Ask a local: Einheimischen-Tipps aus dem Außerfern

19.11.2020Guest AuthorGuest Author

Wo kann man besonders gut essen? Welche Ausflugsziele lohnen sich? Welchen Gipfel muss man unbedingt bezwingen? „Ask a local“ ist eine Serie, in der uns Einheimische ihre Lieblingsplätze in ihrem Heimatort verraten. Heute an der Reihe: Christian Tschernutter aus Reutte.

Hinweis

Manche der folgenden Tipps sind wegen der aktuellen Corona-Situation momentan leider nicht möglich oder finden nicht statt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – der nächste Urlaub kommt bestimmt!

TIPP 1: Für Sportskanonen und Spaziergänger

Als Bergwanderführer und Mountainbike-Guide fallen mir zuallererst Ausflugsziele in der Natur ein.

Ein Geheimtipp bei uns im Außerfern ist die Costarieskapelle. Sommer wie Winter ein Genuss – auch und vor allem mit gehfreudigen Kindern. Oben angekommen könnt ihr die Glocke läuten, zudem lädt eine gemütliche Bank zum Verweilen ein. Die kleine Kapelle liegt an einer Lechwegschleife und ist ein besinnlicher Ort. Wer noch Saft in den Wadln hat, geht weiter auf das Feuerköpfl. Von dort überblickt man den gesamten Talkessel. Am Rückweg lohnt sich ein Abstecher zum Frauensee.

Ausgangspunkt: Langtennenparkplatz in Lechaschau
Ziel: Costarieskapelle
Gehzeit: ca. 1,5 Stunden
Charakter: Gemütliche Wanderung mit der Möglichkeit den Fahrweg oder einen kürzeren, steilen Pfad zu wählen.

Die Costarieskapelle ist zu jeder Jahreszeit ein schöner Platz zum verweilen und genießen.

Die Costarieskapelle ist zu jeder Jahreszeit ein schöner Platz zum verweilen und genießen.

Ausgangspunkt der Tour zum Dreiländereck ist der Gutshof zum Schluxen in Pinswang. Der Schotterweg ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Mountainbike locker bewältigbar, die letzten paar Meter legt ihr über einen Steig zu Fuß zurück. Dort kommt ihr an einem kleinen Bäumchen vorbei, welches das ganze Jahr hinüber bunt geschmückt ist – mit Christbaumkugeln oder Ostereiern, manchmal sogar mit beidem. Am Dreiländereck angekommen werdet ihr ein zweites Mal belohnt – mit einem großartigen Blick über die Seenlandschaft und das sanfte Allgäu. Ihr wollt wissen, woher der Name stammt? Am Grenzstein trafen um 1.800 die Grafschaft Tirol, der Hochstift Augsburg und das Kurfürstentum Bayern aufeinander.

Ausgangspunkt: Gutshof zum Schluxen in Pinswang
Ziel: Dreiländereck
Gehzeit: ca. 45 Minuten
Charakter: familienfreundliche Wanderung

Die familienfreundliche Wanderung zum Dreiländereck wird durch einen wunderschönen Blick über das Allgäu belohnt.

Die familienfreundliche Wanderung zum Dreiländereck wird durch einen wunderschönen Blick über das Allgäu belohnt.

Der gemütliche Grasberg Schönkahler ist nur selten überlaufen – anstatt auf Scharen an Wanderern, trefft ihr hier nur auf Kühe und Pferde. Im Winter lässt sich der Schönkahler auch gut mit Schneeschuhen oder Tourenski erklimmen, im Sommer zu Fuß oder auch mit dem Rad. Ausgangspunkt ist das Berghotel Zugspitzblick – von der Zugspitze sehr ihr von dort zwar nur eine kleines Eckerl, dafür ist das Essen hervorragend.

Ausgangspunkt: Berghotel Zugspitzblick in Zöblen
Ziel: Schönkahler (1688)
Gehzeit: 2-2,5 Stunden
Charakter: mittelschwere Bergwanderung

Der Schönkahler eignet sich gut für eine ruhige Wanderung ohne Scharen von anderen Wanderern.

Der Schönkahler eignet sich gut für eine ruhige Wanderung ohne Scharen von anderen Wanderern.

Wenn wir schon beim Thema sind: Den besten Blick auf die Zugspitze habt ihr vom Seebensee aus. An windstillen Tagen spiegelt sich die Zugspitze im Wasser in dem sich – selbst auf dieser Höhe – Enten tummeln. Außerdem lässt sich die Tour zum Seebensee beliebig erweitern – für die ganz Wilden über das Taja Törle über die Coburger Hütte und den Drachensee. Wer es jedoch gemütlicher angehen möchte, kann die Gondel nehmen und gelangt von der Bergstation zu Fuß oder mit dem Mountainbike direkt zum See.

Ausgangspunkt: Bergstation Ehrwalder Almbahn
Ziel: Seebensee
Gehzeit: ca. 2 Stunden
Charakter: mittelschwierige Wanderung

Vom Seebensee aus hat man einen wundervollen Blick auf die Zugspitze.

Vom Seebensee aus hat man einen wundervollen Blick auf die Zugspitze.

Im Herbst ist es am schönsten in den Stuibenfällen, die Farben sind traumhaft. Im Winter ist der Rundwanderweg gesperrt, denn manchmal sind die Wege vereist. Ein Genuss ist die Wanderung über den Ministersteig – hier überquert ihr beim Rückweg vom Plansee eine kleine Hängebrücke. Von dort sieht man Schloss Ehrenberg und die mittlerweile schon bekannte „Highline 179“ – ein Blick von der kleinen auf die große Hängebrücke!

Ausgangspunkt: Parkplatz am Umspannwerk in Breitenwang
Ziel: Stuibenfälle – Plansee – Ministersteig
Gehzeit: ca. 2 Stunden
Charakter: familienfreundliche Wanderung

Besonders im Herbst sind die Stuibenfälle durch die traumhaften Farben einen Ausflug wert.

Besonders im Herbst sind die Stuibenfälle durch die traumhaften Farben einen Ausflug wert.

TIPP 2: Für Genussvolle und Gourmets

Das Schloss Ehrenberg vom Tal aus bestaunen kann man unter anderen von der holzgezimmerten Terrasse des Alpenhotels Ernberg. Ist es draußen zu kalt, lädt eine bärige Zirbenstube zum Verweilen ein. Im „Ernberg“ erwartet die Gäste gehobene Küche. Ich gehe dorthin, wenn es mal etwas ganz Besonderes sein soll. Denn neben klassischer Hausmannskost gibt es auch feine Küche und saisonale Angebote, im Herbst etwa Törggelen oder die Wildwochen.

In einem Lokal bin ich zweifellos Stammgast: Susannes Naschwerk. In dem Laden in Lechaschau hole ich mir am liebsten einen ofenfrischen Dinkelzopf mit Cranberrys, der ist köstlich. Es gibt ihn nur samstags, früh da zu sein lohnt sich. Wer nicht schnell genug ist, kann sich auch an Pralinen, Kuchen und Torten aller Art erfreuen, außerdem an der großen Auswahl handverlesener Tees, wahrscheinlich die größte Auswahl im ganzen Bezirk!

Am liebsten nascht Christian den ofenfrischen Dinkelzopf mit Cranberrys von Susannes Naschwerk.

Am liebsten nascht Christian den ofenfrischen Dinkelzopf mit Cranberrys von Susannes Naschwerk.

TIPP 3: Was tun an einem Regentag?

Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung. Viele der oben genannten Wandertipps sind durchaus regentauglich. Wenn ihr es gemütlicher angehen wollt, lohnt sich die Alpentherme Ehrenberg. Es gibt unterschiedliche Saunen und thematische Aufgüsse. Ganz nach mittelalterlicher Manier werden in der Landsknechtsauna beim Aufguss die Ritterfahnen geschwungen.

Wohlige Wasserwelt: In der Alpentherme Ehrenberg in Reutte gibt es kein Frösteln, taucht man hier in bis zu 32 Grad Celsius warmes Wasser ein. © TVB Naturparkregion Reutte

Wohlige Wasserwelt: In der Alpentherme Ehrenberg in Reutte gibt es kein Frösteln, taucht man hier in bis zu 32 Grad Celsius warmes Wasser ein. © TVB Naturparkregion Reutte

Kulturliebhabern empfehle ich die Kellerei und das Veranstaltungszentrum in Breitenwang. Dort finden Konzerte, Vorträge und Filmabende statt. An der Außerferner Kulturinitiative „Huanza“ sind unterschiedliche Vereine beteiligt, vom Galerie- und Museumsverein bis zum Außerferner Musikbund und dem Jazzclub. Das Programm ist dementsprechend vielfältig. Einmal jährlich organisieren sie die das Festival KulturZeit Reutte – Außerfern mit Musik, Theater und Ausstellungen.

Ganz unabhängig von der Wetterlage solltet ihr unbedingt auch dem Bauernladen im Untermarkt einen Besuch abstatten. Dort gibt es nicht nur regionale Schmankerl, sondern auch nette Geschenke. Einzigartiges gibt es außerdem in Bach im „Lechtaler Naturhandwerk“ – unter anderem Grasblütenschmuck. Simone und Sigrid verkaufen ihre handgemachten Produkte auch online. Die Lechtaler sind bei uns bekannt für ihr Wildkräuterwissen. Die Lechtaler „Kräuterhexen“ bieten in den Sommermonaten geführte Kräuterwanderungen an.

Für Kräuter-Fans bieten die „Kräuterhexen“ bieten in den Sommermonaten geführte Kräuterwanderungen an. ©Tirol Werbung / Hörterer Lisa

Für Kräuter-Fans bieten die „Kräuterhexen“ bieten in den Sommermonaten geführte Kräuterwanderungen an. ©Tirol Werbung / Hörterer Lisa

TIPP 4: Veranstaltungen

Zu den Highlights, auf die wir uns hier im Bezirk Reutte freuen, zählt das Marktfest im August, und die Musik- und Weinmeile. Bei ersteren zieht man von Konzert zu Konzert, bei letzterem – naja – von Wein zu Wein. Der Krampusumzug ist für mich so etwas wie das Tiroler Halloween, an dem Tag kommen hunderte Krampusse aus der Umgebung, sogar aus Deutschland, Kärnten und Italien.

Glocken, Gänsehaut und finstere Gestalten. So beginnt der Winter in Tirol. Die Krampusläufe blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. © Naturparkregion Reutte/ Robert Eder

Glocken, Gänsehaut und finstere Gestalten. So beginnt der Winter in Tirol. Die Krampusläufe blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. © Naturparkregion Reutte/ Robert Eder

In der Vorweihnachtszeit gibt es aber nicht nur Grusliges: der Nikoloumzug in Lechaschau ist für Familien ein Muss. Am Adventsmarkt bei der Annakirche in Reutte wird Handwerk und Selbstgemachtes verkauft. Am Stand vom Roten Kreuz gibt’s frische Kiachl. Weihnachtskonzerte an den Adventssonntagen und die stimmungsvolle Beleuchtung machen den Markt zu einem besonders besinnlichen Ort in dieser Zeit.

Egal zu welcher Jahreszeit und welchem Wetter: Genießts euren Ausflug ins Außafera!

Text von Maria Retter

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