Gravelbike-Routen in Tirol

MERLIN GRÖBER

OLAF UNVERZART

Manche Täler und Gebirgszüge in Tirol sind wie gemacht fürs Gravelbiken. Sie werden von leicht ansteigenden Schotterstraßen oder wenig befahrenen Asphalt-Strecken durchzogen. Dort könnt ihr euch so richtig austoben und sammelt jede Menge schöne Landschaftseindrücke. Hier unsere vier Lieblingstouren.

1. Achensee und Brandenberger Alpen

Das Tiroler Meer: Mit dem Gravelbike am Achensee.

Warum?

Berge, Flüsse und der größte See Tirols. Dazu eine schöne Mischung aus Asphalt und Schotterwegen und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel: Was will man als (Gravel)biker mehr? Die Tour von Münster-Wiesing führt durch ruhige Seitentäler auf aussichtsreichen Streckenabschnitten in den Brandenberger Alpen zum größten See Tirols, dem 133 Meter tiefen Achensee.

Wo geht’s lang?

Von Münster-Wiesing radelt ihr über Kramsach nach Pinneg auf Asphalt: ideal zum Warmwerden. In Pinegg müsst ihr euch entscheiden: Abkürzen? Dann geht’s westlich quer durch die Brandenberger Alpen über Steinberg am Rofan weiter ins Achental. Wer die ganze Runde fährt, radelt ab Pinegg geradeaus an der Brandenberger Ache entlang Richtung Norden. Hier wird’s sportlicher, ihr seid auf der Mountainbike-Route „Rund um den Guffert“ unterwegs. Kurz unterhalb der Gufferthütte (Essen fassen!) habt ihr den höchsten Punkt der Tour erreicht. Ab Achenkirch radelt ihr auf dem Achenseeweg weiter Richtung Süden zum Highlight der Tour: dem Achensee. Dem Ostufer folgend gelangt ihr nach Maurach und von dort zurück zum Ausganspunkt der Tour.

Touren-Facts

Ausgangspunkt:  Von Münster-Wiesing zum Achensee

Distanz: 71 Kilometer

Dauer: 6 Stunden

Höhenmeter: 1.400

Schwierigkeit: Anspruchsvoll. Gute Kondition erforderlich.

2. Kaiserrunde

Ein Weg wie gemacht für’s Gravelbike.

Warum?

Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst ihn nie wieder: Der Wilde Kaiser ist ein imposanter Gebirgszug. Warum also nicht mit dem Rad außenherum radeln? Die Tour um das Gebirgsmassiv ist anspruchsvoll und wunderschön: Der Blick auf die hohen Gipfel des Kaisergebirges gerichtet, radelt ihr durch Tirols abwechslungsreiche Landschaft und historisch bedeutende Städte wie Kufstein und St. Johann in Tirol.

Wo geht’s lang?

Startpunkt ist Kufstein. Ihr verlasst die Stadt auf der Kaiserradrunde und fahrt bergauf über die Aschinger Alm bis Durchholzen. Von dort radelt ihr weiter auf dem BikeTrail nach Durchen, bevor ihr wieder auf der Kaiserradrunde bis Kössen nach Kirchdorf fahrt. Wer müde ist, kürzt hier ab: An der Großache entlang Richtung Süden nach St. Johann. Wer noch fit ist, radelt weiter auf der Kalkststeinrunde über Waidring nach St. Ulrich. Die kleine Gemeinde liegt am Pillersee, hier gibt es ein kleines Strandbad. Zeit für eine Pause! Nach der Bade- und Essenspause radelt ihr weiter nach St. Johann und von dort auf der Kaiserradrunde zurück nach Kufstein.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Kufstein

Distanz: 109 Kilometer

Dauer: 8 Stunden

Höhenmeter: 1.800

Schwierigkeit: Anspruchsvoll. Sehr gute Kondition erforderlich.

3. Von Reutte um den Plansee

Mit dem Gravelbike gibt es in Tirol viel zu entdecken.

Warum?

Ein türkisblauer See umgeben von atemberaubendem Bergpanorama, der Blick auf die Zugspitze und historische Wege: Alles Gründe, warum sich die Tour von Reutte um den Plansee lohnt. Wer gerne auf und nicht nur um das Wasser fährt, kann die Radtour außerdem mit einem Ausflug auf dem Plansee kombinieren: Die auf dem knapp drei Quadratkilometer großen See verkehrenden Boote gehören zu den höchstgelegenen kommerziellen Schifffahrtslinien Österreichs. Zustiegspunkte sind die drei Hotels „Forelle“, „Seespitze“ und „Fischer am See“.

Wo geht’s lang?

Die Tour startet am Bahnhof in Reutte nach Osten Richtung Plansee. Direkt am See fahrt ihr auf einer kurvenreichen Mountainbikeroute am Nordufer entlang, bevor ihr an der Neidernach teilweise auf deutschem Staatsgebiet weiterradelt.  In Griesen biegt ihr ab Richtung Lermoos und radelt an der Loisach entlang nach Süden. Bald schon könnt ihr linker Hand atemberaubende Ausblicke auf die Zugspitze genießen. In Lermoos wird’s historisch: Hier radelt ihr auf der Via Claudia Augusta weiter. Der Fernradweg folgt einer alten, von Kaiser Augustus erbauten Römerstraße, die euch zurück nach Reutte führt.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Reutte

Distanz: 54 Kilometer

Dauer: 4:30 Stunden

Höhenmeter: 640

Schwierigkeit: Mittel. Kondition und Fahrtechnik erforderlich.

4. Von Scharnitz zum Karwendelhaus

Abfahrt vom Karwendelhaus.

Warum?

Wer noch nicht dort war, hat etwas verpasst: Das Karwendelhaus ist ein einzigartiges Ausflugsziel. Die wunderschön gelegene Berghütte mit dem atemberaubenden Blick auf die umliegenden Gipfel ist ein beliebter Treffpunkt für Bergsteiger, Wanderer und Radfahrer. Mit dem Rad könnt ihr von der Hütte in einem großen Bogen durch die verwunschene Johannesbachschlucht und das weitläufige Rißbachtal über Mittenwald zurück nach Scharnitz fahren.

Wo geht’s lang?

Startpunkt ist Scharnitz. Von hier radelt ihr durchs Karwendeltal auf einem Schotterweg bis zur Karwendelhütte. Hier lohnt sich eine Pause: Von der Terrasse habt ihr freie Sicht zurück ins Karwendeltal und die umliegenden Berge. Nach der Pause geht’s weiter durch die Johannesbachschlucht ins Rißbachtal. Hier könnt ihr euch entscheiden: Links geht’s direkt nach Hinterriß. Rechts führt ein Abstecher zum Großen Ahornboden, einem mit zahlreichen, alten und sehr knorrigen Ahornbäumen bewachsenen Talabschnitt. Kurz nach Hinterriß führt euch der Weg bergauf nach Vorderbachau und von dort weiter zur Vereiner Alm, bevor ihr bergab nach Mittenwald radelt. Ab dort fahrt ihr auf der Ebene an der Isar zurück nach Scharnitz.

Touren-Facts

Ausgangspunkt: Scharnitz

Distanz: 63 Kilometer

Dauer: 6:30 Stunden

Höhenmeter: 1.640

Schwierigkeit: Schwer. Kondition und gute Fahrtechnik erforderlich.

Pause am Ahornboden.

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