Das Wir-Hotel

TEXT Katharina Mau

FOTOS Peter Neusser

Lagerfeuer statt Hotelbar, Spieleabend statt Afterparty, Selbstgemachtes statt Vollpension. Beim Urlaub in der Selbstversorgerhütte genießt man die Gemeinschaft mit Freunden und bestimmt selbst das Urlaubsprogramm. Wichtig ist die richtige Vorbereitung – hier sind die wichtigsten Tipps.

Location, Location: Wie finde ich die perfekte Hütte?

Am besten bucht man die Selbstversorgerhütte schon einige Monate im Voraus. Dann ist die Auswahl größer. Aber auch kurzfristig findet man oft noch schöne Hütten. Auf den Hütten-Portalen Almliesl oder Hüttenland bekommt man einen guten Überblick über die Tiroler Hütten. Wichtig: Bevor man bucht, sollte man sich ganz genau über Ausstattung und Anfahrtsweg informieren: Gibt es auf der Hütte Strom? Ist eine Anfahrt mit dem Auto auch im Winter möglich?

Eine frühzeitige Buchung ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Hüttenurlaub.

Ich packe meinen Rucksack, und rein kommt:

  • Notstrom: Gibt es keinen Strom, kann man sein Handy an einer leistungsstarken Powerbank laden. Nicht, um auf der Hütte Fortnite oder Tetris zu zocken, sondern um Fotos zu machen und im Notfall telefonieren zu können.
  • Mehr Licht: Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeug und Taschen- bzw. Stirnlampe
  • Klopapier!
  • Hüttenschuhe oder Wollsocken
  • Erste Hilfe-Sachen: Beim Kartoffelschälen abgerutscht, zu lange in der Sonne gelegen, fieser Hüttenkater – Schmerztabletten, Verbandszeug und Salben sollte man schon dabeihaben.
  • Bettwäsche und Handtücher gibt es meistens nicht. Tipp: Mit Wanderhandtuch aus Mikrofasern und Hüttenschlafsack spart man Platz und Gewicht.
  • Ohrenstöpsel, denn: Irgendjemand schnarcht immer.
  • Lieblingsspiele: Zwar gibt es auf den meisten Hütten ein paar Karten- und Brettspiele. Aber man will ja nicht, dass die Herzdame oder die Würfel fehlen.

Hier haben wir traditionelle Tiroler Spiele für dich gesammelt.

Hilf dir selbst, dann hilft dir der Urlaubsgott

Ungewohnt für die Generation Google: Auf der Selbstversorgerhütte gibt es oft kein WLAN und auch kein LTE. Einfach mal schnell ein Rezept oder YouTube-Tutorial anschauen geht nicht. Vor Abfahrt lohnt der Blick auf folgende Seiten:

  • Wer noch nie Holz gehackt hat und die Freunde beeindrucken will, schaut sich die Tutorials von Do it Yourself-Youtuber Jörn oder der Natur- und Wildnisschule Weltenwandler an
  • Viele Hütten haben einen Lagerfeuerplatz: Wie man am besten ein Feuer macht, lernt man zum Beispiel hier auf WikiHow.
  • Wenn man seine Freunde und sich selbst bekochen will, kann man schon im Vorhinein ein paar Rezepte austesten. Wir stellen typische Tiroler Gerichte vor, die man im Tirol-Urlaub unbedingt ausprobieren sollte. Tipp: Am besten die Rezepte ausgedruckt mitnehmen.
Die eigenen vier Holzwände

Unser Autor hat mit seiner Familie und Freunden den Winterurlaub in einer Selbstversorgerhütte verbracht. Hier könnt ihr nachlesen, wie es den beiden Familien in den eigenen vier Holzwänden auf Zeit ergangen ist.

Auf vielen Hütten muss man sich die warme Stube erarbeiten.

Und wie wird das essen?

Auf der Selbstversorgerhütte kann man nicht über Service und Küche schimpfen. Man ist selbst verantwortlich für sein leibliches Glück. So gelingt es bestimmt!

  • Basics einpacken: Die Küche in der Hütte ist wahrscheinlich nicht so ausgestattet wie zu Hause. Unbedingt einpacken sollte man Kartoffeln, Speck, Eier, Butter und Brot –zumindest, wenn es genau diese Grundnahrungsmittel nicht beim Bauern im Dorf gibt (siehe weiter unten). Am besten auch Gewürze, Öl und Kaffee (plus Filter und Drückerkanne) mitbringen.
  • Wechselmodell: Wenn man in einer größeren Gruppe Urlaub macht, kann man sich gut beim Kochen abwechseln. Jeder überlegt sich für einen Abend ein Gericht. Und am Ende wird der Sieger gekürt!
  • Muskelkraft nutzen: Kitchenaid und Thermomix gibt es auf den wenigsten Hütten. Aber ein Kaiserschmarrn, für den man das Eiweiß selbst mit der Hand geschlagen hat, schmeckt besonders gut.
  • Regionale Produkte genießen: Unbedingt herausfinden, ob es rund um die Hütte Hofläden oder Milchbauern gibt. Da findet man auch die richtigen Zutaten für eine Brettljause, die in Tirol Marend genannt wird.

Und das Wichtigste: Lass den Perfektionismus daheim und genieße!

Der Kaiserschmarrn brennt an. Der Nebel vor der Tür verhindert das optimale Instagram-Bild. Und man hat zum zehnten Mal beim Kartenspielen verloren. Alles kein Drama. Dafür knistert das Feuer, das Gespräch endet am besten nie – und draußen fällt leise der Schnee.

Alle Fotos: Peter Neusser

Hütten für einen Selbstversorger-Urlaub

Ob für den Skiurlaub oder zum Wandern: Urige Berghütten bieten das besondere Flair für einen erholsamen Urlaub inmitten der Natur. Hier findet ihr eine Übersicht der schönsten Hütten für einen Hüttenurlaub in Tirol.

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