7 Arten, eure Skier zu tragen

Aktualisiert am 04.12.2020BenjaminBenjamin

„Der Helikopter“, „die Straßenbahn“ oder „die blinde Zerstörung“ – wir wissen, wie ihr eure Skier tragt. Wer am Lift die anderen Wintersportler beobachtet oder aufmerksam auf der Hüttenterrasse an seinem Skiwasser nippt, kann viel über seine Mitmenschen lernen. Zur Hilfestellung untersuchen wir sieben Arten des Ski-Transports nach seriösen, wissenschaftlichen Kriterien.

1. Der Bizeps aus Stahl

Du trägst deine Skier gebündelt mit einer Hand parallel zu deinem aufrechten Körper, Ober- und Unterarm im rechten Winkel zueinander. Jeder, der dir zusieht, glaubt, dass du das nicht lange durchhältst, aber da haben sie sich getäuscht. Während du vom überfüllten Parkplatz Nummer 13 die ganzen gefühlten fünf Kilometer zur Talstation gehst, beißt du die Zähne zusammen und ignorierst den Schmerz in deinem Arm. Spätestens, wenn du im Lift sitzt und den Arm leider nicht mehr in eine normale Stellung zurückbekommst, weiß jeder, dass du ihn hast: „den Bizeps aus Stahl“.

 

2. Die Wuascht

Du merkst mitten auf der Autobahn, dass die Kofferraumtür offen, die Warnweste und die Kiste mit dem Leergut bereits verschwunden ist und fährst einfach weiter? Du bestellst eine Fleischkäsesemmel mit Senf, Ketchup, Majo und Essiggurkerl, weil Entscheidungen einfach furchtbar mühsam sind? Du ziehst deine Skier einfach vom Autodach und schleifst sie bis in die Gondel hinein über den Boden? Laut unseren Erkenntnissen trägst du deine Skier auf die „Wuascht-Art“, die sich durch eine besorgniserregende Apathie gegenüber Menschen und Gegenständen definiert. Du hast bei einer Hütten-Pause auch schon einmal einen heißen Teebeutel einfach mit der Hand ausgequetscht und bei einem im Fernsehen übertragenen Skirennen ein von Rainer Pariasek geführtes Interview ganz angeschaut, noch dazu, ohne dabei zu blinzeln. Rede doch mal mit deinem Therapeuten darüber.

Die Wuascht

3. Die blinde Zerstörung

Du versuchst, die Skier wie ein alter Profi zu schultern. Während du dich auf dem Gang zum Lift mit deinem Partner angeregt unterhältst vergisst du allerdings auf dein immer weiter auf die Seite und in die Höhe ragendes Paar Skier. So beschädigst du vom Hotel bis zum Lift drei Straßenlaternen, sechs Spiegel vor Ausfahrten, und neun Straßenschilder. Ein Passant verliert dabei sein Augenlicht. Du bist vielleicht nicht vorsätzlich bösartig, weist jedoch ein hohes Gefahrenpotenzial auf. Wickle deine Bretter doch einfach in Luftpolsterfolie oder lass sie dir einfach tragen.

Die blinde Zerstörung

4. Der Ski-Veteran

Deine Haut ist ledergegerbt, der Ski-Anzug rot, deinem langegedienten Skilehrer-Stand würdig. Wegen deiner superharten Skischuhe, die man nach der Saison wie jedes Jahr operativ entfernen muss gehst du etwas zurückgelehnt mit perfekt geschulterten Skiern. Bewundernd schauen dir die Menschen nach und fragen sich, wie du deine messerscharf geschliffenen Skier so nahe am Gesicht tragen kannst ohne dich dabei zu häuten und/oder zu rasieren. Gratuliere, du hast es geschafft!

Der Ski-Veteran

5. Der Helikopter (oder: der Samurai)

Irgendjemand hat dir in den Kopf gesetzt, deine Skier nicht als ein Paar sondern einzeln zu tragen. So gehst du mit einem Ski über der linken und einem über der rechten Schulter und siehst von oben aus wie ein wandelndes X. Durch helikopterartige Schwingbewegungen brauchst du ungefähr doppelt so viel Platz wie jeder andere. Wenn man in der „Helikopter-Position“ in Richtung Skibus rennen muss, geht man durch das unkontrollierte Skischwingen gleich nahtlos in die „Samurai-Position“ über. An alle da draußen, die im Skiurlaub so jemandem begegnen – lauft, so schnell ihr könnt!

Der Helikopter (oder: Samurai)

6. Die Straßenbahn

Auch du gehörst zu den Spaltern, die ihre Skier einzeln transportieren. Statt überkreuzt hältst du sie parallel zum Boden und balancierst sie möglichst gerade. „Die Straßenbahn“ ist eigentlich sehr praktisch, sieht aber doof aus. Als Anhänger dieser Tragemethode hast du außerdem chronische Probleme mit deinen Skistöcken, die du dir wahlweise an den Rucksack heften oder zwischen die Zähne klemmen könntest.

Die Straßenbahn

7. Der Balken

Wenn du deine Skier gerne horizontal vor deinem Körper herträgst, legst du offensichtlich hohen Wert auf deinen personal space und das ist gut so. Durch den Einsatz der Balken-Methode offenbarst du allerdings (wie durch alle Spalter-Techniken), dass du absolut keine Ahnung hast, was du tust.

Der Balken
Benjamin

Benjamin Stolz liebt und lebt die Gegensätze des Alpenlandes. Als Tiroler mit Höhenangst, papiervernarrter Blogger und Stadtmensch vom Land ist er der Meinung, dass es in Tirol mehr zu entdecken gibt, als man glaubt.

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2 Kommentare

Claus

Den Sherpa hast vergessen: der auch noch die Skier seiner Freundin schleppt, damit ihr vor lauter Anstrengung auf dem Weg vom Leasing- Cayenne bis zum Lift das Make-up nicht verläuft...

Ismaela Brux

Lieber Claus,
der war echt gut! :-D
Ich denke, dass diese Aufzählung noch mit weiteren Arten ergänzt werden könnte. ;-)
Vielen Dank für dein lustiges Kommentar!
Liebe Grüße,
Ismaela

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