Sportliches Winterfasten

Aktualisiert am 18.01.2021Ulrike ZieherUlrike Zieher
Unsere Autorin hat in Bad Häring ein Fasten- mit einem Wintersportprogramm kombiniert.

Der Winter war einmal eine Zeit des Mangels. Heute geben sich die Menschen eher dem Shopping-Rausch und Gans-und-Vanillekipferl-Koma hin. Dabei eignet sich die stille und kalte Jahreszeit ideal dafür, einen Gang runterzuschalten, den Körper und den Geist zu entlasten. Einige Fastenexperten bieten darum genau für den Beginn des neuen Jahres Winterfasten an – aber gemeinsam mit einem anspruchsvollen Sportprogramm. Kann das mit dem „ausgehungert Wintersporteln“ gutgehen? Und wie fühlt es sich an, so ins Jahr zu starten? Unsere Autorin probiert es aus.

FOTOS: VERENA KATHREIN

TEXT: ULRIKE ZIEHER

Der Anfang ist hart. Klirrende Kälte, ein breiter Weg mit viel zu weiter Sicht auf die vor mir liegenden Strecke. Nicht nur einmal überlege ich, ob ich umkehre. Was für eine blöde Idee, auf der Schattenseite des Tales loszugehen. Wo der Himmel doch eigentlich blau und keine Wolke zu sehen ist. Doch ich überrede meinen inneren Schweinehund, nicht aufzugeben. Zu verlockend ist der Sonnenstrahl, der in den Baumwipfeln aufleuchtet. Und irgendwo da oben wartet das Juffinger Jöchl.

Ich starte nicht zum ersten Mal an einem kalten Wintermorgen ins Gebirge. Neu ist: Ich habe seit ungefähr 36 Stunden nichts mehr gegessen. „Skifahren, Langlauf oder Wandern im Schnee sind ideale Bewegungsformen für das Fasten: ausdauernd und gut regulierbar“, heißt es in der Fasten-Bibel „Wie neugeboren durch Fasten“ von Dr. med. Hellmut Lützner. Mir geht es beim Fasten weniger um Gewichtsabnahme und „Entschlackung des Körpers“ (was auch immer das heißen mag), als um dieses Versprechen von mehr Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Beim Fasten verliert man nicht nur Körperfett und Kilogramm, sondern auch seelischen Ballast, heißt es in „Fasten-Wandern – Der nachhaltige Weg zu Gesundheit, Fitness und sich selbst“, einem anderen Buch, das ich zur Vorbereitung gelesen habe.

Immer mehr Tiroler Fasten-Kliniken bieten zum Jahreswechsel explizit „Winterfasten“ an. Fasten. Bewegung. Berge. Winter. Klingt in meinen Ohren wie der perfekte Start ins neue Jahr – entgegen dem Feiertagsmarathon von Weihnachten bis zum Dreikönigstag und den üblichen Vorsätzen, die meist schnell wieder in Vergessenheit geraten. Der Winter, schreibt andererseits Lützner, eigne sich zum Fasten besonders für Menschen, die ohnehin schnell schwitzen. Ich hingegen habe immer kalte Hände und Füße, besonders beim Wintersport. Wird das Experiment mir dennoch glücklich in Erinnerung bleiben?

Unsere Autorin Ulrike bei der Schneeschuhwanderung auf das Juffinger Joch.

Die Vorbereitung

Der Ablauf einer Fastenwoche für gesunde Menschen besteht aus zwei Entlastungstagen, fünf Fastentagen und vier Aufbautagen. Die Anzahl der Fastentage kann auch ausgedehnt werden. Hat man sich jedoch zu Beginn für die fünf Fastentage entschieden, verlängert man meist nicht spontan, sagt Lisa Linzmeier-Strillinger, ausgebildete Fastenbegleiterin, die mir bei der Vorbereitung meiner Fastenwoche in Tirol hilft. Außerdem wird sie mir während der Tage im Hotel „Das Sieben“ in Bad Häring, dem ältesten Kurort Tirols, zur Seite stehen.

An den Entlastungstagen, die ich noch zu Hause in Angriff nehme, geht es darum, den Körper auf die anstehenden Fastentage vorzubereiten. Leichte, ballaststoffreiche Kost, insgesamt weniger als sonst und Verzicht auf Zucker, Kaffee, Alkohol und Tabak. Für mich also bereits der erste Abschied – von meinem geliebten Frühstückskaffee, von Schokocroissant oder Rosinensemmel, die ich morgens ritualhaft zu mir nehme.

Zwischen Tee, Obst und Gemüse jagen mir Fragen durch den Kopf: Wird mir das Croissant auch nach der Woche der Entbehrung noch schmecken? Und ist das nicht ein Risiko? Warum soll ich überhaupt auf einen Berg klettern, wenn ich mich nicht auf die Brotzeit am Gipfel oder den Kaiserschmarrn auf der Hütte freuen kann? Und was mache ich eigentlich den lieben, langen Tag, wenn Einkaufen, Kochen und Essen wegfallen? Lisa wird mir später erzählen, dass Bedenken dieser Art ganz normal seien. Und dass viele Menschen genau aus diesem Grund nicht fasten: aus Angst vor Veränderung.

Ich verspüre schon am ersten Entlastungstag ein Gefühl von Triumph. Weil ich auf einer geschäftlichen Konferenz das Buffet meide – anders als die anderen 100 Teilnehmer, die mit übervollen Tellern an winzigen Stehtischen stehen und Nudeln in sich hineinschaufeln. Aber ich habe riesigen Hunger. Und bin froh, dass die Entlastungsphase bald vorbei ist.

Am zweiten Tag steht nichts weiter als weniger und leichter essen auf dem Programm. Und packen. Ich will für alle Eventualitäten gewappnet sein, also räume ich meine gesamte Sportausrüstung in den Kofferraum. Außerdem Strickzeug, eine Bluetooth-Box, Stifte und einen Block zum Zeichnen, ein Notizbuch, um meine Gedanken notieren zu können, und Bücher natürlich. Mit irgendwas muss ich mich ja im Zweifel ablenken.

Check-in: Mit einem Rucksack voller Ablenkungen beginnt die Fastenwoche im Hotel Sieben in Bad Häring.

Das Re-Set

Am ersten Abend in Tirol verabschiede ich mich von fester Nahrung. Während sich die anderen Gäste über Schnitzel mit Pommes hermachen, bekomme ich fünf kleine Kartoffeln, mit etwas gedünstetem Gemüse in der Mitte. Unter diesen Umständen fällt mir der Abschied nicht schwer. Am nächsten Morgen bekomme ich statt einem Frühstück einen Glaubertrunk. Klingt weniger schlimm, als es ist. Dazu kommt, dass Lisa mir verordnet hat, ihn langsam über 20 Minuten zu trinken. Nach dem ersten Schluck fühle ich mich krank. Und ich weiß nicht, wie ich die nächsten zehn Schlucke runterkriegen soll. Ein Trick ist, dass man direkt nach jedem Schluck in einen Zitronenschnitz beißt und Pfefferminztee trinkt. Der Geschmack des Glaubersalzes wirkt trotzdem noch lange nach.

Jetzt heißt es warten, bis das Salz wirkt, sich der Darm leert und mein Körper umstellt auf „innere Ernährung“. Heißt: kein Hunger mehr. Ich lege mich erstmal hin. Als ich aufwache und beschließe, mir die Zeit an der frischen Luft zu vertreiben, meldet sich der Glaubertrunk, noch bevor ich den Aufzug erreiche. Mein Körper ist nun umgestellt von der üblichen Energiezufuhr auf das Fastenprogramm. Es ist 11 Uhr. Fast der gesamte Tag liegt noch vor mir. Pünktlich um 12 Uhr stehe ich im Restaurant für meine erste Fastenmahlzeit. Ein Saft aus Kiwi, Ananas und Gurke. Ich löffle ihn und stelle fest, wie viel ich von einem Saft haben kann, wenn ich ihn nicht einfach hinunterstürze. Danach stehen „Leberwickel“ an. Während der Wickel schlafe ich ein, wie von Lisa prophezeit. Als ich aufwache, bleibe ich wie verordnet weitere 45 Minuten ohne Wickel im Bett liegen.

Einer von vielen Säften.

Eine von vielen Bauchwickeln.

Direkt hinter dem Hotel wartet die Natur. Dafür, dass es der erste Tag ist, fühle ich mich erstaunlich fit. Ich laufe ohne konkretes Ziel. Die Ruhe. Die wahnsinnig hohen, imposanten Bäume. Das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen. Ein älterer Einheimischer fragt mich, wo es hingehen soll. Ich erkläre ihm, dass ich faste, woraufhin er lächelt, sich den Bauch streichelt und von einem Priester in Niederösterreich erzählt, der seine ganz eigene Art zu fasten hatte. Ich höre noch das Wort „Bier“ und bin mit meinen Gedanken schon wieder auf dem Weg. Meinem Weg. Verabschiede mich und laufe weiter.

Am Abend steht Yoga auf dem Hotelprogramm. Es gehe, wie die Yogalehrerin erläutert, um die ursprüngliche Idee von Yoga: Von großen Bewegungen über kleine Bewegungen bis zur vollkommenen Ruhe und meditativen Stille zu kommen. Ob die sportlichen Betätigungen, die ich mir vorgenommen haben, auch nur die Vorstufe für die Stille sind? Weil mich die eigentliche Kunst der Achtsamkeit und des Innehaltens überfordern?

Yoga mit Bergblick.

Nach dem Yoga wage ich noch einen Besuch im Spa. Es ist auffällig leer. Alle sind beim Abendessen! Nach dem Saunabesuch nehme ich meine erste Brühe zu mir und gehe sehr früh schlafen. In der Hoffnung, dass bereits Morgen ist, wache ich zum ersten Mal eine gute Stunde später auf. Das passiert dann noch öfter in der Nacht, normalerweise schlafe ich wie ein Stein durch. Bei jedem Aufwachen erinnere ich mich an meine Träume. Zu Hause kann mich nie an Träume erinnern. Ein erstes Anzeichen dafür, dass ich wachsamer bin?

Während alle Gäste beim Abendessen sind, hat Ulrike den Spa-Bereich ganz für sich.

Ein Indiz für mehr Achtsamkeit? Während der Fastenwoche kann sich Ulrike wieder an ihre Träume erinnern.

Der Sonnenstrahl

Der Anfang war hart. Doch den ersten Wow-Effekt der Wanderung erlebe ich, als ich den Schatten des Tales verlasse und sich der Blick öffnet: Ein weißes Schneefeld, alles ist Sonnenschein. Der Trip hat sich gelohnt. Der inneren Schweinehund hatte mal wieder unrecht. Soll ich auf den Gipfel des Juffinger Jöchl steigen oder es doch bei einer kürzeren Tour belassen? Ich bin mir noch unsicher. Es ist schließlich erst mein zweiter Fastentag. Und ich weiß noch nicht, wie gut Sport und Fasten zusammengehen.

Aber der Weg zum Gipfel sieht so sonnig aus, dass mir die Entscheidung leicht fällt: Ab jetzt geht es weiter auf einem steilen Wanderpfad, der mir schon etwas Anstrengung abverlangt. Ich komme ins Schwitzen. Am Gipfel angelangt, kann ich die Freude über die Bank in der Sonne kaum fassen. Selten so über einen kleinen Gipfel gefreut. Jetzt heißt es Tee trinken und auftanken für den Rückmarsch.

Ich erinnere mich an Lisas Worte, dass man als Fastende niemals ohne Wasser losgehen sollte und fülle meine Trinkflasche mit eiskaltem Quellwasser auf. Der Weg zurück zieht sich ganz schön, ich komme etwas in Zeitstress wegen meiner Leberwickel und bin froh, als ich das Hotel wieder erreiche – ich war viereinhalb Stunden unterwegs. Ich genieße meinen Mittagssaft auf dem Balkon und lege mich danach mit dem Wickel ins Bett.

Die liebliche Wildschönau ist eine gut geeignete Region für Schneeschuhwanderungen.

Die Sonnenstrahlen geben Kraft und Energie.

Während einer Fastenphase muss man viel Wasser zu sich nehmen.

Später bin ich richtig platt. Ein erstes Fastentief? Oder bin ich einfach nur kaputt von der Wanderung? Nachdem ich meine Abendbrühe gelöffelt habe, kommt Lisa auf einen Besuch vorbei, um mir die „Fünf Tibeter“ zu zeigen, eine Yogaübung, die mich wieder frisch machen soll. Sie warnt mich, dass der dritte Tag meistens der härteste der Fastenwoche ist.

Am dritten Tag stehe ich um 7 Uhr auf, um zum Chi Gong zu gehen. Obwohl ich das Gefühl habe, nicht wirklich geschlafen zu haben, fühle ich mich wach – und schwach. Chi Gong ist somit genau die richtige Form der Morgenaktivierung für mich. Und es wirkt. Trotzdem will ich heute nur ein paar Spaziergänge in der Sonne machen. Denn das ist ja das Wichtigste beim Fasten: auf den Körper hören. Beim Losgehen merke ich, dass ich automatisch flott gehe, förmlich fliege. Und das, obwohl ich wirklich nicht fit bin. Besonders leicht fühle ich mich, als ich an einem Café vorbeikomme, in dem Menschen bei Kaffee und Kuchen sitzen, und ich ohne größere Schwierigkeiten widerstehen kann.

Und – Action!

Am vierten Fastenmorgen fühle ich mich wie nach einer längeren, überstandenen Krankheit. Immer noch ein bisschen schwach, dafür sehr wach und klar. Heute will ich in der Loipe skaten – das hab’ ich lange nicht mehr gemacht. Ob ich es in meinem Zustand draufhabe? An der Loipe bei Auffach bin ich froh, dass es nicht so eisig kalt ist und die Sonne scheint. Die Loipe ist eine ziemlich hügelige Angelegenheit, was für mich als Nicht-Profi schon unter normalen Umständen eine echte Herausforderung darstellen würde.

Normalerweise laufe ich mich immer etwas ein, um in den Flow zu kommen. Das gelingt mir heute leider nicht, weil es direkt zur Sache geht. Da mein Wunsch nach leichtfüßigem Skaten groß ist, schnalle ich zwischendurch die Ski ab und gehe den steilen Teil zu Fuß. Hügel um Hügel, Kurve um Kurve gebe ich die Hoffnung nicht auf. Und muss nach einer Stunde doch einsehen, dass meine Kraft und mein Können für derartig hügeligen Parcours nicht ausreichen. Ganz am Ende komme sogar noch in den Genuss des Gleitens und stelle fest: es geht schon! Nur eben nicht auf der Bergetappe.

Erst läuft es gut auf der Loipe in Auffach.

Bis die Steigungen Ulrike im Fastenmodus zu viel abverlangen.

Zum Mittagsschlaf nach einem kurzen Saunagang muss ich mich eher zwingen. Nach dem Aufwachen merke ich, dass er mir natürlich doch gutgetan hat. Der lange Abend steht noch bevor und es bleibt genug Zeit, das Wachsein und das wiedergefundene Wohlbefinden zu genießen. Brühe löffeln. Heute: Fenchelbrühe. Gleicher Platz, gleiches Szenario. So schnell entsteht Routine.

Brühe begleitet Ulrike über die ganze Woche.

Schnell entsteht eine Essensroutine.

Und dann ist schon der letzte Tag. Wow! Ich wache fast euphorisch auf und will die schönen Morgenstunden für eine ausgiebige Schneeschuhwanderung nutzen. Vormittags am Berg bin ich meist noch recht steif und nicht wirklich leistungsfähig. Mal sehen, wie sich das heute verhält. Ich starte und es fühlt sich gut an. Leicht. Auch der Lärm der Schneeschuhe verklingt, als ich endlich in pulvrigere Gefilde eintauche. Um mich herum ist jetzt absolute Stille und flimmernder Schnee.

Ich laufe etwa eine Stunde bergauf. Zwischendurch trinke ich natürlich fleißig Wasser, für meinen Tee will ich mir jedoch ein sonniges Plätzchen zum Rasten suchen. Da ist eine Hütte am Weg und in der Sonne! Während ich sitze, spüre ich plötzlich die Anstrengung der letzten Stunde und werde immer müder. Kann ich nicht einfach hierbleiben? Ich verharre noch einen kurzen Moment und versetze dem inneren Schweinehund einen Tritt. Nach einigen flotten Schritten jedoch verfalle ich in einen meditativen, rhythmischen Schritt und komme in der Bewegung wieder zu Kräften. Schritt um Schritt, Stockeinsatz um Stockeinsatz schreite ich voran. Irgendwann drehe mich um, und sehe, wie weit ich mich schon vom Talboden entfernt habe. Ein Ausblick wie auf einer Postkarte.

Die Gier, mit der ich am Mittag meinen Saft löffele, zeigt, dass mein Körper sich nach Energie sehnt. Nach einer Ruhepause mein Abschlusstreffen mit Lisa. Sie gibt mir wertvolle Tipps für die Zeit nach dem Fasten mit auf den Weg. Die sogenannten Aufbautage sind ein wichtiger Teil der Fastenwoche, in der man bewusst entscheidet, wie man in Zukunft leben will. Der Stoffwechsel wird neu gestartet. Und zu guter Letzt überreicht sie mir meine Urkunde.

Ich bin ein bisschen gerührt und stolz und dankbar. Ich habe es geschafft! Das neue Jahr kann kommen. Aber erstmal der große Tag – der Tag des Fastenbrechens. Nur noch einmal schlafen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blicke ich dem Moment entgegen. Lachend, weil ich es geschafft habe – und jetzt all die Köstlichkeiten auf mich warten. Weinend, weil ich eine richtig gute Zeit hatte (mal abgesehen von Tag drei). Die Tasche mit all den Sachen, die ich zur Ablenkung mitgenommen hatte, liegt fast unberührt in meinem Zimmer.

Der Apfel

Zuhause erwache ich gegen Mittag in meinem eigenen Bett. Mein Körper ist immer noch im Fastenrhythmus. Aber jetzt verspüre ich Lust. Eine neue Lust. Lust auf den Apfel. Auf DEN Apfel, mit dem ich meine Fastenzeit brechen werde. Ich suche mir einen aus. Klein, reif, süß, aus Mamas Garten. Genau richtig als erste feste Mahlzeit nach den fünf enthaltsamen Tagen. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen und abgewartet, wann ich wirklich das Bedürfnis haben würde, wieder zu essen. Ich setze mich gemütlich hin und beiße genüsslich hinein. Ich kaue, so oft es nur geht – auch das ist eine goldene Regel für die Tage danach, das bewusste Kauen – und schmecke dabei ganz intensiv. Wie besonders ein Apfel sein kann!

Nach dem Einkaufen – ich brauche ja jetzt wieder Lebensmittel! – stelle ich erneut fest, wie wach und fit ich bin. Ich bin ein Morgenmensch und am Abend zu nichts mehr zu gebrauchen. Heute komme ich heim, räume noch etwas auf, hänge die Wäsche auf und könnte gefühlt noch Bäume ausreisen.

Den ersten Morgen zu Hause starte ich mit einem Luftbad – heute leider nicht auf dem Hotelbalkon, sondern durch mein geöffnetes Schlafzimmerfenster. Dann erinnere ich mich an die „Fünf Tibeter“. Ich überlege kurz, ob ich mit dieser Bewegungsroutine erst morgen starte, gebe dann jedoch meinem Schweinehund einen Klaps und starte direkt. Wertvolle Entscheidung. Bei einem ausgedehnten Spaziergang erzähle ich einer Freundin von meinen Erfahrungen. Jetzt erst merke ich, wie gut es mir nach der Fastenwoche geht und wie verändert ich mich fühle. Meine Euphorie ist kaum zu bremsen, Brücke um Brücke verlängern wir unseren Spaziergang am Fluss und vergessen die Zeit. Bis sich meine innere Uhr meldet.

Es wäre jetzt Zeit für Leberwickel.

Ulrike Zieher

Ulrike Zieher pendelt zwischen der Großstadt und den Ammergauer Alpen. Der Tiroler Bergwelt ist sie seit ihren Jahren als Snowboarderin mehr als freundschaftlich verbunden.

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6 Kommentare

Josef Fattinger

Danke für diesen wunderbaren ausführlichen Bericht von der Fastenwoche. Da könnte man ja richtig auf den Geschmack kommen.
Grüße Josef F.

Ismaela Brux

Lieber Josef,
es freut uns sehr zu lesen, dass du dank dieses Artikels auf den Geschmack des Winterfastens gekommen bist.
Wir wünschen dir jetzt schon viel Erfolg, solltest du es auch mal ausprobieren! ;-)
Liebe Grüße,
Ismaela

Marion Plaza

Das klingt so gut und man möchte
gleich mitmachen
Danke für den Bericht!

Ismaela Brux

Liebe Marion,
dann probiere es gerne mal aus, es wird dir gefallen! ;-)
Liebe Grüße,
Ismaela

Thea Schenk

Hallo Frau Ulrike Zieher,
Ihr Bericht über das sportliche Winterfasten hat mich total begeistert. Ich habe richtig Lust bekommen dies auch mal auszuprobieren. Gibt es den Bericht auch schriftlich, dass ich mit meiner Freundin darüber reden könnte. Leider kann ich ihn nicht ausdrucken.
Viele Grüße
Thea

Amalia Senkowsky

Hallo liebe Thea,
es freut uns sehr, dass dir unser Beitrag so gut gefällt.
Viel Erfolg beim Winterfasten! :-)
Wir haben leider keine druckfähige Form des Artikels. Am besten druckst du die Seite aus oder kopierst den Text in ein Word-Dokument und danach kannst du den Beitrag ausdrucken.
Liebe Grüße,
Amalia vom Tirol-Team

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