Welcher Ski passt zu mir?

TEXT Jan Kirsten Biener

ILLUSTRATIONEN Ludwig Haslberger

Im Sportgeschäft gibt es heute mehr Auswahl als in einer Pizzeria. Ist also alles bloß eine Frage des Geschmacks? Nicht ganz. Denn nur wer genau weiß, was er kann und was er will, findet den perfekten Ski. Ein Schnell-Guide für deinen nächsten Ski-Kauf.

Typ 1: Kurvenstars

Es gibt nichts Schöneres für dich als elegante, schnelle Schwünge? Und du bist meistens auf gut präparierten Pisten unterwegs? Dann ist ein Carving-Ski genau das Richtige. Dieser relativ kurze, steife Ski beeindruckt durch perfektes Fahrverhalten in der Kurve. Es gilt: Je kürzer die Bretter, desto drehfreudiger sind sie. Bis zum Kinn sollten Carver allerdings schon reichen. Wenn der Schnee sulzig oder die Piste buckelig wird, kommen die Carving-Ski an ihre Grenzen.

Der richtige Ski für: Urlaubs- und Genussfahrer

Typ 2: Speedfreaks

Früher hießen die Teile auch Riesenslalom-Ski. Race-Carver sind in etwa körpergroß und eigenen sich dafür, maximal große Kurven auf der Kante zu fahren. Ein 177 cm langer Race-Carver hat einen typischen Kurvenradius von rund 18 Metern – drei bis vier Meter mehr als bei einem klassischen Carver. Weil eine Piste aber nicht immer so breit ist, muss man die Race-Carver auch kontrollieren können. Wohlgemerkt: der klassische Lebensraum dieser Skier ist ein Rennen.

Der richtige Ski für: fortgeschrittene Pisten-Skifahrer, Skiclub-Mitglieder

Typ 3: Vielflieger

Das Schwierigste an einem coolen Sprung auf Skiern ist die Landung. Sogenannte Twin-Tip-Ski haben an Spitze und Ende jeweils eine aufgebogene Schaufel, was es möglich macht, nach Sprüngen gegebenenfalls auch rückwärts zu fahren. Immer mehr Freestyle-Ski haben eine Mittelbreite über 90 Millimeter – denn heute springt man nicht nur in Halfpipe und Schanzenpark sondern auch im Gelände.

Der richtige Ski für: Akrobaten

Typ 4: Alleskönner

Der Vorteil von Allmountain-Skiern: Sie kommen wirklich mit fast allen Schneebedingungen gut zurecht, ob auf oder neben der Piste. Tiefschnee und Sulzschnee sind kein Problem, auch verspurte Hänge neben der Piste meistern sie. Wer die Technik und ausreichend Kraft besitzt, kann die Allmountain-Ski sogar auf die Kante zwingen und ordentlich carven. Nur bei eisigen Pisten wird es hakelig. Die Alleskönner haben eine Mittelbreite um 80 Millimeter und meist eine sogenannte Rocker-Shape; das heißt, dass sich der Ski an Spitze und Ende konkav vom Boden aufbiegt. Der „Rocker“ erhöht den Auftrieb bei einem Abstecher in den Tiefschnee.

Der richtige Ski für: Urlaubs- und Genuss-Skifahrer, die einen Berg wirklich er-fahren wollen

Typ 5: Freigeister

Für den Traum vom Tiefschneefahren braucht man vor allem zwei Dinge: Unberührten Schnee und Auftrieb. Und damit der Ski nicht einsinkt, sondern mit entsprechender Geschwindigkeit auf der Schneeoberfläche gleitet, braucht man Fläche. Freeride-Ski haben deshalb mindestens 100 Millimeter Mittelbreite haben, auch 120 Millimeter sind mittlerweile Standard. Und nicht vergessen: Ein Tiefschnee-Ski sollte mindestens zur Stirn reichen. Wahre Tiefschnee-Junkies besitzen neben einem Standard-Freeride-Ski auch noch ein extrabreites Modell für besonders schneereiche Pulverschnee-Tage: Eine Mittelbreite von bis zu 130 Millimeter ist dabei nicht ungewöhnlich.
Der richtige Ski für: Tiefschnee-Süchtige und Abenteuerlustige

Typ 6: Naturliebhaber

Wer einen Touren-Winter plant, sollte sich vorab eine grundsätzliche Frage stellen: Machen mir lange Aufstiege in unberührte Regionen Spaß oder genieße ich vor allem spektakuläre Abfahrten? Die erste Gruppe sollte klassisch-schmale Tourenski mit minimalem Gewicht wählen, die selten mehr als 90 Millimeter Mittelbreite und nur einen dezenten Rocker an der Skispitze aufweisen. Die zweite Gruppe, die Tourenausrüstung vor allem nutzt, um unverspurte Hänge aufzuspüren, greift besser zum Freeride-Tourenski ab 110 Millimeter Mittelbreite. Bedeutet: Mehr Gewicht beim Hochgehen, deutlich mehr Spaß beim Abfahren.

Der richtige Ski für: Naturfreunde, Ausdauer-Wintersportler und Tiefschnee-Fans

Lass dir deine Skier schneidern

In Hütten sieht man oft alte Holzski als Deko hängen. Das Innsbrucker Start-up SPURart baut maßgeschneiderte Ski mit Eschenkern und Holzfurnier. Wir sprachen mit dem Co-Gründer Peter Pfeifer über die Suche nach dem perfekten Ski.

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