waschplatz für die Räder, Reparaturset und Waschmöglichkleidung für die Radkleidung. Und natürlich geräumigen Küchen in den Ferienwohnungen, damit die Rennrad-Gäste endlose Extraportionen Pasta kochen und die Kohlenhydratlager wieder auffüllen können.

Wo genau? Im Zentrum von Alpbach

Für wen besonders geeignet? Sportlich ambitionierte Rennradfahrer mit Blick für die Natur

Was kann ich dort machen? Viele leichte Touren (meist mit Schlussanstieg zur Ferienwohnung), aber auch lange Ausfahrten, zum Beispiel auf einer Rundtour zwischen Kitzbüheler Alpen und Rofangebirge. Autos gibt es auf dieser ruhigen, 117 Kilometer langen Strecke so gut wie nicht – Höhenmeter dafür umso mehr, 2.500 Höhenmeter um genau zu sein. Mit Schleifen ins Zillertal, nach Wörgl und Brandenberg zu den Reintaler Seen.

Das Gästehaus Gratlspitz in Alpbach. Foto: Gästehaus Gratlspitz

Sportlich geht es im Alpbachtal zu: Bei einer Rundtour zwischen Kitzbüheler Alpen und Rofangebirge überwindet ihr 117 Kilometer und 2.500 Höhenmeter bei bester Aussicht.

Ferienhaus Alpenkönig: In Nauders auf Goldsuche gehen

Wo komme ich unter? Im Ferienhaus Alpenkönig in Nauders – an der Fassade gibt es eine Kletterwand für alle, die abends noch zu viel Power haben.

Wo genau? Am südlichen Ortsrand von Nauders

Für wen besonders geeignet? Familien mit Kindern

Was kann ich dort machen? Gemeinsam mit den Kindern zum Entdecker und Goldschürfer werden. Kurzer Spaziergang vom Haus zur Talstation der Bergkastelseilbahn – von dort auf knapp 2.200 Meter Höhe schweben und mit Goldwaschpfanne auf echte Nugget-Suche gehen. Tipp für Fahrradfamilien: Direkt vor der Haustür starten elf verschiedene Mountainbike-Routen, von der entspannten 2-Seen-Runde, die auch Kinder im Vorschulalter schaffen, bis zur anspruchsvollen Bergkastelrunde mit mehr als 1.000 Höhenmetern.

Garten des Hauses Alpenkönig in Nauders. Foto: Haus Alpenkönig

Der Bergkasteltrail ist bei Adrenalinjunkies beliebt. Foto: Tourismusverband Tiroler Oberland / Nauders Tourismus

Appartement Romy: Durch die wilde Landschaft paddeln im Lechtal

Wo komme ich unter? Im Appartement Romy in Bach, einem ruhig gelegenen Bauernhaus, direkt am Alperschonbach und nur 300 Meter von der Einmündung in den Lech gelegen – einer perfekten Einstiegsstelle für Flusstouren auf dem Lech.

Wo genau? In Bach, mitten im Lechtal

Für wen besonder geeignet? Für Kayak- und Kanufahrer, Rafting-Einsteiger und Wildwasser-Fans

Was kann ich dort machen? Wilde Wasser inmitten einer der letzten Wildflusslandschaften Europas erkunden. Im Lechtal wechseln sich herausfordernde Stromschnellen mit entspannten Passagen ab, in denen man sein Paddel auch mal kurz aus der Hand legen und die Landschaft genießen kann. Das Lechtal ist bei Wassersportlern schon lange beliebt – man kann sich aber auch (mit Kindern) in die Grundtechniken des Wildwasser-Raftings einführen und von professionellen Trainern anleiten lassen. Der Lech ist mit Wildwasserstufe 2 perfekt für den Einstieg. Gestartet wird meist in Häselgehr oder Elbigenalp, es gibt aber auch zahlreiche weitere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Wer vom Wasser nicht genug bekommt, aber genug vom Paddeln hat, kann auch die wilden Schluchten mehrerer Seitentäler beim geführten Canyoning erkunden.

Appartment Romy im Lechtal. Foto: Appartment Romy

Wildwasser-Touren verschiedener Art gibt es im Lechtal. Foto: Robert Eder

Alexander

Alexander Zimmermann ist so oft es geht am Berg – meist in Wander- oder Kletterschuhen. Im Winter allerdings ebenso gerne auf Alpinen oder Langlauf-Ski. Als Journalist und Stratege pendelt er zwischen München, Tirol, Hamburg und Heidelberg.

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