Aus gutem Haus

PROTOKOLLE Gero Günther

FOTOS Verena Kathrein

Die Wohngemeinschaft ist bei Studenten die beliebteste Wohnform. Und ein Ort des Übergangs. Wir haben vier ganz unterschiedliche Innsbrucker WGs besucht: Ökos, Partylöwen, Künstler, Sportler. Was alle gemeinsam haben, ist die Liebe zu Tirols größter Studentenstadt.

DIE ÖKOS

Die Wohnung: Altbau bei der Triumphpforte, direkt im Zentrum. Die gemeinsame Geschichte: Lena und Xaver sind Geschwister, Ellen und Carla haben sie im Studium kennengelernt, die beiden haben ein Auslandssemester in New Orleans absolviert. Das wichtigste Möbelstück: Küchentisch (zum Essen – und zum Diskutieren). Ultimative Regel: Es gibt keine Regeln! Das WG-Ritual: gemeinsames Kochen und Brotbacken, Containern (in den Müllcontainern von Supermärkten nach Essbarem suchen). Das Beste an Innsbruck: „Man kann alles zu Fuß erreichen.“ (Carla) Das Schlechteste an Innsbruck: „Es herrscht ein totaler Freizeitstress. Man muss sich fast rechtfertigen, wenn man bei Sonnenschein mal zu Hause ist.“

Carla Scholz, 22, Psychologie / Lena Drexler, 22, Biologie / Xaver Drexler, 21, Physik / Ellen Schupp, 23, Psychologie und Erziehungswissenschaften

DIE PARTYLÖWEN

Die Wohnung: gigantischer Altbau im Pradl-Viertel, Erker, getäfeltes Speisezimmer, Schnitzereien. Die gemeinsame Geschichte: Max und Florian kennen sich aus der Schule, die anderen haben sie sich bei einem Casting ausgesucht. Ultimative Regel: „Hier soll immer Action sein.“ Das WG-Ritual: Bei Neuschnee stehen alle früh auf, ganz egal, wie lange die Party ging. Geweckt wird mit Hip-Hop und 130 Dezibel. Besonderes Kennzeichen: Dienstag ist Schnitzeltag. Das Beste an Innsbruck: „Die  krasse Natur. Und die krassen Pisten.“ (Florian und Maximilian) Das Schlechteste an Innsbruck: „Im Winter wird man schnell mal depressiv, weil die Sonne schon um vier Uhr hinterm Berg verschwindet.“ (Fabian)

Florian Glombitza, 20, Bau- und  Umweltingenieurwissenschaften / Fabian Sprenger, 21, Psychologie / Amadeus Klage, 23, Tourismus / Maximilian von Strachwitz, 20, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften

DIE KÜNSTLER

Die Wohnung: 60er-Jahre-Block in einer ruhigen Wohngegend im Stadtteil Pradl. Die gemeinsame Geschichte: Max und Felix sind Kindheitsfreunde und spielen in der Band Drehwerk. Lorena haben sie an der Uni kennengelernt. Das wichtigste Möbelstück: Plattenspieler. Ultimative Regeln: Beim Pinkeln hinsetzen (leider halten sich die männlichen Mitbewohner nicht daran). Das WG-Ritual: Zusammen musizieren mit Gitarre, Keyboard, Ukulele, Mundharmonika. Das Beste an Innsbruck: „Es ist nicht zu groß und nicht zu klein. Man trifft sich, kann sich aber auch mal aus dem Weg gehen.“ (Felix) Das Schlechteste an Innsbruck: „Es gibt leider keine Kunsthochschule, deswegen muss ich vermutlich irgendwann weg.“ (Lorena)

Lorena Röck, 19, Kunstgeschichte / Felix Heiß, 21, Konservatorium für Jazz und improvisierte Musik / Max Schrott, 21, Konservatorium für Jazz und improvisierte Musik

DIE SPORTLER

Die Wohnung: Loft direkt am Ufer des Inns, offene Küche, gemeinsames Studierzimmer. Die gemeinsame Geschichte: Anna und Lukas sind ein Paar, Max ist ein Freund. Wichtigstes  Möbelstück: Regal, das aus Surfbrettern, Skateboards und Leitern zusammengebaut wurde. Wichtigste WG-Regel: Probleme sofort ansprechen. Sofort! Besondere Merkmale: Das gemeinsame WG-Konto für Einkäufe. Und die gemeinsamen Urlaube. Das Beste an Innsbruck: „Die Stadt gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Die Berge sind so nah. Wir können von unserer Wohnung aus starten und einfach den Berg hochtreten.“ (Anna) Das Schlechteste an Innsbruck: „Wenn es in der Nacht viel geschneit hat, fällt es doch ein wenig schwer, brav in die Seminare zu gehen anstatt in die Berge.“ (Max)

Max Juergensmeyer, 25, Wirtschaft / Lukas Grünbacher, 25, Physiotherapie / Anna Pompermaier, 26, Bauingenieurwissenschaften & Architektur

 

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